Das Taj Mahal in Agra ist das Wahrzeichen Indiens.

11.4.2014 | Von:
John Dayal


Übersetzung: Stefan Mentschel

Vom Apostel Thomas zu Christen im Untergrund

Geschichte und Gegenwart einer religiösen Minderheit in Indien

Das Christentum hat in Indien eine lange Tradition. Vor allem im Süden des Landes gibt es seit Jahrhunderten christliches Leben. Andernorts haben die Arbeit von Missionaren und Massenkonvertierungen tiefe Spuren hinterlassen. Nach offiziellen Angaben bekennen sich heute rund zweieinhalb Prozent von Indiens Milliardenbevölkerung zum christlichen Glauben. Viele Experten gehen jedoch davon aus, dass die Zahl weit höher liegt.

Die katholische Notre Dame des Anges Kirche  in Pondicherry, im gleichnamigen Unionsterritorium.Die katholische Notre Dame des Anges Kirche in Pondicherry, im gleichnamigen Unionsterritorium. (© picture alliance/CPA Media )

Indien ist Heimat für eine der ältesten christlichen Gemeinden der Erde – die Thomaschristen im südlichen Bundesstaat Kerala. Im Land gibt es aber auch die weltweit größte Untergrundkirche mit Gläubigen, die ursprünglich aus den untersten hinduistischen Kasten stammen oder Angehörige der indigenen Stammesbevölkerung sind. Damit sie ihre wirtschaftlichen und politischen Rechte nicht verlieren und oftmals auch aus Angst vor gewaltsamen Übergriffen, halten sie ihren christlichen Glauben geheim. Während die eine Gruppe sich aufgrund ihrer Tradition der Akzeptanz der politischen und gesellschaftlichen Mitte Indiens erfreuen kann, wird die andere als "Kryptochristen" gebrandmarkt und zu einem Doppelleben gezwungen: Sie sind Hindus im öffentlichen Leben und in der Bevölkerungsstatistik, bekennen sich im Geheimen aber zu Jesus Christus. Hinzu kommt eine weitere Gruppe, die sogenannten Kristu Bhaktas, die an Christus glauben, gleichzeitig aber auch Gottheiten aus dem hinduistischen Pantheon verehren.

Für die meisten Menschen, sind indischen Christen in ihrer Kultur, in der Art sich zu kleiden oder in den Essgewohnheiten ohnehin kaum von ihren hinduistischen Nachbarn zu unterscheiden. Sie sind Teil der regionalen, ethnischen, sprachlichen und kulturellen Vielfalt, die Indien kennzeichnet. Trotz Konvertierung und Bildung halten viele Christen sogar an traditionellen Kastenzugehörigkeiten und Kastenstrukturen fest, die die hinduistische Gesellschaft auch im 21. Jahrhundert noch stark prägen.

Mehr indische Christen als offiziell angegeben

Vor diesem Hintergrund ist die offizielle Volkszählung in Indien sicher nicht der beste Weg, um die Anzahl der Christen im Land zu bestimmen. Ohnehin gibt es seit dem Zensus von 2001 keine Daten mehr zur religiösen Zusammensetzung der Bevölkerung, da die Regierung befürchtet, deren Veröffentlichung könnte Konflikte in der entlang von Glaubensgrenzen tief gespaltenen indischen Gesellschaft provozieren.

So wurden in den letzten Jahren in Teilen der hinduistischen Mehrheitsbevölkerung Ängste laut, dass religiöse Minderheiten – vor allem die MuslimeDas zweitgrößte islamische Land der Erde aufgrund hoher Geburtenraten – die Hindus an den Rand drängen könnten. Das Bevölkerungswachstum der indischen Muslime lag zwischen 1991 und 2001 bei 36 Prozent im Vergleich zu 30 Prozent im Jahrzehnt davor. Bei den Hindus lag die Rate zwischen 1991 und 2001 bei 20 Prozent im Vergleich zu 23 Prozent davor. Diese Paranoia sowie das durch die Teilung Britisch Indiens 1947 erzeugte und bis heute anhaltenden Zerwürfnis zwischen den Religionsgemeinschaften hat immer wieder zu Konfrontationen geführt. So wurden seit der Unabhängigkeit mehr als 30.000 Fälle religiös motivierter Gewalt registriert.

