Freiheitsturm in Teheran

Iran

Die Islamische Republik Iran verbindet republikanische und theokratische Institutionen. Der "Herrschende Rechtsgelehrte" hat eine zentrale Machtstellung, zugleich gibt es politischen Wettstreit im Land. Viele Iraner und Iranerinnen fordern mehr politische Freiheit. Zunehmend geht es ihnen aber auch um Arbeit und soziale Gerechtigkeit. Denn 40 Jahre nach der Islamischen Revolution kriselt die Wirtschaft: Das Land leidet unter internationalen Sanktionen und unter Korruption. Die Ökonomie wird dominiert durch das Militär und religiöse Stiftungen, die in erster Linie sich selbst bereichern. Nicht zuletzt sieht sich das Land mit gravierenden Umweltproblemen konfrontiert.

Neben diesen inneren Krisen baut Iran außenpolitisch seinen Einfluss in der Region aus. Doch nicht nur die Rivalität mit Saudi-Arabien ist bedrohlich, auch die Konflikte mit Israel und den USA eskalieren immer wieder. Erfahren Sie im Dossier mehr über ein facettenreiches Land, das aktuell gleich mehrere Krisen zu lösen hat.

Eine Frau hält ein Foto des geistlichen Oberhauptes Ajatollah Ali Chamenei in die Höhe, 5. Juni 2018.

Wilfried Buchta

Machtkonstante Theokratie: Iran nach 1979

Irans politisches System ist einmalig: Es verschränkt republikanische und theokratische Institutionen. Trotz ideologischer Widersprüche sowie innen- und außenpolitischer Krisen ist die Islamische Republik bemerkenswert stabil. Der Iran-Experte Wilfried Buchta erklärt, warum.

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Der iranische General Qassem Soleimani sitzt zwischen anderen Militärs, undatiertes Foto.

Interview mit Walter Posch

"Soleimani war kein allmächtiger Strippenzieher"

Der getötete General Qassem Soleimani sei zu einer Kunstfigur stilisiert worden, sagt der Iranist Walter Posch. Über den Auftrag von Soleimani, die Beziehungen zwischen Iran und Irak – und warum es in Iran wieder soziale Proteste geben könnte.

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Im Dezember 1978 kommen rund eine Million Menschen in Teheran zu einer Anti-Schah-Demonstration zusammen.

Chronik

Die Geschichte Irans 1941 bis 2020

Von der Besetzung durch britische und sowjetische Truppen und die Revolution 1979 über den Irak-Iran-Krieg, den Tod des Revolutionsführers Chomeini und die Reformbewegung 2009 bis hin zur Wiener Nuklearvereinbarung von 2015: ein Überblick über die Geschichte Irans von 1941 bis 2020.

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Video

Feminin - Masculin

In der von Männern dominierten Gesellschaft Irans ist Faranazh Shiri eine Ausnahme. Sie ist die erste Busfahrerin im Land, und sie betreibt ihre eigene Firma. In Iran gibt es in Bussen unterschiedliche Bereiche für Männer und Frauen. Während Frauen üblicherweise hinten einsteigen, sitzen die Männer vorne beim Busfahrer. In Faranazh Shiris Bus ist es allerdings genau umgekehrt. Hier sitzen die Frauen vorn und die Männer hinten. Das führt täglich zu Diskussionen.

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Das Geschäft mit dem Öl dominiert Irans Wirtschaft. Das Land besitzt 11 Prozent der nachgewiesenen Erdölreserven weltweit. (Ölraffinerie in Iran)

Martin Beck

Energie und Wirtschaft in Iran

Iran besitzt nach Saudi-Arabien die größten Erdölreserven weltweit und gehört zu den wichtigsten Nettoerdölexporteuren. Gleichwohl leidet Irans Wirtschaft unter hoher Arbeitslosigkeit und Inflation. Die Gewinne aus dem Ölgeschäft dienen keiner nachhaltigen Wirtschaftspolitik, sondern einer populistischen Verteilungspolitik. Martin Beck analysiert Wirtschaft und Energiesektor Irans.

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Mit dem Einmarsch der US-Truppen im Irak wurde zugleich ein Rivale Irans ausgeschaltet; Teheran hegt nun regionale Machtambitionen. (Irans Präsident Mahmoud Ahmadinedschad (vorne links) begrüßt Iraks Ministerpräsident Nuri al-Maliki in Teheran, Juni 2008

Johannes Reissner

Iran und die Region

Bush sah in Iran einen Schurkenstaat, Obama will nun verhandeln. Das Land ist wichtig für den Friedensprozess im Nahen und Mittleren Osten. Irans Ambitionen als Regionalmacht werden von seinen Nachbarstaaten jedoch skeptisch aufgenommen. Johannes Reissner analysiert die regionale Machtordnung und Interessen.

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Führungskräfte: Irans Vizepräsident Reza Rahimi, Präsident Ahmadinedschad und Chameneis Berater Akbar Velayat im Gespräch. (von links)

Die Macht der Wächter

Iran galt lange als Mullah-Staat. Doch der Klerus hat längst an Einfluss verloren. Schleichend aber stetig entwickelt sich Iran zu einer Militärdiktatur, die Reformbewegung bleibt außen vor. Alessandro Topa skizziert den Aufstieg der Revolutionsgarden und ein neues altes Machtgefüge in Teheran.

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Ungeachtet der rechtlichen Ungleichbehandlung ist Iran heute ein Land, in dem zwei Drittel aller Studenten Frauen sind.

Frauen und Frauenbewegung in Iran

Es ist das Bild verschleierter Frauen, das die Wahrnehmung von iranischen Frauen prägt. Doch zugleich sind zwei Drittel der Studierenden Frauen. Die Islamische Revolution brachte zwar eine massive Benachteiligung, aber nicht den gesellschaftlichen Ausschluss von Frauen. Katajun Amirpur berichtet.

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Große Demonstration gegen den Schah in der Innenstadt von Teheran, 9. Oktober 1978.

Irans Geschichte: 1941 bis 1979

Mit Duldung des Westens steigt Mohammed Reza Schah ab den 1950er Jahren zum Alleinherrscher auf. 1963 wird erstmals Ajatollah Ruhollah Chomeini politisch aktiv, der später zur identitätsstiftenden Figur der Islamischen Revolution werden sollte. Monika Gronke fasst die Ereignisse zusammen.

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Dossier

Antisemitismus

Antisemitismus ist eine antimoderne Weltanschauung, die in der Existenz der Juden die Ursache aller Probleme der heutigen Welt sieht. Das Dossier beleuchtet Geschichte und Gegenwart der Judenfeindschaft und hilft, sie zu entlarven.

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Videoprojekt

Atlas des Arabischen Frühlings

Die Video-Edition des Atlas des Arabischen Frühlings nimmt die Umbrüche in Tunesien, Libyen, Syrien, Ägypten und ihren Nachbarländern unter die Lupe und berichtet über deren überregionale Folgen.

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Informationen zur politischen Bildung

Naher Osten

Was führte zum Arabischen Frühling, der 2011 im Nahen Osten die herrschenden Machtverhältnisse erschütterte? Und welche Bilanz lässt sich fünf Jahre später ziehen? Blick auf eine Region in der Krise.

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Zuflucht gesucht

Navid aus Iran

Navid gehört zur Volksgruppe der Kurden und ist in Iran Unterdrückung ausgesetzt. Mit seiner Mutter flieht er nach Europa. Die Eingewöhnung fernab der Heimat fällt ihm nicht leicht.

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