US-Soldaten in Afghanistan

Sicherheitspolitische Presseschau

Sicherheitspolitische Presseschau

Linkliste "Internationale Sicherheitspolitik und die Folgen des Terrors"



Die Anschläge vom 11. September 2001 haben die Welt verunsichert. Weltweit wird über die Ursachen und Folgen diskutiert. Woher kommt der Terrorismus? Wer sind seine Akteure? Gibt es einen Kampf der Kulturen? Wie kann eine internationale Sicherheitspolitik gestaltet werden? Und wie verhalten sich Freiheit und Sicherheit in Zeiten terroristischer Bedrohungen zueinander?

Seit 2001 stellt die bpb eine ausführliche und kommentierte Linkliste zusammen zu den Folgen des Terrorismus und den verschiedenen Aspekten der internationalen Sicherheitspolitik. Im Archiv finden Sie alle Texte, die seit 2011 gesammelt wurden. Das Archiv enthält auch Links, die nicht mehr funktionieren oder auf Texte verweisen, die nicht mehr frei erreichbar sind.

Diese Linksammlung stellt keine Meinungsäußerung der bpb dar, d.h. die Aufnahme in die Liste bedeutet nicht, dass die bpb mit den Meinungen auf den jeweiligen Websites übereinstimmt. Ziel dieser täglichen Übersicht ist es vielmehr, eine Orientierung über die Bandbreite der internationalen Diskussionen und Positionen zu den Folgen des 11.9. und den damit verbundenen aktuellen Entwicklungen in Politik und Gesellschaft mit zu ermöglichen.

Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe der Presseschau

Links vom 11.02.2016

2.1. Deutschland / Europa

Netzpiloten vom 05.02.2016

"Wie der Ausnahmezustand die Grundrechte untergräbt"

http://www.netzpiloten.de/ausnahmezustand-grundrechte-frankreich-paris/

Annika Kremer kritisiert auf netzpiloten.de die französische Regierung für ihre Entscheidung, den Ausnahmezustand wegen der Pariser Terroranschläge zu verlängern. "Auch, wenn diejenigen, die ungerechtfertigt zum Ziel von Polizeiaktionen oder Verdächtigungen werden, zweifellos am meisten unter der Situation zu leiden haben, betreffen Situationen wie die in Frankreich nicht nur diese Menschen, sondern die ganze Gesellschaft. Das Klima der Angst, das sich durch derart massive Eingriffe der Behörden ausbreitet, erfasst leicht die ganze Gesellschaft und führt zu Konformität, Selbstzensur und einer Einschränkung kontroverser politischer Situationen. Es ist festzuhalten: Frankreich ist zwar ein Extremfall, steht mit seiner bedenklichen Rhetorik aber nicht alleine. Auch in Deutschland ist es schon seit 2001 üblich, mit einer 'erhöhten Bedrohungslage', der 'terroristischen Bedrohung' und ähnlichen Konzepten zu argumentieren. So wird ein ständiges Klima der Angst geschaffen. Der Ausnahmezustand wird so schleichend zum Normalfall." Weiter...


Blätter für deutsche und internationale Politik vom 11.02.2016

"Sexualisierte Gewalt: Nein heißt Nein!"

https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2016/februar/sexualisierte-gewalt-nein-heisst-nein

"Das Bild der Frau, die nicht allein über ihren Körper bestimmen darf, sitzt noch immer tief. Es ist allerhöchste Zeit, dass sich das ändert", schreibt Annett Mängel in ihrem Beitrag für die Blätter für deutsche und internationale Politik. "Hätten all jene, die noch bis vor kurzem Frauen geraten haben, 'doch die Bluse' zuzumachen, sich schon früher lautstark für die sexuelle Selbstbestimmung der Frau eingesetzt, dann könnten viele Kölner Opfer wenigstens damit rechnen, dass die Täter angeklagt und verurteilt würden. Doch dafür kommt das neue Strafrecht zu spät, rückwirkende Schuldsprüche kann es nicht geben. Zu befürchten ist, dass in diesem Fall lediglich die Anzeigen wegen Vergewaltigung zu einer Verurteilung führen könnten, sofern die Täter ermittelt werden und zusätzliche Gewalt ausgeübt wurde – etwa, indem das Opfer von einigen Tätern festgehalten wurde, damit andere es missbrauchen können. Alle anderen sexualisierten Übergriffe werden voraussichtlich straflos bleiben, Verurteilungen wird es allenfalls wegen Diebstahls geben.Schuld daran ist eine seit Jahrzehnten von Feministinnen beklagte Schutzlücke: Um den Straftatbestand der sexuellen Nötigung zu erfüllen, muss Gewalt jenseits des sexuellen Übergriffs angedroht oder ausgeübt oder mit einem 'empfindlichen Übel' gedroht worden sein. Das führt dazu, dass eine Vielzahl angezeigter Vergewaltigungen mit einer Einstellung des Verfahrens enden." Weiter...


