Dossierkopf Iran

Iran

Im März 1979 stimmten die Iraner zu 98 Prozent für die Islamische Republik. Für viele bedeutete sie vor allem die Erlösung von der Diktatur des Schahs. Die Islamische Republik entwickelte sich seitdem zu einem widersprüchliches System, das republikanisch-demokratische und theokratisch-autoritäre Elemente vereinigt. Heute herrschen krasse soziale Gegensätze. Irans Gesellschaft ist jung und gut gebildet, aber gerade jungen Menschen droht die Arbeitslosigkeit. Zensur und staatliche Repressionen sind allgegenwärtig. Manche Journalisten, Blogger und Künstler schaffen sich dennoch eigene Räume und stellen bohrende Fragen an ihre Politiker.

Von 1989 bis 1997 ist Akbar Haschemi Rafsandschani (l.) Irans Präsident. Neben ihm sitzt das geistliche Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei.

Wilfried Buchta

Die Islamische Republik Iran

Irans politisches System ist einmalig: Es vereinigt republikanisch-demokratische und theokratisch-autoritäre Elemente. Trotz ideologischer Widersprüche, innen- und außenpolitischer Krisen sowie heftiger Richtungskämpfe innerhalb der Elite ist die Islamische Republik beachtlich stabil. Anlässlich des 25. Jahrestages der islamischen Revolution 2004 zeichnete der Iran-Experte Wilfried Buchta ihre Entwicklung nach. Weiter...

Eine Unterstützerin des Präsidentschaftskandidaten Mir Hossein Mussawi bei einer Wahlkampfveranstaltung in Tehran im Juni 2009.

Rudolph Chimelli

Iran ist anders

Als im Frühjahr 2011 die Menschen in Tunesien und Ägypten ihre Regierungen stürzten, blickte die Welt erneut auch auf Iran: Im Sommer 2009 hatte es dort Massendemonstrationen gegen das Regime gegeben, die sogenannte Grüne Bewegung forderte Reformen. Doch der Protest wurde blutig unterdrückt. Die Chancen auf eine Neubelebung sind gering, meint der Nahost-Experte Rudolph Chimelli. Weiter...

Flash-Zeitleiste

Chronologie: Iran 1941 bis 2010

Im Sommer 1941 marschieren britische und sowjetische Truppen in Iran ein. Reza Schah, Irans König, muss abdanken und geht ins Exil. Sein Sohn Mohammed Reza besteigt mit Billigung der Besatzungsmächte den Thron. Weiter...

Eine junge Frau filmt mit ihrem Handy während einer Wahlkampfveranstaltung des oppositionellen Präsidentschaftskandidaten Mir Hossein Mousavi im Juni 2009.

Interview

Das Netz gehört nicht nur den Dissidenten

Die Revolution wird nicht getwittert, so Bettina Gräf. Die Islamwissenschaftlerin am Zentrum Moderner Orient Berlin betrachtet das Internet als einen Faktor unter vielen, wenn es um die Dynamik sozialer Bewegungen geht. Das zeige sowohl die "Grüne Bewegung" in Iran 2009 als auch der "Arabische Frühling" 2011. Derweil plant das Regime in Iran ein "Halal-Internet": ein paralleles Netz mit ausschließlich islamisch korrekten Inhalten, kontrolliert durch den Staat Weiter...

Iran: Solidaritätsaktion im Netz: "Wir alle sind Majid." Staatliche Medien hatten dem oppositionellen Studentenführer Majid Tavokoli vorgeworfen, sich "feige als Frau verkleidet" zu haben.

Nasrin Alavi

Helden und Verbrecher

Soziale Netzwerke spielten für die iranische Oppositionsbewegung im Sommer 2009 eine wichtige Rolle. Doch die von den internationalen Medien heraufbeschworene "Twitter-Revolution" gab es nie, schreibt Nasrin Alavi. Dennoch bleiben Filme, Bilder, Tweets und Blogs ein zentrales Mittel der Menschen, um Gerechtigkeit einzuklagen, meint die iranische Blog-Expertin. Ein Stimmungsbild aus der iranischen Blogosphäre. Weiter...

Video

Feminin - Masculin

In der von Männern dominierten Gesellschaft Irans ist Faranazh Shiri eine Ausnahme. Sie ist die erste Busfahrerin im Land, und sie betreibt ihre eigene Firma. In Iran gibt es in Bussen unterschiedliche Bereiche für Männer und Frauen. Während Frauen üblicherweise hinten einsteigen, sitzen die Männer vorne beim Busfahrer. In Faranazh Shiris Bus ist es allerdings genau umgekehrt. Hier sitzen die Frauen vorn und die Männer hinten. Das führt täglich zu Diskussionen. Weiter...

