US-Soldaten in Afghanistan

Sicherheitspolitische Presseschau

Sicherheitspolitische Presseschau

Linkliste "Internationale Sicherheitspolitik und die Folgen des Terrors"



Die Anschläge vom 11. September 2001 haben die Welt verunsichert. Weltweit wird über die Ursachen und Folgen diskutiert. Woher kommt der Terrorismus? Wer sind seine Akteure? Gibt es einen Kampf der Kulturen? Wie kann eine internationale Sicherheitspolitik gestaltet werden? Und wie verhalten sich Freiheit und Sicherheit in Zeiten terroristischer Bedrohungen zueinander?

Seit 2001 stellt die bpb eine ausführliche und kommentierte Linkliste zusammen zu den Folgen des Terrorismus und den verschiedenen Aspekten der internationalen Sicherheitspolitik. Im Archiv finden Sie alle Texte, die seit 2011 gesammelt wurden. Das Archiv enthält auch Links, die nicht mehr funktionieren oder auf Texte verweisen, die nicht mehr frei erreichbar sind.

Diese Linksammlung stellt keine Meinungsäußerung der bpb dar, d.h. die Aufnahme in die Liste bedeutet nicht, dass die bpb mit den Meinungen auf den jeweiligen Websites übereinstimmt. Ziel dieser täglichen Übersicht ist es vielmehr, eine Orientierung über die Bandbreite der internationalen Diskussionen und Positionen zu den Folgen des 11.9. und den damit verbundenen aktuellen Entwicklungen in Politik und Gesellschaft mit zu ermöglichen.

Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe der Presseschau

Links vom 28.07.2016

2.1. Deutschland / Europa

Handelsblatt vom 28.07.2016

"Zum Glück bleibt sich die Kanzlerin treu"

http://www.handelsblatt.com/politik/international/angela-merkel-zu-anschlaegen-zum-glueck-bleibt-sich-die
-kanzlerin-treu/13941208.html

Bundeskanzlerin Merkel hat auf einer außerplanmäßigen Pressekonferenz ihre bisherige Flüchtlingspolitik bekräftigt und zugleich einen Neun-Punkte-Plan zur Erhöhung der Sicherheit in Deutschland angekündigt. Nach Ansicht von Klaus Stratmann habe Merkel dabei auf große Gesten und Ankündigungen verzichtet und sich auf die "Suche nach pragmatischen Lösungen" beschränkt. "Im Prinzip ist Merkels Vorgehensweise richtig. Ob sie allerdings auch vom Wahlvolk akzeptiert wird, muss sich erst noch erweisen. Große Gesten, große Worte und große Ankündigungen sind in diesen Tagen gefragt. Sie machen sich besonders gut in den elektronischen Medien. Merkel dagegen beschränkt sich darauf, dass Machbare zu skizzieren und nach pragmatischen Lösungen zu suchen. Das ist nicht spektakulär, aber es ist vernünftig und richtig." Weiter...


Frankfurter Rundschau vom 28.07.2016

"Merkel singt weiter Schlaflieder"

http://www.fr-online.de/leitartikel/pressekonferenz-merkel-singt-weiter-schlaflieder,29607566,34553516.ht
ml

Stephan Hebel meint dagegen, dass Bundeskanzlerin Merkel auf der außerplanmäßigen Pressekonferenz demonstriert habe, dass sie "faktisch gescheitert" sei. "Wieder machte dieser Auftritt den Kontrast zwischen der Unruhe im Land und dem Stil der Kanzlerin mit Händen greifbar. Ihre manchmal fast roboterhafte Sachlichkeit hat sich von der Realität noch weiter entfernt. Das Land spürt, dass es nicht mehr genügt, ein Sicherheitsgesetz hier und eine Asylverschärfung dort zu 'erarbeiten' (Merkel zählte sie reihenweise auf), damit wir alle so weiterleben können wie bisher. Deutschland ist mit einem gehörigen Schrecken aufgewacht, aber die Kanzlerin singt ihre Schlaflieder weiter. (...) Ihre Kanzlerschaft hat ein Jahrzehnt lang davon gelebt, Deutschland durch eine gefährliche Lüge in Sicherheit zu wiegen: dass Deutschland von den Konflikten, der Gewalt, den sozialen Brüchen 'da draußen' schon verschont bleiben werde, wenn wir nur alle brav früh aufstehen und all das produzieren, was wir auf Kosten derer 'da draußen' dann exportieren – vom Panzer über das Auto bis zum übriggebliebenen Hähnchenschenkel. Mit dieser Legende ist es nun vorbei. Aber Angela Merkel müsste sich selbst dementieren, gäbe sie das offen zu und stellte sie sich an die Spitze einer neuen Politik. Weil sie das nicht kann, ist sie gescheitert." Weiter...