Al-Arabiya vom 11.02.2016

"Erdogan threatens to send refugees outside Turkey"

http://english.alarabiya.net/en/News/middle-east/2016/02/11/Erdogan-threatens-to-send-refugees-outside-Tu
rkey.html

Der türkische Präsident Erdogan hat angesichts europäischer Forderungen nach einer Öffnung der Grenze für syrische Flüchtlinge damit gedroht, Millionen bereits aufgenommene Flüchtlinge in andere Länder zu schicken. "'We do not have the word 'idiot' written on our foreheads. Don’t think that the planes and the buses are there for nothing. We will do the necessary,' Erdogan told a business forum in Ankara. 'In the past we have stopped people at the gates to Europe, in Edirne we stopped their buses. This happens once or twice, and then we’ll open the gates and wish them a safe journey, that’s what I said,' he said on Thursday, referring to a Turkish city close to the borders of both Greece and Bulgaria. (...) Turkey has bore the brunt of the migration crisis triggered by regional chaos. The country is currently home to about 2.5 million refugees. The Turkish government struck a deal with the EU in November to halt the flow of refugees, in return for $3.2 billion in financial assistance." Weiter...


Foreign Policy vom 09.02.2016

"Paris Is on Wartime Footing"

http://foreignpolicy.com/2016/02/09/paris-is-on-wartime-footing-hollande-valls-isis-state-of-emergency/

Die französische Regierung erinnere in ihrer Reaktion auf die Terrorismusgefahr im eigenen Land an die US-Regierung unter Präsident George W. Bush nach den Anschlägen vom 11. September, meint Leela Jacinto. Die geplante Verfassungsänderung gehe in vieler Hinsicht sogar über die gesetzlichen Maßnahmen der Bush-Regierung hinaus. "At this rate, France is beginning to make the likes of George W. Bush and his infamous legal advisor Alberto Gonzales seem like a bunch of cheese-eating surrender monkeys. (...) It’s political high season in France, and all eyes are on the 2017 presidential election. Political party pundits are reading from the same hymnal, which maintains there’s a 'droitisation' — or rightward lurch — in the public mood. Party bosses are straining so far right, they’re starting to topple over. When Nicolas Sarkozy was president, he proposed a 'déchéance de nationalité' — or stripping of French nationality — in terrorism cases, which was greeted by howls of protest and petitions signed by leftist intellectuals and politicians such as Hollande and [French Prime Minister Manuel Valls]. The most public proponent of the measure in government today? Monsieur Valls." Weiter...


2.4. Naher und Mittlerer Osten, Maghreb

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 12.02.2016

Einigung auf Feuerpause für Syrien

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/verhandlungen-in-muenchen-einigung-auf-feuerpause-
fuer-syrien-14065883.html

Die USA und Russland sowie weitere 15 Staaten haben sich im Vorfeld der Münchener Sicherheitskonferenz (12.-14. Februar) auf eine Waffenruhe im Syrienkonflikt geeinigt, berichtet u.a. faz.net. "Nach fünf Jahren Bürgerkrieg mit hunderttausenden Toten sollen in Syrien binnen einer Woche die Waffen schweigen: Auf dieses Ziel verständigten sich die Vereinigten Staaten, Russland und wichtige Regionalmächte in der Nacht auf diesen Freitag in München." Weiter...


