Das Taj Mahal in Agra ist das Wahrzeichen Indiens.

Politik

Eine Frau des Karbi Stammes wählt an einer Wahlmaschine.Eine Frau des Karbi Stammes nimmt an den Wahlen zum indischen Parlament teil. (© picture-alliance/dpa)

Die Indische Union ist die bevölkerungsreichste Demokratie der Welt. Doch wie hat sich das politische System seit der Unabhängigkeit entwickelt, wie stabil ist es? Welche Rolle spielen die Parteien? Wer sind die wichtigsten Entscheidungsträger? Und welchen innen- und außenpolitischen Herausforderungen stehen sie gegenüber?

Präsidentenpalast in Neu Delhi, 2011.

Indiens politisches System

Die Indische Union ist die bevölkerungsreichste Demokratie der Welt, denn nach der Unabhängigkeit im August 1947 ist gelungen, ein gefestigtes politisches System aufzubauen - trotz weit verbreiteter Armut sowie ethnischer, religiöser und sprachlicher Vielfalt.

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Eine elektronische Wahlmaschine wird im März 2014 der Öffentlichkeit in Dehli vorgestellt.

Parteien

In Indien gibt es bislang nur zwei Parteien mit nationaler Reichweite – die Kongresspartei und die hindunationalistische Indische Volkspartei BJP. Ein neuer politischer Akteur könnte die indische Parteienlandschaft jedoch grundlegend verändern: die Aam Aadmi Party. Nach ihrem Achtungserfolg in der Hauptstadtregion Delhi tritt sie bei den Unterhauswahlen 2014 erstmals landesweit an.

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Jugendliche Mitglieder der hindu-nationalistischen Rashtriya Swayamsevak Sangh (RSS) in Jammu, 2011.

Kampfansage an die Demokratie

Der Hindunationalismus propagiert die Überlegenheit einer gesellschaftlichen Mehrheit gegenüber Minderheiten wie Muslimen und Christen. Mehr noch: In der sogenannten Hindu-Nation soll es keinen gleichberechtigten Platz für andere geben. Die Indische Volkspartei BJP, der politische Arm der Hindunationalisten, könnte nach den Parlamentswahlen an die Macht zurückkehren.

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Down with Mayang Regime - Nieder mit der Fremdbestimmung (Mayang ist Manipuri und bedeutet soviel wie Fremde/Ausländer)

Subir Bhaumik

Region in permanenter Unordnung

Im Nordosten Indiens entstanden nach der Unabhängigkeit von Großbritannien nach und nach sieben Bundesstaaten – Arunachal Pradesh, Assam, Manipur, Meghalaya, Mizoram, Nagaland und Tripura. Liebevoll werden sie die "Sieben Schwestern" genannt. Doch "Mutter Indien", so sagen viele, meint es nicht gut mit ihren Töchtern. Bereits 1947 griffen in den Naga-Bergen die ersten Gruppen zu den Waffen, um gegen die neuen "Besatzer" zu kämpfen. Auch andere Ethnien lehnten sich auf. Bis heute ist die Region nicht zur Ruhe gekommen. Ändern könnte sich das langfristig durch wirtschaftliche Entwicklung und die Öffnung des Nordostens in Richtung China und Südostasien.

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Zwei chinesische Soldaten am Nathu-La-Pass, Grenzgebiet zwischen Indien und China.

Michael Radunski

Partner und Rivalen

Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Indien und China scheinen stabil und partnerschaftlich. In vielen anderen Bereichen herrscht dagegen große Rivalität. Wie sich das Verhältnis der asiatischen Großmächte zukünftig entwickelt, wir die Welt von morgen entscheidend prägen. Die USA haben das erkannt und den außenpolitischen "Schwenk nach Asien" bereits vollzogen. In Europa wird die Entwicklung indes noch immer kaum reflektiert.