BBC vom 28.07.2016

"How France is wrestling with jihadist terror"

http://www.bbc.com/news/world-europe-36902332

Hätte der Mord an einem katholischen Priester in der Normandie verhindert werden können? Beide radikalislamischen Täter seien den französischen Sicherheitsbehörden bekannt gewesen, einer habe sogar eine elektronische Fußfessel getragen, berichtet Laurence Peter in seinem Überblick über die aktuelle französische Sicherheitsdebatte. "A major difficulty for France and other countries targeted by jihadists is the diversity of the criminals' profiles. According to [Alain Bauer, a French professor of criminology], the idea of 'lone wolf' jihadists who 'self-radicalise' is misleading. 'What's new is the range of different jihadists,' he said. The Nice beachfront attacker, who mowed down 84 people on 14 July with a massive lorry, did have a different profile from the Paris jihadists, some of whom had trained with IS in the Middle East." Weiter...


Spiegel Online vom 27.07.2016

"Debatte über Frankreichs Sicherheitskräfte: Ungenügend"

http://www.spiegel.de/politik/ausland/frankreich-taeter-in-kirche-trug-fussfessel-scharfe-kritik-an-siche
rheit-a-1105034.html

Stefan Simons berichtet aus Paris über teils "drakonische" Vorschläge französischer Politiker zur Verbesserung der Sicherheitslage in Frankreich. "Gewiss: Noch überwiegt die kollektive Bestürzung. Die Einwohner von Saint-Étienne-du-Rouvray sind entsetzt. Die Politik verurteilt die Tat als 'feigen Akt der Barbarei'. Doch in die Emotionen, in die Verzweiflung und die Angst vor neuen Anschlägen mischen sich auch die Fragen nach Versäumnissen von Politik, Justiz und Geheimdiensten. (...) Schon das Blutbad von Nizza offenbarte Schwächen, Fehler und Nachlässigkeiten bei der Arbeit der Sicherheitsdienste, denn der Attentäter war durchaus kein isolierter islamistischer Einzeltäter. Den endgültigen Beweis für die ungenügende Überwachung angehender Terroristen lieferte jedoch der Anschlag auf das Gotteshaus am Dienstag." Weiter...


The Spectator vom 28.07.2016

"When will our politicians accept the reality of Islamic terrorism?"

http://www.spectator.co.uk/2016/07/when-will-our-politicians-accept-the-reality-of-islamic-terrorism/

Douglas Murray wirft vielen europäischen Politikern vor, die Verbindung des radikalislamischen Terrorismus zum Islam und zur Flüchtlingskrise beharrlich zu ignorieren. "The extreme interpretation may be a minority problem, but when a continent is struggling to assimilate the Muslims already here, there is a huge risk in bringing in so many immigrants from war-torn parts of the world where jihadism is already rampant. Some of this summer’s attackers were born here; others were recent arrivals. (...) The tragedy is that those in charge still refuse to face up to this problem or even find a decent political language for what is fast becoming an indecent political problem. Just this week, Jean-Claude Juncker said that however bad the terrorism gets, Europe will never give up on open borders. UN representative Peter Sutherland repeated his view that anybody who wants to live in Europe — even economic migrants — must be allowed to come here. Not to give our home over to the world would, he declared, be an affront to European values." Weiter...