Spiegel Online vom 11.02.2016

"Kriegsfolgen: Studie geht von halber Million Todesopfer in Syrien aus"

http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-11-5-prozent-der-bevoelkerung-laut-scpr-tot-oder-verletzt-a-
1076783.html

Eine Studie des Syrian Centre for Policy Research (SCPR) verweist auf doppelt so viele Todesopfer im syrischen Bürgerkrieg wie bislang angenommen. "11,5 Prozent der syrischen Bevölkerung seien bereits getötet oder verletzt wurden. Dies ergab eine Studie des Syrian Centre for Policy Research (SCPR), aus der der britische 'Guardian' exklusiv zitiert. Auch der Reichtum des Landes und die Infrastruktur seien 'beinahe ausgelöscht', heißt es in der Studie mit dem Titel 'Confronting Fragmentation'. Sie soll laut einem Eintrag auf der Facebook-Seite der Gruppe am Donnerstagmittag offiziell in Beirut vorgestellt werden." Weiter...


Zeit Online vom 10.02.2016

"E-Mail aus Aleppo"

http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-02/syrien-krieg-aleppo-protokoll/komplettansicht

Der syrische Journalist Zouhir al Shimale ist als einer der wenigen Journalisten im syrischen Aleppo geblieben und berichtet in einer eMail über die aktuelle Situation. Zeit Online veröffentlicht seine Nachricht im deutscher Übersetzung. "Mit russischer Unterstützung rücken syrische Regierungstruppen, Einheiten der libanesischen Hisbollah und Pro-Assad-Milizen in Aleppo vor. Menschenrechtsorganisationen zufolge sind bei den Gefechten rund um die lange von Rebellen kontrollierte Stadt allein in den vergangenen Tagen Hunderte Menschen ums Leben gekommen, darunter viele Zivilisten. Zehntausende sind vor den russischen Luftangriffen auf der Flucht. Laut Schätzungen harren noch immer etwa 300.000 Menschen in den von Rebellen kontrollierten Vierteln aus. Wir haben aus der Berliner ZEIT-ONLINE-Redaktion heraus viele Male versucht, den syrischen Journalisten Zouhir al Shimale in Aleppo per Telefon zu erreichen. Doch das Telefonnetz funktioniert kaum, es gibt keine stabile Verbindung. Nun erreichte uns eine E-Mail von Zouhir, die wir hier veröffentlichen." Weiter...


Foreign Policy Research Institute vom 11.02.2016

"Getting Serious about North Africa"

http://www.fpri.org/articles/2016/02/getting-serious-about-north-africa

Der marokkanische Publizist Ahmed Charai stellt fest, dass viele Verantwortliche für Terrorpläne in Europa und den USA aus Nordafrika stammen. Die Region sei dabei, für die Terroristen der Al-Qaida und des "Islamischen Staates" zum neuen Afghanistan zu werden. Nur Marokko sei offenbar in der Lage, sich dieser Entwicklung aus eigenen Kräften entgegen zu stellen. "Admittedly, to hold out Morocco as an example for other North African countries is problematic: In enacting constitutional reforms and investing in the Moroccan south, King Mohammed VI has been drawing on a legitimacy born of centuries and a network of strong foreign alliances cultivated over decades. Both the needs and the capacities of other countries in the area are more basic, as well as more dire. Their war-weary leaderships and populations are far from self-reliant, requiring significant assistance in order to establish a semblance of stability. Accordingly, they urgently need the United States to champion their development, the forging of social and political reforms, and the investment necessary for economic growth." Weiter...


2.5. Zentral- und Ostasien

The National Interest vom 11.02.2016

"Indonesia: The Reluctant Giant"

http://nationalinterest.org/feature/indonesia-the-reluctant-giant-15178

Vikram Nehru von der Carnegie Endowment for International Peace erklärt, warum Indonesien, in vielen Bereichen eines der größten und wirtschaftlich erfolgreichsten Länder der Welt, bisher auf der internationalen Bühne keine bedeutsamere Rolle spiele. "The answer is that Indonesia has been unwilling — and unable — to use its strategic location and economic heft to project power regionally and globally. Indonesia has been unwilling to project power internationally because it has been well served by the current regional and global order and has seen no reason to make any fundamental change to the status quo. (...) Over the next quarter century, however, these dynamics are likely to change, shaped by global megatrends that will affect all countries. (...) Unfortunately the country’s foundations of national power — its resource base, economic performance and military capabilities — render it unable to meet these new threats and project power abroad to advance its long-term strategic interests. For the foreseeable future, Indonesia will remain a country that will punch well below its weight in international affairs." Weiter...


