Afghan traditional music players are seen during a music performance organized by The Aga Khan Trust for Culture (AKTC) at the Baghe Babur in Kabul, Afghanistan on Saturday, March 29, 2008. Playing music was once forbidden as many other things during the fundamentalist regime of the Taliban, who were ousted from power by U.S. forces in late 2001. (ddp images/AP Photo/Musadeq Sadeq)

21.1.2013 | Von:
Sayed Asef Hossaini

Afghanische Diaspora und Brain Drain

Resümee

In den vergangenen 30 Jahren kam es in Afghanistan immer wieder zu einem "brain drain", der hauptsächlich durch Kriege und Wechsel von politischen Systemen verursacht wurde. Immer wenn ein neues Regime an die Macht kam, verließen Beamte und Politiker des alten Regimes zusammen mit einer großen Zahl von einfachen Menschen das Land.

Die Entwicklungen nach 2011 sorgten für die Rückkehr mancher Eliten der ersten Generation und einer Reihe von jungen ausgebildeten Menschen der 2. Generation. Der Mangel an institutionellen Kapazitäten und das Fehlen von langfristigen Programmen waren Gründe dafür, dass diese allmählich das Land wieder verließen. Es kommt die Unsicherheit hinzu, dass die Zahl der arbeitsschaffenden Organisationen mit dem Abzug von internationalen Kräften zurückgeht. Die Präsenz der internationalen Streitkräfte hat eine gewisse Sicherheit geboten, die bisher ausreichend war, um die Arbeit der NGOs zu gewährleisten. Wenn diese wegfällt, wird die Arbeit dieser Organisationen schwieriger, wenn sie nicht ohnehin abziehen.

Wie die Verantwortlichen der "Internationalen Organisation für Migration" in Kabul meinen, flüchten die neuen Auswanderer aus Afghanistan nicht wegen der unsicheren Lage ins Ausland. Vielmehr sind sie auf der Suche nach einer sicheren Zukunft.[24] Die Herstellung einer relativen Sicherheit, die politische Stabilität und Entwicklung von institutionellen Kapazitäten sind wesentliche Voraussetzungen, um den "brain drain" aus Afghanistan zu verhindern und umgekehrt erfahrene und ausgebildete Kräfte wieder ins Land zu holen. Die modernen Kommunikationsmittel haben die Teilnahme von afghanischen Migranten am Geschehen in Afghanistan auch in abgelegenen Gemeindendeutlich verbessert. Diese Beziehungen führten zur Bildung von aktiven sozialen Netzen, die sich auf freiwilliger Basis für die Entwicklung Afghanistans einsetzen.

Bibiliographie

Braakman, M. (2005). Roots and Routes; Questions of Home, Belonging and Return in an Afghan Diaspora (M.A. Thesis). Leiden - Netherlands: Leiden University.

Brubaker, R. (2005). The 'diaspora' diaspora. Ethnic and Racial Studies , 1-19.

Bundesamt fuer Fluechtlinge und Migration, Dr. Habil. Sonja Haug Stephanie Muessig, M.A.Dr. Anja Stichs (Hrsg): Muslimisches Leben in Deutschland, 2009: page 76, chart 5.

Deutsche Welle. (2012, June 18). Dari. Retrieved July 2012, from Deutsche Welle

DW. (2012, June 06). Dari. Retrieved July 08, 2012, from Deutsche Welle

Frederic Docquier; Hillel Rapoport. (2006). The Brain Drain. In New Palgrave Dictionary of Economics (p. 2). palgrave.

Groot, Richard and Paul van Molen, Eds. (2000): Workshop on Capacity Building in Land Administration for Developing Countries-Final Report. ITC, Enchede, The Netherlands, 12-15 November 2000

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Tatjana Bauralian; Michael Bommes; Heike Daume; Tanja El-Cherkeh; Florin Vdean. (2006). Egyptian, Afghan, and Serbian Diaspora Communities in Germany: How do they Contribute to Their Country of Origin? Eschborn: Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenartbeit (GTZ) GmbH.

Telegraph. (2012, January). Afghanistan. Retrieved July 2012, from The Telegraph

UN. (2012, February). UN News Centre. Retrieved July 2012, from UN

UNDP. (2010). UNDP Afghanistan Annual Report 2010. Kabul: UNDP.

World Bank. (2011). Capacity Development Resources Center. Retrieved July 10, 2012, from The World Bank

Zitationen

The term ”brain drain” designates the international transfer of resources in the form of human capital and mainly applies to the migration of relatively highly educated individuals from developing to developed countries. (Frederic Docquier; Hillel Rapoport, 2006; p.2)

Twenty two National Priority Programmes have been developed and subsequently endorsed by the Kabul process and nearly 483,000 people have benefited from employment opportunities as a result of implementation of community development and infrastructure projects (UNDP, 2010, p.7)

While capacity development is an integral part of all the development efforts, UNDP through the National Institution Building Project (NIBP) is working with the Government of Afghanistan to focus on the capacity development of select government institutions through advisory support and twinning arrangement. (UNDP, 2010, p.16)

Fußnoten

24.
Telegraph, 2012

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2001 wurden die Taliban in Afghanistan gestürzt. Seitdem beteiligen sich mehr als 40 Länder am Wiederaufbau. Schulen werden gebaut, Polizisten ausgebildet und staatliche Strukturen geschaffen. Doch der Friede ist zerbrechlich: Noch immer versuchen die Taliban, gewaltsam die Macht im Land wiederzuerlangen.

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