Nach Angaben der Volkszählung von 2001 bekannten sich 80,5 Prozent der damals 1,02 Milliarden Einwohner Indiens zum Hinduismus (Volkszählung 2011: 1,21 Milliarden Einwohner). Muslime stellten demnach 11,4 Prozent der Bevölkerung, Christen 2,3 Prozent, Sikhs 1,9 Prozent, Buddhisten 0,8 Prozent, Jainas 0,4 Prozent. In Indien gibt es auch Juden, Zorastrier und Anhänger des Bahaitums. Zudem praktizieren viele Angehörige der indigenen Bevölkerung traditionelle Religionen wie Ahnenverehrung. Dass der Anteil der Christen bei nur 2,3 Prozent liegen soll, wird allerdings von vielen Seiten bezweifelt. Die katholische Kirche, die Protestanten und die zahlreichen Pfingstkirchen behaupten gemeinsam, dass die Zahl ihrer Anhänger zwei bis drei Mal zu hoch sein könnte, als im Zensus angegeben.

Christliche Hochburgen im Süden und Nordosten

Nach Ansicht von Sozialwissenschaftlern gibt es zahlreiche Anhaltspunkte dafür, dass das durchaus der Wahrheit entsprechen könnte. So hätten einige Fragen in der Volkszählung ehemalige Angehörige der untersten Kasten – die Dalits oder Scheduled Castes – davon abgehalten, sich als Christen registrieren zu lassen. In den Bundesstaaten Andhra Pradesh, Maharashtra, Punjab und Tamil Nadu gibt es zudem Gruppen, die ganz bewusst darauf verzichten, um weiterhin von staatlichen Fördermaßnahmen profitieren zu können, zu denen auch Quotenregelungen bei der Vergabe von Studienplätzen oder von Arbeitsplätzen im öffentlichen Dienst gehören. Würden diese Menschen offiziell zu Christentum konvertieren, verlören sie diese Privilegien, die laut Artikel 341 (III) der Verfassung nur Hindus, Sikhs und Buddhisten zustehen. Dieses Gesetz ist vor dem Obersten Gerichtshof bislang mehrfach erfolglos angefochten worden.

Manche Christen leben ihren Glauben im Geheimen, um negative Folgen wie Ausgrenzung und Diskriminierung in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld zu vermeiden. Sie werden von ihren Kritikern "Christen im Verborgenen" oder "Kryptochristen" genannt. Andere, wie die Kristu Bhaktas aus der nordindischen Stadt Varanasi, verehren Christus öffentlich, aber – wie eingangs geschrieben – nicht nur ihn allein, sondern auch Hindu-Götter.

Vor diesem Hintergrund gehen die Statistiker Todd Johnson and Kenneth Ross davon aus, dass Christen einen Anteil an der indischen Bevölkerung von 4,8 Prozent haben, was 58 Millionen Menschen wären. Diese Angaben werden von Chad Bauman, Vizepräsident der Gesellschaft für hinduistisch-christliche Studien in den USA, gestützt. Der Publizist Jason Madryk spricht sogar von 71 Millionen indischen Christen oder einem Bevölkerungsanteil von 5,84 Prozent. Teilweise ist in Publikationen sogar von bis zu neun Prozent die Rede.

Innerhalb Indiens ist die christliche Bevölkerung ungleich verteilt. In einigen Bundesstaaten und Bezirken sind die Christen eine zu vernachlässigende Größe, in anderen stellen sie die Mehrheit. Im südindischen Kerala sind 35,5 Prozent der Einwohner Christen, im benachbarten Tamil Nadu immerhin 19 Prozent. Die stärkste Konzentration findet sich jedoch in den kleinen Bundesstaaten Nagaland, Meghalaya und Mizoram im Nordosten, in denen sich jeweils mehr als 90 Prozent Bewohner zum Christentum bekennen.