3. Bündnisse und internationale Diplomatie

Vox vom 10.02.2016

"14 hard truths on Syria no one wants to admit"

http://www.vox.com/2016/2/10/10958878/syria-truths

Max Fisher erläutert anhand von 14 Stichpunkten, warum der Westen sich von seinen bisherigen Vorstellungen über eine Lösung des Syrienkonflikts verabschieden sollte. Ein realistischer Friedensplan werde die Interessen Russlands und Irans berücksichtigen und Präsident Assad eine, möglicherweise symbolische, Position in der künftigen Regierung zugestehen müssen. "Pundits and politicians often confuse analytical findings with moral judgments. It is common to argue that Russia and Iran are bad actors in Syria (as indeed they are) and that therefore the US should choose a policy of maximal belligerence toward them because it is the most morally satisfying course. Unfortunately, such a policy would not fix Syria and would bring considerable downsides, including the risk of war between the world's two leading nuclear powers. Of course, negotiating with Russia and Iran also carries downsides. But the point is that even though we dislike these countries, they are major components of the war, and we have to acknowledge this reality, painful as it may be, if we want to do anything about Syria." Weiter...


International Crisis Group vom 09.02.2016

"Yemen: Is Peace Possible?"

http://www.crisisgroup.org/en/regions/middle-east-north-africa/iraq-iran-gulf/yemen/167-yemen-is-peace-po
ssible.aspx

Die International Crisis Group hat sich in einer neuen Studie mit Vorschlägen zur Beendigung des Krieges in Jemen beschäftigt. Kurzfristig sieht die Organisation allerdings keine Aussicht auf eine diplomatische Lösung des Konflikts. "The immediate future looks bleak. The war has devastated an already weak infrastructure, opened vast opportunities for AQAP [al-Qaeda in the Arabian Peninsula] and IS to expand and widened intra-Yemeni political, regional and confessional divides. The UN estimates that at least 6,000 people have been killed, including over 2,800 civilians, the majority by Saudi-led airstrikes. Even if the UN can broker an agreement to end major combat, the road to lasting peace will be long and difficult. The country is broken to a degree that requires significant time, resources and new political agreements to overcome. Without a breakthrough, it will continue descent into state disintegration, territorial fragmentation and sectarian violence. That trajectory would have calamitous consequences for Yemen’s population and severely undermine Gulf security, particularly Saudi Arabia’s, by fomenting a new refugee crisis and feeding radicalisation in the region to the benefit of violent jihadi groups." Weiter...


4. Militär und bewaffnete Konflikte

Guardian vom 11.02.2016

"Report on Syria conflict finds 11.5% of population killed or injured"

http://www.theguardian.com/world/2016/feb/11/report-on-syria-conflict-finds-115-of-population-killed-or-i
njured

Dem Syrian Centre for Policy Research zufolge sind weitaus mehr Menschen dem Krieg in Syrien zum Opfer gefallen als bisherige UN-Schätzungen vermuten ließen. Die Organisation geht in einem neuen Bericht von 470.000 Todesopfern und 1,9 Millionen Verletzten aus, was insgesamt etwa 11,5% der Gesamtbevölkerung entsprechen würde. "Of the 470,000 war dead counted by the SCPR, about 400,000 were directly due to violence, while the remaining 70,000 fell victim to lack of adequate health services, medicine, especially for chronic diseases, lack of food, clean water, sanitation and proper housing, especially for those displaced within conflict zones. 'We use very rigorous research methods and we are sure of this figure,' Rabie Nasser, the report’s author, told the Guardian. 'Indirect deaths will be greater in the future, though most NGOs [non-governmental organisations] and the UN ignore them. 'We think that the UN documentation and informal estimation underestimated the casualties due to lack of access to information during the crisis,' he said." Weiter...


