Ein syrischer Soldat mit einer AK-47 an einem Checkpoint In Damaskus, 21.08.2013.

Konzepte, Strategien und Tätigkeitsfelder der Bearbeitung innerstaatlicher Konflikte

Für die Vorbeugung, Bearbeitung und Überwindung innerstaatlicher Gewaltkonflikte hat sich inzwischen eine umfangreiche Palette an Konzepten, Strategien und Instrumenten herausgebildet. Die Beiträge decken das gesamte Spektrum an Handlungsmöglichkeiten und alle Konfliktphasen ab – von der Prävention über Verhandlungen bis hin zur Sicherheitssektorreform und Versöhnung.

Jan Egeland (UN) mit Joseph Kony und Vincent Otti (LRA)

Romy Stanzel

Menschenrechte und Zivile Konfliktbearbeitung

Menschenrechtsarbeit und zivile Konfliktbearbeitung haben sich zunächst unabhängig voneinander entwickelt. Erst in den letzten Jahren hat eine Annäherung beider Felder stattgefunden. Die Einbeziehung der Menschenrechtsperspektive in die Konfliktbearbeitung trägt der engen Verknüpfung von Menschenrechten und Frieden Rechnung. Weiter...

Eine pbi-Freiwillige auf einer Demonstration in Guatemala.

Johannes Stiebitz

Internationale Schutzbegleitung von MenschenrechtsverteidigerInnen

In mehreren Konfliktländern begleiten international zusammengesetzte Teams einheimische MenschenrechtsaktivistInnen. Ziel der Schutzbegleitung ist es, durch die internationale Präsenz die AktivistInnen vor gewalttätigen Aktionen zu schützen. Insbesondere in Lateinamerika hat diese Arbeit eine lange Tradition. Weiter...

Zwei Kriegsreporter stehen mit Video- und Fotokamera auf einer Straße in Gaza-Stadt. Sie tragen Schutzwesten und Helme, um sich vor Beschuss zu schützen. Die blauen Westen tragen die Aufschrift "Press".

Lutz Schrader

Konfliktsensitiver Journalismus

Medien prägen entscheidend die Wahrnehmung von Konflikten in der Öffentlichkeit. Von der Art und Weise ihrer Berichterstattung hängt ab, welches Bild sich die Konfliktparteien und der Rest der Welt von der Auseinandersetzung machen. In diesem Sinne sind sie zumindest eine indirekte Konfliktpartei. Weiter...

Zu sehen, wie andere Menschen misshandelt, vergewaltigt und getötet werden, liegt jenseits "normaler" menschlicher Erfahrungen. Solche traumatischen Ereignisse lösen existentielle Bedrohung und Todesangst aus.

Karin Griese

Traumaarbeit

Die unbearbeiteten Folgen traumatischer Gewalterfahrungen können bis in die nächsten Generationen hinein wirken. Unterstützungsangebote in Kriegs- oder Nachkriegsregionen müssen auf verschiedenen Ebenen ansetzen, um erfolgreich zu sein. Weiter...

Afghanische Straßenkinder in einer Schule in Kabul im Juli 2011.

Julia Strasheim, Felix Haaß

Demokratisierung

In der Theorie verspricht die Demokratisierung von Nachkriegsstaaten, Konflikte künftig friedlich auszutragen. Grundlage ist ein institutionelles Regelwerk, das auf Wahlen und Mitwirkung beruht. In der Praxis geht die Förderung von Demokratisierung jedoch mit einigen Dilemmata einher. Weiter...

Mehrere Hundert Protestplakate sind der Menschenrechtsorganisation "Gesellschaft für bedrohte Völker" am 8. Dezember 2006 vor der Neuen Wache in Berlin. Mit den Plakaten, die rote Hände zeigen, forderten die Demonstranten vor dem Tag der Menschenrechte am 10. Dezember die Bundesregierung auf, sich verstärkt für ein Ende der Gewalt in der Region Darfur im Süd-Sudan einzusetzen.

Lutz Schrader

Krisen- und Gewaltprävention

Durch rechtzeitige und angemessene Maßnahmen der Früherkennung und Prävention von Gewaltkonflikten können Menschenleben verschont und Kosten für Militäraktionen und Wiederaufbau gespart werden. Nicht minder wichtig ist die Verhinderung der chronischen Verhärtung von Konflikten. Weiter...

Straßenbau in Kigali (Ruanda).

Dunja Brede

Konfliktbearbeitung und Entwicklungszusammenarbeit

Entwicklungszusammenarbeit ist ein Schlüssel, um die Folgen von Bürgerkriegen zu überwinden und die strukturellen Ursachen von Gewalt abzubauen. Es besteht ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Entwicklungschancen auf der einen Seite sowie Gewaltminderung und Friedensförderung auf der anderen. Weiter...