Die römisch-katholische Kirche ist mit 17 Millionen Mitglieder die größte christliche Glaubensgemeinschaft in Indien. Anhänger der lateinischen Liturgie stellen dabei mit zehn Millionen Gläubigen die Mehrheit. Sechs Millionen fühlen sich der Syro-Malabarischen Kirche zugehörig, eine Million der Syro-Malankarischen Kirche. Mit rund zwei Millionen Mitgliedern ist die Church of South India die größte protestantische Kirsche. Die Church of North India hat 1,5 Millionen Anhänger. Jeweils ein bis zwei Millionen Anhängen haben nach eigenen Angaben die Vereinigten Lutherischen Kirchen, die Altorientalische Kirchen, die Siebenten-Tags-Adventisten und die Believers Church. Nach Angaben von Religionswissenschaftlern bekennt sich rund die Hälfte der indischen Christen inzwischen zu evangelikalen Freikirchen, zu Pfingstkirchen, zur Charismatischen Bewegung oder zu anderen unabhängigen Kirchen und Glaubensgemeinschaften.

Ankunft der ersten Christen schon vor Jahrhunderten

Sowohl in Indien als auch im Nahen Osten gibt es Hinweise auf einen regen Austausch zwischen den Völkern lange vor Beginn der christlichen Zeitrechnung. Historiker der mikroskopisch kleinen jüdischen Gemeinde in Indien glauben, dass ihre Vorfahren bereits ab dem Jahr 1000 vor Christus an die Westküste kamen. In den Dekreten des persischen Herrschers Xerxes ist davon die Rede, dass es Juden in allen Teilen seines Reiches gab, dass sich bis nach Indien erstreckte. Jüdische Gemeinden prosperierten in vielen Orten entlang der Malabar Küste. Der Apostel Thomas hätte sich also heimisch gefühlt, wenn er tatsächlich nach Indien gekommen ist – wie es der Volksmund und auch einige Historiker glauben.

Eine Denkschule geht davon aus, dass es mehrere Männer mit dem Namen Thomas gab, die zu verschiedenen Zeitpunkten in den ersten vier Jahrhunderten in Indien ankamen, zuletzt Thomas von Cana im vierten Jahrhundert. Inzwischen überdeckt jedoch eine Patina des Glaubens die tatsächlichen Fakten im Zusammenhang mit der Ankunft des Apostels Thomas in Indien. In Mylapore (heute ein Stadtteil von Chennai) in Tamil Nadu etwa gibt es einen Felsen, auf dem der Fußabdruck des Heiligen zu sehen sein soll. Glaubt man der Legende, dann soll der Apostel Thomas im tamilischen Chera-Reich missioniert haben. Viele Jahrhunderte später zog sich in dieser Region der italienische Jesuit Roberto de Nobili (1577-1656) die Gewänder eines hinduistischen Predigers – eines Sadhu oder Sanyasin – über und predigte in der Muttersprache der Einheimischen von Jesus Christus.

Auch Franziskanermönche gehörten zu den ersten Christen in Indien. Der Franziskaner Giovanni de Montecorvino kam im Jahr 1293 und missionierte in den folgenden 20 Jahren vor allem in den Westghats, einem Gebirge an der indischen Westküste. Der französische Dominikaner Jordanus Catalanus der Serverac wurde im Jahr 1329 zum ersten lateinischen Bischof des Bistums Quilon (heute Kollam in Kerala) ernannt. Im Jahr 1348 kam mit Giovanni de Marignolli zudem der erste päpstliche Gesandten nach Quilon.

