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Dossierbild: USA (Freiheitsstatue)
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Der Zweite Weltkrieg

Von Pearl Harbor bis Hiroshima


11.10.2008
Der japanische Überraschungsangriff auf die US-Flotte vor Pearl Harbor auf Hawaii hatte im Dezember 1941 den Kriegseintritt der USA zur Folge. Nach den Kriegserklärungen Deutschlands und Italiens kämpften amerikanische Truppen auch in Europa. Aus dem gewonnenen Krieg gingen die Vereinigten Staaten als Supermacht hervor.

Ein unbeschädigter amerikanischer leichter Kreuzer fährt während des japanischen Angriffs auf Pearl Harbor an der brennenden USS Arizona vorbei und nimmt Kurs auf das offene Meer. 
Der japanische Angriff am 7. Dezember 1941 war Grund für den Eintritt der Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg.Der japanische Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 war Grund für den Kriegseintritt der Vereinigten Staaten. (© AP)

Am 7. Dezember 1941 versenkte Japan in einem Überraschungsangriff große Teile der in Pearl Harbor auf Hawaii vor Anker liegenden US-Pazifikflotte. 2.403 Amerikaner kamen dabei ums Leben. Am 8. Dezember erklärte der Kongress der Vereinigten Staaten Tokio den Krieg. Drei Tage später ließen Hitler und Mussolini Kriegserklärungen an die USA folgen, um deren Streitkräfte in einen Kampf auf beiden großen Ozeanen zu verwickeln, bevor diese voll mobilisiert waren. Die amerikanische Regierung hatte bis zuletzt gezögert, den zwei europäischen Aggressoren mit eigenen Truppen entgegenzutreten. Jetzt befand sie sich im Krieg mit den mächtigsten Militärnationen der Geschichte.

Der Aufstieg zur Supermacht



Die USA sahen sich gewaltigen Herausforderungen gegenüber: Japan kontrollierte den Westpazifik und überrannte Ost- und Südostasien. Deutschland beherrschte Kontinentaleuropa. Seine Truppen standen vor Moskau und seine U-Boote fügten den alliierten Verbänden schwere Schäden zu. Die wichtigsten Verbündeten, Großbritannien und die Sowjetunion, kämpften mit dem Rücken zur Wand. Die eigene Wirtschaft hatte sich noch nicht völlig von der Großen Depression erholt.

Das Militär war nicht auf einen Konflikt dieses Ausmaßes vorbereitet. 45 Monate später hatten die USA Italien, Deutschland und Japan besiegt und waren zur dominierenden Militär- und Wirtschaftsmacht der Welt aufgestiegen. Ihre politischen Interessen und ihr Einfluss reichten bis in den letzten Winkel der Erde. Mit Ausnahme der Sowjetunion waren die Großmächte der Vorkriegszeit nur mehr ein Schatten ihrer selbst.

Der Freiheit verpflichtet



Zu verdanken hatten die USA ihre einzigartige Stellung einer wirtschaftlichen, politischen und militärischen Gewaltanstrengung. Ihre leistungsfähige Ökonomie produzierte bald mehr Rüstungsgüter als die Volkswirtschaften aller anderen Kombattanten zusammen. Unter dem Eindruck eines Berichts Albert Einsteins über deutsche Atombombenpläne initiierte Präsident Roosevelt nach dem Überfall auf Pearl Harbor zudem ein eigenes geheimes Nuklearprogramm, das so genannte Manhattan-Projekt. Wie bei der Bekämpfung der Wirtschaftskrise im Inneren erwies er sich im Krieg als willensstarker und inspirierender Führer. In der Tradition seines Vorgängers Woodrow Wilson, US-Präsident von 1913 bis 1921, verstand er es auch, der amerikanischen Beteiligung am Krieg eine besondere moralische Dimension zu verleihen. Immer wieder erklärte er öffentlich, Amerika sei vier unveräußerlichen menschlichen Freiheiten überall auf der Welt verpflichtet: der Freiheit der Rede, der Freiheit der Religion, der Freiheit von Not und der Freiheit von Furcht (freedom of speech, freedom of religion, freedom from want, freedom from fear). Auch die von Washington initiierte "Erklärung der Vereinten Nationen", das Gründungsdokument der Kriegsallianz gegen die Achsenmächte Deutschland, Italien und Japan, atmete diesen Geist.