Süddeutsche Zeitung vom 27.07.2016

"David S. und seine gefährlichen Freunde

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/amoklauf-david-s-und-seine-gefaehrlichen-freunde-1.3098206

Martin Bernstein und Susi Wimmer haben Erkenntnisse und Ermittlungsergebnisse zum Münchner Amoklauf gesammelt. "Der Amokläufer von München teilte mit Freunden über das Netz Mordpläne und ähnliche Gewaltfantasien, in Ludwigsburg wurde ein 15-Jähriger festgenommen. In David S.' 'Manifest' ging es vor allem um Mobbing und eine gescheiterte Schulkarriere. Die Staatsanwaltschaft geht bei der Tat in München derzeit nicht von rechtsextremistischen Motiven aus. Der 16-jährige mögliche Mitwisser des Amokläufers wird in Sicherheitskreisen als 'tickende Zeitbombe' bezeichnet - ginge es nach den Ermittlern, wäre er längst in U-Haft." Weiter...


Zeit Online vom 28.07.2016

"Attentäter trat zwei Mal im bulgarischen Fernsehen auf"

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-07/ansbach-attentaeter-fernseh-interviews-bulgarien

Der spätere Attentäter von Ansbach hat im Jahr 2013 mit Journalisten des bulgarischen Fernsehens gesprochen. "Das öffentlich-rechtliche Fernsehen wiederholte die Auszüge aus dem Jahr 2013. Darin sagt der junge Syrer unter anderem, dass er in Aleppo Mathematiklehrer gewesen sei. Er habe seine Familie verloren und daraufhin beschlossen zu fliehen. Eine TV-Reporterin, die damals mit dem jungen Mann sprach, beschrieb ihn als 'eher ruhig, zurückhaltend, sogar schüchtern'. Er habe ihr gesagt, dass er Gewalt ablehne und Menschen nicht nach ihrem Glauben und ihrer Religion einteile." Weiter...


Süddeutsche Zeitung vom 27.07.2016

"Nach Amoklauf: Polizei kämpft gegen Trittbrettfahrer"

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-nach-amoklauf-polizei-kaempft-gegen-trittbrettfahrer-1.30971
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Seit dem Amoklauf in München am vergangenen Freitag hätten mittlerweile zehn Trittbrettfahrer ähnliche Taten angekündigt, berichtet die Süddeutsche Zeitung. "Die Münchner Polizei ermittelt nach der Bluttat vom vergangenen Freitag inzwischen gegen zehn Trittbrettfahrer, die - zumeist im Internet - Amokläufe oder ähnliche Gewaltakte angekündigt haben. Für die Urheber solcher Drohungen hat das massive Folgen. Sie werden nicht nur strafrechtlich belangt, sondern auch für Kosten zur Kasse gebeten, die durch die Polizeieinsätze entstanden sind." Weiter...


Frankfurter Rundschau vom 28.07.2016

"Polizei nimmt flüchtigen Psychiatrie-Patienten fest"

http://www.fr-online.de/panorama/bremen-polizei-nimmt-fluechtigen-psychiatrie-patienten-fest,1472782,3455
2460.html

Die Frankfurter Rundschau berichtet über die geglückte Festnahme eines Psychiatriepatienten, der mit den Worten "Ich sprenge Euch in die Luft" aus einer Anstalt geflohen war. "Die Polizei hatte aber zunächst keine Hinweise, auf konkrete Pläne des Mannes für eine Tat oder Verbindungen zur Islamisten-Miliz IS. Er habe gegenüber den Behörden allerdings mit der IS-Miliz und dem jüngsten Amoklauf in München 'sympathisiert'. Der Polizei zufolge hat der Algerier einen Asylantrag in Diepholz gestellt. Er war demnach am Sonntag in die Psychiatrie eingewiesen worden, nachdem die Polizei ihn zuvor wegen Hausfriedensbruch und Diebstählen zur Verhinderung weiterer Straftaten in Gewahrsam genommen hatte." Weiter...