Erste Missionswelle: Portugiesen, Spanier, Franzosen und Niederländer

Doch der Großteil des Christentums auf dem indischen Subkontinent geht in seiner heutigen Form und Ausdehnung auf zwei Missionswellen zurück. Die erste war die der Portugiesen und Spanier, der Franzosen und Niederländer. Der zweite war die der Briten mit ihrer Ostindien-Kompanie, der Church of England und den britischen Missionarsgesellschaften.

Als die aus drei Schiffen bestehende Flotte des portugiesischen Entdeckers Vasco da Gama 1498 das Kap der Guten Hoffnung umsegelte, in Sansibar einen arabischen Losten an Bord nahm und wenig später in den Hafen von Calicut (heute Kozhikode in Kerala) einlief, muss der Seefahrer überrascht gewesen sein, denn was er in Indien vorfand, war eine pulsierende und wohlhabende christliche Gemeinde. Er hatte dagegen einen zwar reichen aber heidnischen Subkontinent erwartet, den es zu zivilisieren und wegen seiner feinen Stoffe und Gewürze auszubeuten galt. Die portugiesische Präsenz ist womöglich das am besten dokumentierte Kapitel der politischen und religiösen Geschichte Indiens – und sie hat tiefe und unauslöschliche Spuren hinterlassen, denn die Kolonialmacht stützte die Missionsarbeit.

Die Portugiesen zeigten während ihrer Herrschaft sowohl das freundliche als auch das brutale Gesicht kolonialer Herrschaft. Ein rigides Militärregime, ein ausbeuterisches Wirtschaftssystem und die gefürchtete Inquisition zermalmten die üppige Landschaft von Goa bis in den Süden Keralas. Goa ist bis heute eine kulturelle Insel mit einer erstaunlichen Mischung aus portugiesischer Vergangenheit und hinduistischer Antike geblieben. Und mittendrin finden sich die sterblichen Überreste des berühmtesten Mannes, der je den Duft der Frangipani-Blüten in der vom Monsunregen geschwängerten Luft geatmet hat – der Heilige Franz Xaver, einer der Wegbereiter christlicher Mission in Asien.

Zweite Missionswelle: Ostindien-Kompanie und Anglikanische Kirche

England, die andere Seemacht jener Zeit, wartete zunächst ab. Die Ostindien-Kompanie erhielt ihre Gründungsurkunde von Königin Elisabeth am letzten Tag des Jahres 1600. Kurz darauf segelten ihre Schiffe mit anglikanischen Geistlichen an Bord nach Surat in Gujarat. Der örtlicher Herrscher gewährte der Ostindien-Kompanie das Recht, Handel zu treiben. Surat wurde Hauptsitz der Engländer von wo sie im Zangengriff Stützpunkte in Bombay, Madras und Kalkutta etablierten.

Überraschenderweise unterstützte die Ostindien-Kompanie die ersten Missionare der anglikanischen Kirche kaum, woraufhin viele gezwungen waren, ihrer Arbeit in den gastfreundlicheren Nachbarkolonien der Niederländer und Franzosen nachzugehen. Ein möglicher Grund für die Zurückhaltung der Kompanie könnte das Beispiel der Portugiesen gewesen sein, die es auch wegen des missionarischen Eifers der Kirche nicht geschafft hatten, ihre Stellung in Indien zu behaupten. Auch der großartige William Carey, der als Vater der indischen Renaissance gilt, begann sein missionarisches Werk im Jahr 1801 in der niederländischen Kolonie Serampore als Professor für die bengalische Sprache. Später beherrschte er auch Sanskrit, die Sprache der antiken indischen Schriften. Carey hat seinen Platz in den Herzen der indischen Christen gefunden, weil er damit begonnen hat, die Bibel in die Sprachen des Subkontinents zu übersetzen.