Al-Monitor vom 10.02.2016

"Are the Saudis ready to fight in Syria?"

http://www.al-monitor.com/pulse/originals/2016/02/saudi-arabia-ground-troops-syria.html

Die saudi-arabische Ankündigung, möglicherweise eigene Truppen in den syrischen Bürgerkrieg zu schicken, ist bei vielen Beobachtern auf Skepsis gestoßen. Auch Madawi Al-Rasheed glaubt nicht, dass die Saudis angesichts des andauernden Krieges in Jemen zusätzliche Opfer in Syrien riskieren werden. "The war on IS remained a sidelined priority for the Saudi regime as long as it was engaged in a more important southern war in Yemen. The rise of King Salman bin Abdul-Aziz Al Saud to power in January 2015 inaugurated a new era of direct military intervention in Yemen, which became the primary focus for his son, Mohammed bin Salman, the newly appointed young minister of defense and deputy crown prince. It is doubtful that serious Saudi ground troops will be deployed in Syria despite the announced and heavily publicized promise. It must be mentioned that the regime struggled to assemble an Arab coalition willing to send ground troops to Yemen and seemed unwilling to go to war in Yemen alone." Weiter...


8. Konflikt der Kulturen

Süddeutsche Zeitung vom 10.02.2016

"Sie werden sich nur anpassen, wenn es ihnen nützt"

http://www.sueddeutsche.de/panorama/aussenansicht-legal-illegal-alles-egal-1.2857631

Die Rechtswissenschaftlerin Monika Frommel über die Hintergründe der Geschehnisse der Kölner Silvesternacht und die Notwendigkeit einer Auseinandersetzung mit Prägungen in kriminellen Milieus losgelöst von der Herkunft der Täter. "(...) wir müssen aufpassen und mit destruktiven Lernprozessen rechnen. Sie werden zunehmen, wenn auf Dauer keine adäquate Gegenreaktion kommt. Alle bekannten kriminellen Subkulturen sind extrem patriarchal geprägt. Für diese in Gruppen gelernte Kriminalität ist es nun einmal typisch, dass man Männlichkeit nur in marginalisierter Form erreichen kann. Das Leben eines Underdog ist anstrengend. Er orientiert sich an dominanten Männern. Frauen werden in Schubladen wie Mutter, Sexobjekt oder Ehefrau/Geliebte gesteckt. (...) Was können Strafverfolgungsorgane und Ausländerbehörden mit kriminellen Subkulturen machen? Zunächst einmal sollte jede paradoxe Symbolpolitik vermieden werden. Neue Gesetze brauchen wir hier nicht. Aber das geltende Recht sollte angewandt werden. Dazu gehören auch das Sexualstraf- und das Ausländerrecht, um illegal hier Lebende abzuschieben. So kann präzise auf das Phänomen der Kölner 'Tänzer' reagiert werden. Pauschale Verdächtigungen hingegen fördern erst Kriminalität: Wieso sich legal verhalten, wenn man ohnehin ausgegrenzt wird?" Weiter...


9. Terrorismus, Fundamentalismus und Extremismus

Die Welt vom 11.02.2016

"Das sind die deutschen Treibhäuser des Terrors"

http://www.welt.de/politik/deutschland/article151967824/Das-sind-die-deutschen-Treibhaeuser-des-Terrors.h
tml

"Auch in Deutschland ist der islamische Fundamentalismus kein Randphänomen", schreibt Joachim Wagner zum Entstehen von Parallelgesellschaften in Europa, welche es so auch in Deutschland gäbe. "Ja, es war auch Glück, wenn unser Land bisher von schweren Anschlägen verschont blieb. Von 8350 Salafisten bei uns gelten dem Verfassungsschutz zehn Prozent als gewaltbereit. Fast alle, die wegen terroristischer Taten verurteilt wurden oder im 'Heiligen Krieg' in Pakistan oder Syrien kämpften, hatten sich in salafistischen Milieus radikalisiert. Indizien sprechen dafür, dass die meisten von ihnen in sozialen Brennpunkten aufwuchsen. Viele dieser Viertel haben sich in muslimische Parallelwelten verwandelt. Hier können Muslime leben wie in der Heimat: Moscheen, Koranschulen, Call Center für Kontakte nach Mossul, Kabul, Tripolis, islamische Hawala-Geldtransfers statt Banken. Orthodoxe Muslime ziehen gern in solche Quartiere – wegen billiger Mieten und weil es dort so muslimisch ist. Das Getto macht empfänglich für Propagandisten und Prediger, die Ungerechtigkeit im Westen anprangern, um den Gottesstaat als Alternative zu preisen. Ein Frust, der für den Terrorismus-Experten Guido Steinberg in Gewalt münden kann: 'Dschihadistische Milieus wurzeln in Problemvierteln großer Städte, in denen islamisch geprägte Parallelgesellschaften entstanden sind und der Staat nur halbherzig interveniert hat.' Einige dieser Viertel haben sich auch in Deutschland zu Treibhäusern terroristischer Gewalt entwickelt." Weiter...