Ein afghanischer Mann überquert eine Straße, kanadische ISAF-Soldaten vor der kanadischen Station in Kabul am 14.10.2003 patrouillieren. Der UN-Sicherheitsrat einstimmig zu geben und internationalen Friedenstruppen in Afghanistan, um ihre Arbeit außerhalb der Hauptstadt Kabul zu erweitern.Der UN-Sicherheitsrat hat die Ausweitung des Truppenmandats in Afghanistan beschlossen.

Andreas Heinemann-Grüder

Sicherheitssektorreform

Reformen des Sicherheitssektors zielen darauf ab, die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten, das staatliche Gewaltmonopol wiederherzustellen und Rechtsstaatlichkeit zu garantieren. Im Kontakt mit den komplexen Realitäten in den Post-Konfliktgesellschaften sind die Ansprüche externer Akteure deutlich bescheidener geworden. Weiter...

Bosnische Muslime demonstrieren im Februar 2007 in Sarajevo gegen die Entscheidung des Internationalen Strafgerichtshofs, Serbien vom Vorwurf des Völkermords freizusprechen

Natascha Zupan

Vergangenheitsarbeit

"Vergangenheitsarbeit" bzw. "Transitional Justice" stehen für alle Maßnahmen, die darauf gerichtet sind, in Diktatur und Krieg begangenes Unrecht aufzuarbeiten, anzuerkennen und zu ahnden. Nur so können langfristig demokratische Institutionen konsolidiert werden und wirkliche Versöhnung stattfinden. Weiter...

Zwei Männer überqueren eine Brücke über den Fluss Ibar in der ethnisch geteilten Stadt Mitrovica im Kosovo (März 2009).

Lutz Schrader

Versöhnung

Wie soll eine Gesellschaft in der Zukunft zusammenleben, die durch Gewalt tief gespalten ist? Unbearbeitete Schrecken der Vergangenheit können stets neue Zerwürfnisse auslösen. Darum sind Versöhnung und Heilung sozialer Beziehungen zwischen ehemaligen Konfliktparteien so wichtig. Weiter...

Der Sonderbeauftragte der Arabischen Liga, Lakhdar Brahimi, bei den Syrien-Verhandlungen in Genf am 28. Januar 2014.

Lutz Schrader

Verhandlung und Vermittlung

Verhandlungen sind das Mittel der Wahl, um Konflikte auszuräumen und erst gar nicht eskalieren zu lassen, aber auch um bereits gewaltsam ausgetragene Auseinandersetzungen beizulegen. Verhandlungen sind deutlich kostengünstiger als militärische Ausscheidungskämpfe. Nicht zu reden von den Folgen kriegerischer Gewalt. Weiter...

Arbeiter stellen ein neues Verkehrszeichen für den Skopje Flughafen, der in Alexander der Große umbenannt wurde, auf.

Lutz Schrader

Identitätspolitik in Friedensprozessen

Die externe Friedensförderung in Post-Konfliktgesellschaften widmet Fragen der Zugehörigkeit, Kultur und Religion immer noch zu wenig Aufmerksamkeit. Zugleich nutzen unverantwortliche Eliten diese kulturellen Ressourcen, um ihre Kontrolle über den Staat und die Ausgrenzung anderer Gemeinschaften zu rechtfertigen. Weiter...

Immer wieder wird Hilfsorganisationen der Zugang zu umkämpften Gebieten versagt - so etwa in Syrien. Zahlreiche syrische Städte werden belagert und sind von Hilfe abgeschottet. Anfang Februar 2016 kam ein Hilfskonvoi des Internationalen Roten Kreuzes in der syrischen Stadt Moadamiyeh an.

Katrin Radtke

Nothilfe und Konfliktbearbeitung

In fast allen innerstaatlichen Konflikten wird humanitäre Hilfe geleistet. Ziel dieser Hilfe ist es, die Not der betroffenen Bevölkerung zu lindern. Nicht immer wirkt sich die Hilfe automatisch auch positiv auf die bestehenden Konflikte aus. Weiter...

Indische Schülerinnen bei einer Veranstaltung zum Internationalen Friedenstag 2009.

Miriam Schroer-Hippel

Gender und Konfliktbearbeitung

Die Analyse von Geschlechterbeziehungen ermöglicht es, bewaffnete Konflikte besser zu verstehen. Auf dieser Grundlage können Friedensprozesse so gestaltet werden, dass alle Bevölkerungsgruppen davon profitieren. Genderorientiertes Peacebuilding bedeutet, in Richtung eines geschlechtergerechten Friedens zu arbeiten. Weiter...

UN-Mitarbeiter verteilten im Jahr 2005 das Brett-Spiel "Der Weg zum Frieden" an afghanische Flüchtlinge, um sie über die Vergangenheit und die Zukunft Afghanistans zu belehren.