Die Konsolidierung des indischen Staates unter britischer Herrschaft nach dem Aufstand von 1857 eröffnete neue Möglichkeiten. In dieser Zeit kam es zu Massenkonvertierungen in Tamil Nadu und Andhra (damals Madras Presidency), im ungeteilten Punjab, in den Stammesregionen von Chhota Nagpur in Zentralindien und in den bis dahin nahezu unzugänglichen Gebirgsketten des Nordostens an der Grenze zu Burma und China. Diese Phase des Christentums, die eng mit der ausländischen Kolonialmacht verbunden ist, wirkt bis heute nach. So haben die sozialen und politischen Folgen der Missionierung die indischen (Neu-)Christen bereits vor der Unabhängigkeit in eine Identitätskrise gestürzt. Und bis heute tun sie sich schwer, ihre Wurzeln als indische Christen zu definieren.

Historiker der Neuzeit bewerten die Rasanz der Massenkonvertierungen und die tiefe Abneigung einiger Missionare gegen die Traditionen der indigenen Religionen und Bräuche als Fehler. Mahatma Gandhisah in der Arbeit der Missionare eine Verarmung der Kultur. Die Debatte darüber hält an – innerhalb und außerhalb der Kirche. Zur Verteidigung der Missionare schrieb der Parlamentarier Mani Shankar Aiyer einmal: "Die christlichen Missionare haben fast überall in Indien gute Arbeit geleistet. Wir brauchen nur auf Mutter Theresa zu schauen. Die größten religiösen Erfolgen haben sie zudem in abgelegenen Regionen errungen, in die der Hinduismus auch nach 5000 Jahren nicht vorgedrungen war.

"Indiens Christen haben Vertrauen in den säkularen Staat"

In der Geschichte des unabhängigen Indiens hat es fast keine Posten in Politik, Verwaltung oder Militär gegeben, der nicht einmal von Christen ausgefüllt worden wäre. Christen waren Gouverneure und Ministerpräsidenten, Minister und Richter. Christen haben Heer, Luftwaffe und Marine in Kriegs- wie Friedenszeiten kommandiert. Sie sind Künstler und Autoren, denen man nicht das Label der Religion anhängt, sondern die man nach ihren Leistungen bewertet. Christliche Institutionen wie Schulen und Universitäten leisten ihren Beitrag für die Gesellschaft und stehen jungen Menschen aller Religionen offen.

Die indischen Christen sind empfindsam gegenüber äußeren Einflüssen, die ihnen ihre indische Identität absprechen wollen. In seiner unschuldigen Form zeigen sich Vorurteile und Klischeevorstellungen in populären Filmen als Bollywood, in denen Christen als Kriminelle oder schwachsinnige Priester gezeigt werden, oder die Christen insgesamt als eine Gemeinschaft mit einer laxen Sexualmoral. Gefährlicher sind die wiederholten Versuche, die Abneigung gegenüber Missionaren auszunutzen, das Schreckgespenst extraterritorialer Loyalitäten der Christen an die Wand zu malen oder Geistliche unter dem Vorwand Missionierung verhindern zu wollen, in ihrer normalen Arbeit zu einzuschränken. Dabei hat die Kirche offiziell erklärt, dass Missionierung im 21. Jahrhundert nicht zu den Prioritäten gehöre, ihr Augenmerk vielmehr auf Frieden, Gerechtigkeit und Familie liege.

Gleichwohl gibt es Gruppen und Individuen an den politischen Rändern, die immer wieder austesten, wie weit sie bei der Konfrontation mit der christlichen Gemeinschaft gehen können. Die Antikonvertierungsgesetze in Bundesstaaten wie Gujarat, Madhya Pradesh oder Chhattisgarh, die gewaltsamen Übergriffe in Kandhamal in Orissa oder in Mangalore in Karnataka (beide 2008) haben die Christen geschockt. Gleichwohl haben sie nicht das Vertrauen in den säkularen indischen Staat und in die offene Gesellschaft verloren. Die Gegner der indischen Christen haben erkennen müssen, das die Nation als Ganzes hinter den Christen steht. Und die Christen selbst haben ihre konfessionellen Differenzen und den alten Streit über Litanei und Liturgie begraben, um Bedrohungen gemeinsam entgegentreten zu können.

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Autor: John Dayal für bpb.de
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