Schwarz-Weiß-Foto: Großbritanniens Premierminister Winston Churchill, links, raucht eine Zigarre mit US-Präsident Franklin D. Roosevelt, Mitte, und dem sowjetischen Diktator Josef Stalin, während der Konferenz von Jalta, auf der die drei alliierten Staatschefs die Aufteilung Deutschlands und die Machtverteilung in Europa nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges besprachen.Winston Churchill, Franklin D. Roosevelt und Josef Stalin (v.l.n.r.) besprechen auf der Konferenz von Jalta die politische Gestaltung Europas nach Ende des Zweiten Weltkrieges. (© AP)

Ab 1944 Verhandlungen über Nachkriegstatus Deutschlands



Eine grundsätzliche Entscheidung über die Nachkriegsordnung in Europa traf Roosevelt auf der Konferenz in Casablanca mit Churchill im Januar 1943, als er die "bedingungslose Kapitulation" Deutschlands zum Kriegsziel erhob. Wie aber Deutschland als Ganzes zu behandeln war, blieb zwischen den Allianzpartnern umstritten. Auch die erste Gipfelkonferenz der Großen Drei – Roosevelt, Churchill, Stalin – Ende 1943 in Teheran brachte kein Ergebnis in dieser Frage. Im Frühjahr 1944 begannen die USA mit ihren Nachkriegsplanungen für Deutschland. Der von dem damaligen US-Schatzminister Henry Morgenthau vorgelegte Plan einer harten Bestrafung Deutschlands erhielt von Roosevelt nur eine "taktische, zeitweise Unterstützung", wie der Historiker Michael Beschloss darlegt. Die geheime Direktive JCS 1067 für die künftige Verwaltung Deutschlands, deren Endversion im April 1945 vorlag, gab zwar vor, dass Deutschland "nicht für den Zweck der Befreiung, sondern als ein besiegter Feindstaat" besetzt, die Schwerindustrie abgebaut, Kartelle entflochten, das Militär abgeschafft und umfangreiche Denazifizierungsmaßnahmen durchgeführt werden sollten. Aber JCS 1067 verfügte auch über zahlreiche Schlupflöcher, die ein US-Militärgouverneur später nutzen konnte, um eine weniger harte Besatzungspolitik durchzusetzen.

Victory in Europe - ohne Roosevelt



Militärisch war die Niederlage des Deutschen Reichs nach der geglückten Invasion alliierter Truppen in der Operation "Overlord" am 6. Juni 1944, dem so genannten D-Day, in der Normandie absehbar, auch wenn die Wehrmacht verbissen weiter kämpfte. Allein in den acht Wochen nach der Landung fielen 16.000 amerikanische Soldaten; 78.000 wurden verwundet. Als Roosevelt Anfang Februar 1945 in Jalta auf der Krim mit Churchill und Stalin zur zweiten Kriegskonferenz zusammenkam, war der militärische Ring um den Feind aber bereits eng geschlossen. Den Sieg vor Augen einigten sich die Großen Drei darauf, Deutschland nach der Kapitulation in vier Besatzungszonen aufzuteilen, wobei auch Frankreich eine Zone bekommen sollte. Die Alliierten kamen ebenfalls überein, dass die nach dem Ersten Weltkrieg festgelegte Curzon-Linie die neue Ostgrenze Polens zur Sowjetunion bilden würde. Am 25. April 1945 begegneten amerikanische Truppen bei Torgau an der Elbe erstmals sowjetischen Streitkräften. Am 30. April beging Hitler Selbstmord. Am 7. und 9. Mai kapitulierte die deutsche Wehrmacht bedingungslos. Amerika feierte damals den "VE-Day", den "Victory in Europe"-Tag. Diesen Triumph sollte Roosevelt allerdings nicht mehr erleben. Wenige Wochen zuvor, am 12. April 1945, war der US-Präsident einem Schlaganfall erlegen.