Silhouette einer Moschee.

19.2.2018 | Von:
Dr. Yaşar Aydın

Partei des Rechten Weges (DYP)

Doğru Yol Partisi

Gründungsjahr
1983
Umbenennung und Neugründung
Çetin Özaçıkgöz
Parlamentswahl Juni 2015
0,06 %
Parlamentswahl November 2015 
0,03 %
Letzte Regierungsbeteiligung
1996-1997
Umbenennung und Neugründung
2007Gründungsjahr
1983
Umbenennung und Neugründung
Çetin Özaçıkgöz
Parlamentswahl Juni 2015
0,06 %
Parlamentswahl November 2015
0,03 %
Letzte Regierungsbeteiligung
1996-1997
Umbenennung und Neugründung
2007
Die DYP (Doğru Yol Partisi) gilt als gemäßigt konservative Partei mit einer national-traditionellen Ausrichtung. Sie war die Nachfolgeorganisation der nach dem Militärputsch von 1980 verbotenen Adalet Partisi (AP). Im Gegensatz zur gleichzeitig gegründeten ANAP war die DYP vor allem in ländlichen Gebieten stark verankert. Nachdem 1987 das politische Betätigungsverbot für verschiedene Politiker, das im Zuge des Militärputsches verhängt worden war, wieder aufgehoben wurde, trat die DYP bei den vorgezogenen Parlamentswahlen im gleichen Jahr unter der Leitung von Süleyman Demirel zu Wahl an und wurde aus dem Stand drittstärkste politische Kraft.

Bei der Wahl 1991 wurde die DYP dann stärkste Kraft und bildete mit der SHP eine Koalitionsregierung. Trotz weitreichender Ankündigungen, den Demokratisierungsprozess weiter voranzutreiben, wurden in den Bereichen Menschenrechte, Kurdenkonflikt und Verfassungsreform keine wesentlichen Verbesserungen erreicht. Nach dem unerwarteten Tod des Staatspräsidenten Turgut Özal wurde Süleyman Demirel 1993 vom Parlament zu dessen Nachfolger gewählt. Den Parteivorsitz übernahm die Wirtschaftsprofessorin Tansu Çiller. Sie wurde als erste und bislang einzige Frau Ministerpräsidentin der Türkei.

Nach der Wahl im Jahr 1995 bildete die DYP eine Koalitionsregierung mit der Wohlfahrtspartei (RP). Die Koalitionsregierung wurde 1997 auf Betreiben der Militärs zu Fall gebracht.[1] In den folgenden Jahren sank die DYP kontinuierlich in der Wählergunst und scheiterte schließlich mit Mehmet Ağar an der Spitze bei der Parlamentswahl 2002 an der Zehnprozenthürde. 2007 nannte sich die DYP in "Demokrat Parti" (DP) um und sieht sich seither in der Nachfolge der DP, die 1960 verboten wurde. Eine im gleichen Jahr gescheiterte Fusion mit der ANAP wurde dann doch 2009 unter dem Namen Demokrat Parti (DP) vollzogen.

Noch im Jahr der Umbenennung zu DP (2007) wurde eine neue Partei mit dem Namen DYP von ehemaligen Mitgliedern gegründet, die mit der Namensänderung nicht einverstanden waren. Die neue DYP spielt politisch derzeit kaum eine Rolle in der Türkei.

Fußnoten

1.
1997 sah das Militär die Verfassung und laizistische Ausrichtung der Türkei durch die islamisch ausgerichtete Politik von Ministerpräsident Necmettin Erbakan bedroht. Die Generäle legten dem Regierungschef daher während einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates am 28. Februar 1997 einen Forderungskatalog vor, der Erbakans eigener islamisch ausgerichteten Politik völlig widersprach. Erbakan setzte einige Forderungen um, andere ignorierte er. Schließlich beugte er sich jedoch dem Druck des Militärs und trat am 30. Juni 1997 zurück, um einer unfreiwilligen Entmachtung zuvorzukommen.
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Autor: Dr. Yaşar Aydın für bpb.de
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