Uli Jäger

Bildungsarbeit und Friedenserziehung in Post-Konfliktgesellschaften

Kriege entstehen in den Köpfen. Bildung und Erziehung können den Kreislauf unterbrechen, wenn sie die Folgen von Krieg und Gewalt verdeutlichen und Räume für gemeinsames Lernen schaffen. Es geht vor allem um die Vermittlung eines gewaltfreien Umgangs mit Konflikten. Weiter...

Iraker versammeln sich vor dem  Gebäude des Justizministerium, das bei einer Explosion, die mindestens 155 Menschen getötet hat, zerstört wurde.

Daniel Lambach

Institutionenaufbau

Seit einigen Jahren versucht die internationale Gemeinschaft, staatliche Institutionen in Krisenländern zu stärken, um dadurch die meist fragilen Friedensprozesse zu stabilisieren. Entsprechende Versuche scheitern jedoch, wenn sie nicht in die sozialen und kulturellen Verhältnisse vor Ort eingebettet sind. Weiter...

Afghanische Männer holen Lebensmittel aus einem CARE Lebensmittel Distributionszentrum des Hilfsprogramm für Witwen in Kabul, Afghanistan.

Carla Schraml

Wirkungsmessung und Evaluierung

Wie lässt sich die Wirkung lokaler Dialogarbeit in Konfliktregionen bemessen? Wie kann im Osten der DR Kongo die Entwicklungszusammenarbeit wirksamer zu einem stabilen Frieden beitragen? Was ist an den Projekten des Zivilen Friedensdienstes verbesserungswürdig? Evaluierung hilft, Antworten auf solche Fragen zu finden. Weiter...

 

Interaktives Portal

Informationsportal Krieg und Frieden

Die weltweiten Militärausgaben sind 2013 leicht zurückgegangen - auf 1,7 Billionen US-Dollar. Welches Land gibt wie viel für sein Militär aus? Und wer bezieht die meisten Waffen aus Deutschland? Das interaktive Portal liefert Antworten auf sicherheitspolitische Fragen. Weiter... 

Trauernde Eltern in Syrieneuro|topics-Debatte

Eskalation im syrischen Bürgerkrieg

Nach Berichten über einen Giftgasangriff in der Nähe von Damaskus erwägen die USA einen Militäreinsatz gegen das Regime von Baschar al-Assad. Was kann eine Intervention der internationalen Gemeinschaft im syrischen Bürgerkrieg bewirken? Weiter... 

Ägyptische Sicherheitskräfte in der Nähe der al-Fateh Moschee am Ramses Platz in Kairoeuro|topics-Debatte

Ägypten in der Hand der Militärs

Ägyptens Generäle verteidigen nach dem Putsch gegen den gewählten Präsidenten Mursi ihre Macht mit aller Härte. Die Sicherheitskräfte gehen unnachgiebig gegen Muslimbrüder vor. Bereitet das Militär den Weg für Neuwahlen oder ist der Arabische Frühling in Kairo am Ende? Weiter... 

Koalition gegen den IS: v. l. n. r. der ägyptische Außenminister Sameh Shukri, der kuwaitische Außenminister Sabah Al-Khalid al-Sabah, der saudische Außenminister Prince Saud al-Faisal, der amerikanische Außenminister John Kerry, der Außenminister Omans, Yussef bin Alawi bin Abdullah, der Außenminister Bahrains, Sheikh Khaled bin Ahmed al-Khalifa und der libanesische Außenminister Gebran Bassil am 11.09.2014 in Jiddah, Saudi Arabien.euro|topics-Debatte

Breites Bündnis gegen IS

Rund 40 Staaten haben sich unter US-Führung zusammengeschlossen, um die Terrormiliz IS zu bekämpfen. Sie soll unter anderem mit Luftschlägen und der Unterstützung gemäßigter syrischer Rebellen gestoppt werden. Steht ein neuer Anti-Terror-Krieg bevor? Weiter... 

Der syrische Präsident Assad während eines Interviews mit der BBC, 08.02.2015.euro|topics-Debatte

Kein Frieden ohne Assad?

Angesichts der Flüchtlingskrise rückt der Krieg in Syrien wieder stärker in den Fokus. Einige Länder erwägen Luftschläge gegen IS-Stellungen, andere eine Zusammenarbeit mit dem Assad-Regime. Wie können die Ursachen der Flucht von Millionen Syrern bekämpft werden? Weiter... 

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Sicherheitspolitische Presseschau

Die Anschläge vom 11. September haben die Welt verunsichert. Seit 2001 stellt die bpb eine ausführliche und kommentierte Linkliste zusammen zu den Folgen des Terrorismus und den verschiedenen Aspekten der internationalen Sicherheitspolitik. Weiter...