Spiegel Online vom 27.07.2016

"Kommunikation in unsicheren Zeiten: Rauschhafte Nähe"

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/amoklauf-in-muenchen-social-media-ist-kontraproduktiv-a-1104899.html

Sascha Lobo berichtet über sein Experiment, vor allem soziale Medien nach der Gewalttat in München auszuschalten und Nachrichten über die Tat erst im Nachklang und mit Abstand zu analysieren. Sein Fazit lautet: "Soziale Medien erscheinen mir überwiegend als Segen, aber gerade in großen Nachrichtenlagen, wenn sie spürbar ihre größte Wucht entfalten, kommen sie mir derzeit eher kontraproduktiv vor. Die mitreißende, emotionale Wirkung des Miterlebens via Social Media wird unterschätzt, auch von denen, die glauben, sie könnten dem Weltgeschehen gelassen folgen. Es werden Bilder verbreitet, die nur Monster unberührt lassen und Leute, die gern Monster wären. Der Wirkung kann man sich nur aufwendig durch mühsame Abstraktion und anstrengende Entsubjektivierung entziehen. Das aber ist komplizierter und langwieriger, wenn die Nähe zum Geschehen sich so unmittelbar anfühlt wie durch soziale Medien. In Echtzeit scheint es mir sogar fast unmöglich, selbst mit journalistischer Ausbildung." Weiter...


2.2. USA

The National Interest vom 27.07.2016

"The Democrats' Three-Way Split on Foreign Policy"

http://nationalinterest.org/blog/the-skeptics/the-democrats-three-way-split-foreign-policy-17156

A. Trevor Thrall vom Cato Institute macht darauf aufmerksam, dass die US-Demokraten sich in ihren außenpolitischen Zielen keineswegs einig seien. In der Partei gebe es drei Strömungen: "The first group is called the liberal internationalists. Their motivating ethos is that the United States is, in former Secretary of State Madeleine Albright’s words, the 'indispensable nation.' (...) Hillary Clinton, of course, is the current torchbearer for this group, which is composed primarily of well-educated and well-to-do Democrats and includes most Democratic elites and party leaders. (...) In contrast, restrained internationalists support the cooperative and economic aspects of American foreign policy but hold a much stronger preference for the use of diplomacy over the use of force. (...) Finally, the Sanders campaign has provided a huge boost to the isolationist-protectionists, who believe that the United States needs to focus its energies inward. (...) Longer term this year’s campaign suggests that liberal internationalism’s days as the Democrats’ undisputed foreign policy platform are numbered." Weiter...


The Atlantic vom 27.07.2016

"Donald Trump's Crimean Gambit"

http://www.theatlantic.com/news/archive/2016/07/trump-crimea/493280/?utm_source=feed

Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat angedeutet, dass er die russische Übernahme der Krim als US-Präsident möglicherweise anerkennen könnte. Krishnadev Calamur schreibt, dass diese Aussage in Verbindung mit den jüngsten NATO-Äußerungen Trumps in der Ukraine und Georgien Sorgen auslösen müsse. "Last year, on the anniversary of Russia’s annexation, the U.S. State Department said: 'We do not, nor will we, recognize Russia’s attempted annexation and call on President Putin to end his country’s occupation of Crimea.' Trump, as president, may reverse that policy, and if he does Ukraine won’t be the only country that worries. Another is likely to be Georgia, the former Soviet republic. A brief war with Russia — brief in that Georgia was crushed — in 2008 resulted in Russia extending support to two breakaway Georgian regions, Abkhazia and South Ossetia, and wielding its influence with the rebels there." Weiter...


2.4. Naher und Mittlerer Osten, Maghreb

Neue Zürcher Zeitung vom 28.07.2016

"Der politische Tod eines Predigers"

http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/gescheiterter-staatsstreich-in-der-tuerkei-der-politische-tod-eines-
predigers-ld.107925

Ist Erdogans stärkster Rivale am Ende, fragt Daniel Steinvorth mit Blick auf die angebliche Verwicklung Fethullah Gülens in den Putschversuch in der Türkei. "War der Putschversuch vom 15. Juli das letzte Aufbegehren der Gülenisten? Eine andere Geschichte ist in der Türkei kaum noch zu hören. Allenfalls einige Hardcore-Kemalisten, sagen manche, könnten mit Gülen-treuen Offizieren gegen Erdogan paktiert haben. Ein 'letztes Zucken' nannte der Journalist Can Dündar den Umsturzversuch – schliesslich standen für August die letzten Personalentscheide aus dem Hohen Militärrat an, wo man sich der verbliebenen Gülenisten wohl entledigt hätte. Die massiven 'Säuberungen' nach dem Putschversuch aber treffen die Bewegung ungleich härter. Und es ist fraglich, ob sie sich davon jemals erholen wird." Weiter...


