Dossierbild Polen

Politik

1989 war Polen Vorreiter der Demokratisierung in Ostmitteleuropa. Es war aber eines der letzten Länder, das nach mehreren Provisorien 1997 eine neue demokratische Verfassung verabschiedete. Die Verhandlung am so genannten "Runden Tisch" waren dabei für die noch heute gültige Kompetenzverteilung prägend. Ein wichtiges Ziel der Politik der 90er-Jahre war der EU-Beitritt: Seit 2004 ist Polen ein selbstbewusstes und konfliktbereites Mitglied.

57 Teilnehmer aus Regierung, Kirche und Opposition nehmen 1989 an den Gesprächen am Runden Tisch zur Zukunft Polens teil.

Klaus Ziemer

Das Verfassungssystem

Die heutige Kompetenzverteilung zwischen Staatspräsident, Regierung und Parlament geht auf die 1989 am Runden Tisch getroffenen Vereinbarungen zurück. Über die Zwischenstufe der "Kleinen Verfassung" von 1992 wurden die Kompetenzen des Präsidenten zunehmend beschnitten, so dass ein parlamentarisch-präsidiales System entstand. Weiter...

Der polnische Präsident Aleksander Kwasniewski bei der Unterzeichnung der ersten polnischen Verfassung. Die neue Verfassung ersetzt die kommunistischen Ära, die im Jahr 1952. Die demokratischen Reformen begannen im Jahr 1989. Polen verpflichtet sich zu einem demokratischen System, das persönliche Freiheit und privates Eigentum garantiert.

Klaus Ziemer

Der Präsident

Das polnische Staatsoberhaupt ist der Präsident, der in allgemeinen Wahlen für eine Amtszeit von jeweils fünf Jahren gewählt wird. Seit den Gesprächen des Runden Tischs ist sein Kompetenzbereich stark beschnitten worden. Stärkste politische Waffe des Präsidenten bleibt sein Vetorecht gegen Gesetze des Parlaments. Weiter...

Ministerpräsident Jerzy Buzek, rechts, legt den Eid vor dem polnischen Präsident Aleksander Kwasniewski, links,ab. Polens neue solidarisch geführte Regierung nimmt ihre Arbeit auf. Die anderen Anwesenden sind nicht identifizierte Mitglieder des Presidential Office.

Klaus Ziemer

Die Regierung

1997 wird Jerzy Buzek Premierminister einer Koalitionsregierung. Er ist der einzige Regierungschef, der eine komplette Wahlperiode im Amt war. Zuvor hat Polen ebensoviele Regierungschefs wie Jahre zwischen 1989 und 1997 liegen. Weiter...

Blick auf das polnische Parlament im Juli 2006.

Klaus Ziemer

Das Zweikammer-Parlament

Das Parlament setzt sich aus den zwei Kammern Sejm und Senat zusammen. Im Sejm dominiert die Gesetzgebund das Selbstverständnis der Abgeordneten. Der Senat gilt hingegen als "Kammer der Reflexion", in der Gesetze verändert werden. Weiter...

Die Menschen in Wroclaw feiern in der Nacht auf den 1. Mai 2004 den Beitritt Polens zur EU.

Thomas Mehlhausen

Polens Rolle in der EU

Polens Europapolitik ist noch immer stark von den Beziehungen zu Deutschland und Russland geprägt. Thomas Mehlhausen erläutert die Stellung des Landes innerhalb der EU seit den Verhandlungen am Runden Tisch 1989 und gibt einen Ausblick auf die polnische Ratspräsidentschaft. Weiter...

Der neue polnische Präsident Lech Walesa küsst seine Frau Danuts in seinem Wahlkampf-Hauptquartier in Danzig, nach dem Sieg der Präsidentschaftswahl.

Bildergalerie

Politische Entwicklungen seit 1989

Mit den Gesprächen am Runden Tisch 1989 beginnt für Polen eine Phase des politischen Umbruchs. Knapp zehn Jahre später wird über einen Beitritt zur EU verhandelt. Seit 2004 gehört Polen zur Europäischen Union. Weiter...

 

Dossier

Deutsch-polnische Beziehungen

Deutsche und Polen verbindet eine schwierige Beziehung, die noch immer überschattet wird von den deutschen Verbrechen während des Zweiten Weltkriegs. Wie stehen die beiden Staaten heute zueinander? Weiter...