Tageszeitung vom 11.02.2016

"Das Dilemma der anderen"

http://www.taz.de/!5276370/

"Wie werden aus normalen Jugendlichen Extremisten", fragt sich ein Bonner Jugendsozialarbeiter in seinem Gastbeitrag für die Tageszeitung, ohne seinen Namen zu publizieren. Am Beispiel eines jungen Mannes zeigt er den Weg eines kriminell gewordenen Muslim in die Radikalisierung. "Umso heftiger war für mich die Enttäuschung, als ich ihn nach Beginn der Ausbildung anrief, um zu fragen, wie die ersten Tage verlaufen seien, und er mir antwortete: 'Ich habe die Ausbildung nicht begonnen, meine Ziele haben sich geändert. Ich muss fünfmal am Tag in der Moschee beten, und das Freitagsgebet darf ich auch nicht verpassen. Ich kann nicht arbeiten, wenn dies meiner Religion im Weg steht.' Habe ich etwas verpasst? Hätte ich etwas merken müssen? Ich habe nur einen jungen Mann gesehen, der nicht mehr straffällig wurde, dafür ruhiger, höflicher und nachdenklicher. Der sich mehr mit sich beschäftigte und sich regelmäßig mit einer Gruppe junger Männer traf, um zu beten und etwas über den Islam zu lernen. Jeder Versuch, ihn umzustimmen, war zwecklos. Gebetsmühlenartig ratterte er herunter, warum man in dieser Gesellschaft nicht arbeiten muss, ja nicht mal darf: weil wir unter Ungläubigen leben, weil wir Frauen nicht die Hand geben dürfen, weil das Zusammensein mit Nichtmuslimen in Versuchung führt, Dinge zu tun, die 'haraam' (verboten) sind. Wie kann ein junger Mensch, der gerade die ersten Erfolge im Leben verzeichnet, eine derartig lebens- und gesellschaftsfeindliche Haltung einnehmen? Wie kann seine Interpretation vom Islam so dermaßen weit von meiner entfernt sein?" Weiter...


Center for Strategic and International Studies vom 08.02.2016

"Key Trends in the Uncertain Metrics of Terrorism"

http://csis.org/publication/key-trends-metrics-terrorism

Anthony H. Cordesman hat für das Center for Strategic and International Studies eine neue Studie veröffentlicht, in der er aus verschiedensten Quellen zahlreiche Daten zum internationalen Terrorismus gesammelt und empirisch aufgearbeitet hat. "Virtually all of the data available indicate that these threats to the United States and its allies remain critical and that the geographic scope and intensity of terrorism continues to increase. At the same time, there are critical problems and shortfalls in the data available, a near total lack of credible unclassified data on the cost and effectiveness of various counterterrorism efforts, and critical problems in the ways the United States approaches terrorism." Weiter...


11. Sonstige Links

Der Tagesspiegel vom 11.02.2016

"Ein Zelt überm Kopf"

http://www.tagesspiegel.de/kultur/berlinale-filme-zum-fluechtlingsthema-ein-zelt-ueberm-kopf/12945852.htm
l

Der Berliner Tagesspiegel hat sich das Programm der diesjährigen Berlinale mit Blick auf das Flüchtlingsthema durchgesehen. "Fernab der Talkshows: In allen Sektionen der Berlinale laufen Beiträge zum Topthema dieser Tage. Besonders viele Flüchtlingsfilme zeigt das Forum." Weiter...



Diese Liste wird an jedem Tag unter der Woche ergänzt. Wenn Sie weitere Texte im Internet finden, auf die wir in unseren verschiedenen Rubriken noch nicht hingewiesen haben und die für andere Nutzer interessant sein könnten, bitten wir um einen Hinweis entweder an: schilling@bpb.de oder an presseschau@buero-fuer-neues-denken.de

Im Archiv finden Sie alle Texte, die seit 2001 gesammelt wurden. Das Archiv enthält auch Links, die nicht mehr funktionieren oder auf Texte verweisen, die nicht mehr frei erreichbar sind. Wir haben uns der Vollständigkeit wegen entschlossen, alle Links im Archiv zu halten.

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