2.7. Subsahara-Afrika

Tageszeitung vom 27.07.2016

"Verbrannte Erde"

http://www.taz.de/Hunger-und-Terror-in-Nigeria/!5322159/

Dominic Johnson berichtet über die Folgen des Terrorfeldzugs der Terrororganisation Boko Haram in Nigeria. "Im Jahr 2014 übernahm Boko Haram, das im Nordosten Nigerias ein Kalifat ausgerufen und dem sogenannten Islamischen Staat Treue geschworen hat, die Kontrolle über weite Teile Nordostnigerias. Hunderte Dörfer wurden zerstört, Zehntausende Menschen getötet, Millionen vertrieben. 2015 gewann der einstige Militärdiktator Muhammadu Buhari mit dem Versprechen einer harten Hand Nigerias Präsidentschaftswahlen. Seitdem hat die Armee die Terroristen zurückgedrängt. Sie kontrollieren keine zusammenhängenden Gebiete mehr, sondern sammeln sich in unzugänglichen Bergwäldern, wo sie Luftangriffen ausgesetzt sind. Zurück bleibt verbrannte Erde." Weiter...


7. Religionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 27.07.2016

"Kann eine Bombe Mensch sein?"

http://www.faz.net/aktuell/politik/die-gegenwart/terrorismus-kann-eine-bombe-mensch-sein-14344840.html

Der Historiker Michael Wolffsohn macht einen grundlegenden Unterschied zwischen den Märtyrern des Juden- und Christentums und den muslimischen Selbstmordattentätern, die von Dschihadisten ebenfalls als Märtyrer verherrlicht werden. "Ein Märtyrer ist für Juden und Christen jemand, der sich selbst für seinen Glauben, für seinen Gott, opfert. (...) Ganz anders die heutigen muslimischen Selbstmordattentäter. Ihr Märtyrertum ist offensiv. Sie sind das handelnde, andere Menschen ermordende Subjekt. Theologisch betrachtet, gleicht dieses Märtyrertum in doppelter Hinsicht Ketzerei. Ob Muslim oder nicht, bei einem Selbstmordanschlag erhebt sich ein Mensch zum Herrn über Leben und Tod anderer Menschen. (...) Sind [dschihadistische Selbstmordattentäter], fundamentaltheologisch gefragt, noch Menschen? Diese Frage stellte mir mehrfach mein 2014 verstorbener Freund Eugen Biser, der bedeutende katholische Fundamentaltheologe und Priester. Er war ein Mann des Friedens und absoluter Gewaltlosigkeit, ein wahrhaft jesuanischer Christ. Eugen Biser beantwortete die selbstgestellte Frage eindeutig. Fundamentalethisch betrachtet, könne ein Mensch nicht zugleich Mensch und Bombe sein." Weiter...


9. Terrorismus, Fundamentalismus und Extremismus

Spektrum der Wissenschaft vom 25.07.2016

"Was treibt Amokläufer an?"

http://www.spektrum.de/news/was-treibt-amoklaeufer-an/1417430

Carsten Könneker hat sich mit dem Psychiater und Amoklauf-Experten Harald Dreßing über die Psychologie von Amokläufern unterhalten. Dreßing erklärt: "Was man bei Amoktätern häufig findet, ist ein Bündel von folgenden Risikofaktoren beziehungsweise problematischen Persönlichkeitseigenschaften: niedrige Frustrationstoleranz, mangelhafte Bewältigungsstrategien, Gefühl der Verbitterung, Kränkungserlebnisse, Entfremdungserleben, mangelnde Empathie, Anspruchshaltung, Externalisierung von Verantwortung, geringe soziale Einbindung, plötzliche Verhaltensänderungen im Vorfeld der Tat, ausgeprägtes Interesse an Gewalt und Waffen sowie gewaltverherrlichenden Spielen, negative Vorbilder wie etwa andere Amokläufer sowie auch Rachefantasien. Letztlich sind das aber alles unspezifische und ubiquitär vorkommende Konstellationen. Warum ein Täter in einer solchen Verfassung vom Vorgestalten in der Fantasie – die Taten sind ja geplant und werden in der Fantasie in der Regel mehrfach durchgespielt – zum Tatentschluss kommt, ist schwer zu erklären, und das macht die Vorhersage solcher Taten auch so schwer." Weiter...