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120725) -- NEW DELHI, July 25, 2012 () -- India's new President Pranab Mukherjee (front) inspects a guard of honor at the Presidential Palace after taking the oath in New Delhi, India, July 25, 2012. India's former Finance Minister Pranab Mukherjee was sworn in as the country's new president Wednesday. (/Partha Sarkar) (cl)

Parteisoldat erobert Staatsspitze

Nach mehr als 40 Jahren als Parlamentarier, Minister und einflussreicher Parteifunktionär hat Pranab Mukherjee seine politische Karriere mit der Übernahme des höchsten Staatsamtes der Republik Indien gekrönt. Nominiert von der regierenden Kongresspartei, wurde der Bengale Ende Juli 2012 mit großer Mehrheit zum Präsidenten gewählt.

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Manmohan Singh am Tag seiner Abdankung beim indischen Staatspräsidenten Pranab Mukherjee.

Große Hoffnungen und vertane Chancen

Zehn Jahre lang wurde Indien von einer Koalition unter Führung der Kongresspartei regiert. Premierminister war der Ökonom Manmohan Singh. Die Bilanz seiner Regierungszeit fällt zwiespältig aus. Während die erste Amtsperiode von politischen und ökonomischen Erfolgen geprägt war, überschatten Wirtschaftskrise und Korruptionsskandale die zweite. Auch Singhs Führungsschwäche wird in Erinnerung bleiben.

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Studenten informieren mit einer Theater-Performance über den Right To Information Act.

Macht durch Transparenz

Undurchsichtige Strukturen in Politik und Verwaltung fördern die Korruption. In Indien haben Aktivisten das Recht auf Informationsfreiheit als eine möglich Lösung für das Problem identifiziert, wobei die Schaffung von Transparenz und die öffentliche Kontrolle staatlicher Ausgaben im Mittelpunkt stehen. Ein entsprechendes Gesetz wurde bereits 2005 verabschiedet. Doch nachhaltige Veränderungen lassen auf sich warten.

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Die umkämpfte Kaschmir-Region grenzt nicht nur an Indien und Pakistan, sondern auch an China.

"Jahrzehnte voller Verletzungen und Verrat"

Der Konflikt um die Region Kaschmir belastet das Verhältnis zwischen Indien und Pakistan seit 1947 – bis heute. Die Stimmung im indischen Teil Kaschmirs ist zudem von einem anhaltenden Misstrauen gegenüber der Regierung in Neu-Delhi geprägt, die nach Ansicht vieler Kaschmiren ihr legitimes Recht auf Selbstbestimmung unterdrückt.

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Bei einem, den maoistioschen Rebellen zugeschriebenen, Anschlag auf einen Zug kamen 2010 im indischen Bundesstaat West-Bengalen 65 Passagiere ums Leben, mehr als 200 wurden verletzt.

Krieg im Herzen des Landes

Maoistische Rebellen kontrollieren in Ost- und Zentralindien ganze Landstriche, in denen der indische Staat kaum noch präsent ist. Unterstützt werden sie von den dort lebenden Menschen, deren Alltag von Hunger und Armut geprägt ist. Die Regierung tut sich schwer, dem Problem Herr zu werden – auch weil sie die Ursachen nicht ernst genug nimmt.

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Publikation zum Thema

Indien Bd. 10104

Indien

Indien fasziniert. Zugleich fehlt es nicht an schockierenden Nachrichten von dort. Das Land gilt als die größte Demokratie der Welt, aber vieles in Indien nimmt eine widersprüchliche, oft schwer verständliche Entwicklung. Bernard Imhaslys Länderporträt möchte einen differenzierten Blick auf das riesige Land werfen.Weiter...

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Indien: Das Gleichgewicht der Gegensätze

Diese Sendung analysiert die Wirtschaft des Schwellenlandes Indien, das bis heute von großer Ungleichheit geprägt ist.

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Konfliktporträts

Kaschmir

Die Lage in Kaschmir ist angespannt wie schon lange nicht mehr. Von Pakistan unterstützte Terrorgruppen haben mehrfach indische Militärstützpunkte angegriffen. Im von Indien kontrollierten Teil Kaschmirs löste die Tötung eines Rebellenführers Unruhen aus, die von Sicherheitskräften massiv unterdrückt wurden.

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Die Naxaliten

Die Naxaliten sind eine maoistische Gruppierung in Indien, die mittlerweile auf ca. 20-30 Prozent des Staatsgebietes aktiv ist.

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