Sicherheitspolitische Presseschau

Linkliste "Internationale Sicherheitspolitik und die Folgen des Terrors"



Die Anschläge vom 11. September 2001 haben die Welt verunsichert. Weltweit wird über die Ursachen und Folgen diskutiert. Woher kommt der Terrorismus? Wer sind seine Akteure? Gibt es einen Kampf der Kulturen? Wie kann eine internationale Sicherheitspolitik ausgestaltet werden? Und müssen Freiheit und Sicherheit in Zeiten terroristischer Bedrohungen gegeneinander abgewogen werden? Fragen, die nach der aktuellen Warnung vor terroristischen Anschlägen in Deutschland, wieder in den Mittelpunkt gerückt sind.

Seit 2001 stellt die bpb in Kooperation mit der Internet-Plattform politik-digital.de (Redaktion: Torsten Arndt und Volker A. Gaeng) eine ausführliche und kommentierte Linkliste zusammen zu den Folgen des Terrorismus und den verschiedenen Aspekten der internationalen Sicherheitspolitik.

Im Archiv finden Sie alle Texte, die seit 2001 gesammelt wurden. Das Archiv enthält auch Links, die nicht mehr funktionieren oder auf Texte verweisen, die nicht mehr frei erreichbar sind. Die Überschriften solcher Links sind blau, die der funktionierenden Links rot. Wir haben uns der Vollständigkeit wegen entschlossen, alle Links im Archiv zu halten.

Diese Linksammlung stellt keine Meinungsäußerung der bpb dar, d.h. die Aufnahme in die Liste bedeutet nicht, dass die bpb mit den Meinungen auf den jeweiligen Websites übereinstimmt. Ziel dieser täglichen Übersicht ist es vielmehr, eine Orientierung über die Bandbreite der internationalen Diskussionen und Positionen zu den Folgen des 11.9. und den damit verbundenen aktuellen Entwicklungen in Politik und Gesellschaft mit zu ermöglichen.

Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe der Presseschau

Links vom 24.05.2012



2. Aktuelles



Die "Zeit" berichtet über die erneuten Gespräche zwischen dem Westen und dem Iran über das umstrittene Atomprogramm Teherans. "Die Erwartungen an die heute begonnenen neuen Gespräche mit dem Iran über sein umstrittenes Atomprogramm sind hoch, die Hoffnungen auf eine Lösung des Streits trotz positiver Entwicklungen vorher gleichwohl gedämpft. Zwar hatte der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAeA, Yukiya Amano, nach seinem Besuch in Teheran am Dienstag bereits eine Einigung angekündigt: Schon in den kommenden Tagen könne demnach ein Abkommen unterzeichnet werden, das die Überprüfung iranischer Atomanlagen durch ausländische Inspektoren regeln soll."
»(Die Zeit vom 23.05.2012)«

Angesichts der bestehenden Probleme bei den internationalen Verhandlungen über das iranische Atomprogramm in Bagdad plädiert Chuck Freilich für den Abschluss eines vorläufigen Abkommens, das den Konfliktparteien weitere Zeit verschaffen würde. "(...) the interim deal would gain time, and that is the essential point. No other option, including a successful military attack, could achieve more. Iran has already developed the know-how and infrastructure needed to make a bomb; were a military attack to destroy all of its nuclear facilities, it could rebuild within a few years. An attack may still prove to be necessary, but if the few years can be achieved through diplomacy, this is obviously preferable."
»(Los Angeles Times vom 23.05.2012)«

Der pakistanische Doktor, der den US-Behörden bei der Planung der Operation gegen Al-Qaida-Chef Osama bin Laden in Abbottabad half, ist zu 33 Jahren Haft verurteilt worden. "On Wednesday a representative of the country's main spy agency said Afridi had got what he deserved when he was sentenced to 33 years in prison for conspiring against the state, for his role in trying to help the CIA track Osama bin Laden to his hideout in the garrison town of Abbottabad. The verdict, passed under colonial-era legislation that denies defendants the right to a lawyer, was handed down by an official from Khyber Agency, one of Pakistan's semi-autonomous tribal areas, in consultation with a council of elders. Afridi was also fined £2,221."
»(The Guardian vom 23.05.2012)«

4. Länderstudien


4.1. Israel/Palästina

"DerWesten" berichtet vom Johannes-Rau-Kolloquium in Wuppertal, das sich mit Lösungsansätzen des Nahostkonflikts beschäftigt hat. "Persönliche Begegnungen, konkrete Erfahrungen, kleine Schritte der Versöhnung empfahlen alle Teilnehmer des Johannes-Rau- Kolloquiums als Beitrag, der von Deutschen zur Konfliktlösung ausgehen kann. Die innenpolitische Lage in Israel, wie Avi Primor sie schilderte, lässt allerdings wenig Hoffnung auf eine rasche Entspannung zu."
»(DerWesten vom 23.05.2012)«

Der "Stern" berichtet über eine Umfrage über das Ansehen des Staates Israel in Deutschland. "Israel verliert bei den Deutschen an Ansehen - Die Sicherheit Israels hat Bundeskanzlerin Angela Merkel als Teil der Staatsräson bezeichnet. Eine Mehrheit der Deutschen sieht laut einer stern-Umfrage allerdings keine besondere Verantwortung Deutschlands für Israel."
»(Der Stern vom 23.05.2012)«