Tagesspiegel vom 27.07.2016

"Sie sehen sich als Helden eines nihilistischen Zeitalters"

http://www.tagesspiegel.de/kultur/franco-berardi-ueber-amoklaeufe-und-finanzkapitalismus-sie-sehen-sich-a
ls-helden-eines-nihilistischen-zeitalters/13930020.html

Der italienische Philosoph Franco Berardi erkennt einen Zusammenhang zwischen dem heute herrschenden Finanzkapitalismus und amoklaufenden Massenmördern. "'Helden' nennt der marxistische Philosoph Franco 'Bifo' Berardi seine Studie über 'Massenmord und Suizid'. Den Titel meint er weder ironisch noch zynisch, sondern bitter und ernst. Der 66-jährige Italiener, ein Vordenker der autonomen Linken, spricht von 'Helden eines nihilistischen Zeitalters' und dessen 'Pathologie'. Er interessiert sich für Menschen, die leiden und aufgrund ihres eigenen Leidens zu Verbrechern werden. Berardi unterzieht unsere Gesellschaft einer Radikalkritik. Der 'Drang zum Selbstmord' entspreche dem 'Triumph des neoliberalen Wettbewerbszwangs', behauptet er." Weiter...


10. Ökonomie

Guardian vom 27.07.2016

"Revealed: the £1bn of weapons flowing from Europe to Middle East"

https://www.theguardian.com/world/2016/jul/27/weapons-flowing-eastern-europe-middle-east-revealed-arms-tr
ade-syria

Ein Reporterteam des Guardians hat aufgedeckt, dass einige osteuropäische Länder in den vergangenen vier Jahren Waffen und Munition im Wert von über einer Milliarde Euro in den Nahen Osten verkauft hätten. "Thousands of assault rifles such as AK-47s, mortar shells, rocket launchers, anti-tank weapons and heavy machine guns are being routed through a new arms pipeline from the Balkans to the Arabian peninsula and countries bordering Syria. The suspicion is that much of the weaponry is being sent into Syria, fuelling the five-year civil war, according to a team of reporters from the Balkan Investigative Reporting Network (BIRN) and the Organised Crime and Corruption Reporting Project (OCCRP). Arms export data, UN reports, plane tracking, and weapons contracts examined during a year-long investigation reveal how the munitions were sent east from Bosnia, Bulgaria, Croatia, Czech Republic, Montenegro, Slovakia, Serbia and Romania." Weiter...


Al-Monitor vom 27.07.2016

"The myth of no foreign investment in post-sanctions Iran"

http://www.al-monitor.com/pulse/originals/2016/07/iran-foreign-direct-investment-fdi-post-jcpoa.html

Maysam Bizaer berichtet, dass ein Jahr nach der Unterzeichnung des internationalen Atomabkommens ein erster Anstieg der erhofften Auslandsinvestitionen im Iran zu verzeichnen sei. "Iranian President Hassan Rouhani has come under mounting criticism over what critics call his government’s inability to improve the economy and create jobs, despite having reached the nuclear deal and gotten sanctions lifted. (...) Despite all the criticism of Rouhani, his government has been able to attract a significant amount of foreign investment compared with previous years and is taking new measures to encourage further investment of $250 billion in 12 outlined sectors. Nonetheless, the truth is that it will take some time before ordinary Iranians will actually be able to see the impact of these new projects on their daily lives." Weiter...



Diese Liste wird an jedem Tag unter der Woche ergänzt. Wenn Sie weitere Texte im Internet finden, auf die wir in unseren verschiedenen Rubriken noch nicht hingewiesen haben und die für andere Nutzer interessant sein könnten, bitten wir um einen Hinweis entweder an: schilling@bpb.de oder an presseschau@buero-fuer-neues-denken.de

Im Archiv finden Sie alle Texte, die seit 2001 gesammelt wurden. Das Archiv enthält auch Links, die nicht mehr funktionieren oder auf Texte verweisen, die nicht mehr frei erreichbar sind. Wir haben uns der Vollständigkeit wegen entschlossen, alle Links im Archiv zu halten.

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