Das Geschäft mit dem Öl dominiert Irans Wirtschaft. Das Land besitzt 11 Prozent der nachgewiesenen Erdölreserven weltweit. (Ölraffinerie in Iran)

Martin Beck

Energie und Wirtschaft in Iran

Iran besitzt nach Saudi-Arabien die größten Erdölreserven weltweit und gehört zu den wichtigsten Nettoerdölexporteuren. Gleichwohl leidet Irans Wirtschaft unter hoher Arbeitslosigkeit und Inflation. Die Gewinne aus dem Ölgeschäft dienen keiner nachhaltigen Wirtschaftspolitik, sondern einer populistischen Verteilungspolitik. Martin Beck analysiert Wirtschaft und Energiesektor Irans. Weiter...

Mit dem Einmarsch der US-Truppen im Irak wurde zugleich ein Rivale Irans ausgeschaltet; Teheran hegt nun regionale Machtambitionen. (Irans Präsident Mahmoud Ahmadinedschad (vorne links) begrüßt Iraks Ministerpräsident Nuri al-Maliki in Teheran, Juni 2008

Johannes Reissner

Iran und die Region

Bush sah in Iran einen Schurkenstaat, Obama will nun verhandeln. Das Land ist wichtig für den Friedensprozess im Nahen und Mittleren Osten. Irans Ambitionen als Regionalmacht werden von seinen Nachbarstaaten jedoch skeptisch aufgenommen. Johannes Reissner analysiert die regionale Machtordnung und Interessen. Weiter...

Führungskräfte: Irans Vizepräsident Reza Rahimi, Präsident Ahmadinedschad und Chameneis Berater Akbar Velayat im Gespräch. (von links)

Die Macht der Wächter

Iran galt lange als Mullah-Staat. Doch der Klerus hat längst an Einfluss verloren. Schleichend aber stetig entwickelt sich Iran zu einer Militärdiktatur, die Reformbewegung bleibt außen vor. Alessandro Topa skizziert den Aufstieg der Revolutionsgarden und ein neues altes Machtgefüge in Teheran. Weiter...

Ungeachtet der rechtlichen Ungleichbehandlung ist Iran heute ein Land, in dem zwei Drittel aller Studenten Frauen sind.

Frauen und Frauenbewegung in Iran

Es ist das Bild verschleierter Frauen, das die Wahrnehmung von iranischen Frauen prägt. Doch zugleich sind zwei Drittel der Studierenden Frauen. Die Islamische Revolution brachte zwar eine massive Benachteiligung, aber nicht den gesellschaftlichen Ausschluss von Frauen. Katajun Amirpur berichtet. Weiter...

Im Dezember 1978 kommen rund eine Million Menschen in Teheran zu einer Anti-Schah-Demonstration zusammen. Eine Massenprotestbewegung hatte sich organisiert.

Irans Geschichte: 1941 bis 1979

Mit Duldung des Westens steigt Mohammed Reza Schah ab den 1950er Jahren zum Alleinherrscher auf. 1963 wird erstmals Ajatollah Ruhollah Chomeini politisch aktiv, der später zur identitätsstiftenden Figur der islamischen Revolution werden sollte. Monika Gronke fasst die Ereignisse zusammen. Weiter...

 

Dossier

Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad spricht während einer Konferenz in Teheran mit dem Titel "Die Welt ohne Zionismus".

Antisemitismus

Antisemitismus ist eine antimoderne Weltanschauung, die in der Existenz der Juden die Ursache aller Probleme der heutigen Welt sieht. Das Dossier beleuchtet Geschichte und Gegenwart der Judenfeindschaft und hilft, sie zu entlarven. Weiter... 

Dossier

Illegale afghanische Flüchtlinge schauen aus einer Gefängniszelle im Shahid Arbabi Flüchtlingslager in Zahedan, Iran.

Menschenrechte

Auf der Flucht vor Zwangsheirat, hinter Gittern wegen der "falschen" Meinung, in der Textilfabrik von Kindesbeinen an: Auch sechzig Jahre nach Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte ist die Frage nach Freiheit und Würde des Menschen aktuell. Sind Menschenrechte universell? Wer verfolgt Verstöße gegen Menschenrechte? Und wie sieht die Situation in verschiedenen Regionen aus? Weiter... 

Infografiken

Die Vereinten Nationen

Die Vereinten Nationen

Warum wurden die Vereinten Nationen gegründet? Welche Ziele und Aufgaben haben sie? Was ist der Sicherheitsrat und welche Rolle spielt Deutschland? Die 11 Infografiken geben Antworten und zeigen anschaulich, wie die UN aufgebaut sind. Weiter...