Silhouette einer Moschee.

20.10.2014 | Von:
Gereon Schloßmacher

Religionszugehörigkeit in der Türkei

Etwa 99 Prozent der türkischen Bevölkerung ist muslimischen Glaubens. Wie sich die Gläubigen innerhalb des Islams aufteilen, ist jedoch umstritten. Offizielle Daten dazu gibt es nicht.

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Etwa 99 Prozent - also beinahe die gesamte Bevölkerung der Türkei - ist muslimischen Glaubens. Die Mehrheit sind Hanafiten und hängen einem sunnitischen Islam an. Wie sich diese 99 Prozent jedoch genau aufteilen, ist umstritten. Offizielle Daten dazu gibt es nicht. 1965 fragte der türkische Staat im Zensus das letzte Mal nach der ethnischen und konfessionellen Herkunft seiner Bürger.

Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland schätzt, dass ca. 20 Prozent der Muslime in der Türkei Aleviten sind. Andere Schätzungen variieren zwischen 15 und 25 Prozent.

Nach ebenfalls inoffiziellen Schätzungen gliedern sich die Nicht-Muslime in der Türkei, die nur noch 1 Prozent der Bevölkerung ausmachen, in ca. 60.000 armenische Christen, 23.000 Juden, 15.000 syrisch-orthodoxe Christen, 3.500-4.000 Griechisch-orthodoxe Christen, 2.500 römisch-katholische Christen, 2.500 Protestanten sowie 1.000 Baha’i.

Das Osmanische Reich, das 1923 durch die Republik Türkei abgelöst wurde, nutzte die Religion zur Unterscheidung von Minderheiten. Hierauf geht die Anerkennung von Minderheiten im Vertrag von Lausanne von 1923 zurück, in dem die Republik Türkei offiziell als Staat sowie ihre Grenzen anerkannt wurden: Der Vertrag unterscheidet nur zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen und verpflichtet den Türkischen Staat zum Schutz der nicht-muslimischen Minderheiten, also Juden und Christen (Armenier und Griechen). Kurden und Aleviten gelten als Muslime und werden daher nicht als Minderheit anerkannt.

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