4.2. US-Außenpolitik

Peter Beinart hält die Afghanistanstrategie von US- Präsident Obama für einen innenpolitischen Erfolg, obwohl sie in Afghanistan selbst klar gescheitert sei. "As policy, Obama's surge was a mess. But politically, it worked wonders. Had Obama opposed any surge back in 2009, when the public - and the GOP - had far more stomach for war than they do now, the political consequences might have been brutal. (...) Instead, Obama kicked the can down the road, delaying the public admission of defeat until now, by which point America's failure is so obvious that barely anyone bothers to object. Essentially, he played rope-a-dope, giving Petraeus & Co. the chance to prove what one suspects Obama already believed: that counterinsurgency in Afghanistan had no chance."
»(The Daily Beast vom 21.05.2012)«

US-Außenministerin Clinton hat in seltener Offenheit eingestanden, dass die US-Regierung Al-Qaida-Webseiten in Jemen gehackt habe. "Clinton says the cyber attack was launched by an interagency group of specialists, including diplomats, special operators and intelligence analysts, housed at the State Department. Called the Center for Strategic Counterterrorism Communications, its experts patrol the Internet and social media to counter al-Qaida's attempts to recruit new followers. 'Together, they will work to pre-empt, discredit and outmaneuver extremist propaganda,' Clinton said."
»(The Christian Science Monitor vom 23.05.2012)«

4.3. Islamische Staaten

Wolfgang Günter Lerch sieht in den ägyptischen Präsidentschaftswahlen ein wichtiges Signal für die gesamte Region. "Nicht nur für Ägypten, für die gesamte arabische Welt ist dies ein historisches Ereignis, wichtiger auch als die Wahlen in Tunesien zuvor, denn das Land am Nil mit seinen bald neunzig Millionen Einwohnern ist ein traditionelles Zentrum der arabischen Welt und des Islam. Auch haben sich die Ägypter dieses Recht im Januar und Februar des vergangenen Jahres selbst erkämpft."
»(Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 23.05.2012)«

"tagesschau.de" stellt die Kandidaten für die Präsidentschaftswahl in Ägypten vor. "In Ägypten hat die Präsidentschaftswahl begonnen. Insgesamt stellen sich 13 Kandidaten zur Wahl für das höchste Amt im Staat. Unter ihnen sind ehemalige Regierungsmitglieder unter Ex-Diktator Mubarak, konservative Vertreter des Islam und reformorientierte Islamisten."
»(tagesschau.de vom 23.05.2012)«

"DiePresse" im Gespräch mit dem Nahost-Experten Gilles Kepel über Zukunftsszenarien Ägyptens unter einem neuen Präsidenten. "Ohne Zweifel gibt es eine große Begeisterung im Land über diese Wahl. Zum ersten Mal seit Menschengedenken wählen die Ägypter ihren eigenen Präsidenten - das ist ein historischer Moment. Die Abstimmung ist zudem verknüpft mit dem Bewußtsein, dass dieser Präsident dem Volk voll verantwortlich ist und auch wieder abgewählt werden kann. Es wird also schwierig sein, zum alten, von oben oktroyierten Machtsystem zurückzukehren."
»(DiePresse vom 23.05.2012)«

Das "Handelsblatt" befürchtet eine Explosion des "Pulverfasses" Libanon in Folge des Syrien-Konflikts. "Zwar betont die libanesische Regierung, sie wolle sich im Syrien-Konflikt weiterhin um eine neutrale Position bemühen. Doch die blutige Revolution im Nachbarland, die schon Tausende von Flüchtlingen über die Grenze getrieben hat, ist eine ernste Gefahr für das Pulverfass Libanon. Denn die libanesischen Sunniten sympathisieren mehrheitlich mit den syrischen Revolutionären, die zum Großteil sunnitische Muslime sind."
»(Handelsblatt vom 22.05.2012)«

Tom Finn berichtet über den Aufstieg der "al-Qaeda in the Arabian Peninsula" (AQAP) in Jemen, die nach ihren Eroberungserfolgen im Süden des Landes eine Terrorkampagne im Norden begonnen habe. "After pushing out army units and setting up de facto administrations - mini-Islamic fiefdoms - in the south, AQAP, a group the Pentagon claims is the most deadly in the Middle East, is turning its attention to more ambitious pursuits. From the Red Sea coastal plains of Hodeidah to the craggy valleys of the Hadhramaut, AQAP has started dispatching teams to assassinate officials, blow up oil pipelines and kidnap foreigners as a means of financing its insurgency."
»(TIME Magazine vom 23.05.2012)«

Robin Banerji schreibt, dass sich die Stadt Timbuktu im Norden Malis unter Kontrolle bewaffneter Islamisten befinde, die möglicherweise das islamische kulturelle Erbe der Stadt zerstören könnten. "Timbuktu is known as the city of the 333 saints, says Alida Jay Boye, author of Hidden Treasures of Timbuktu. The fundamentalist Salafi branch of Islam objects to the veneration of saints' tombs, maintaining that it amounts to saint worship. 'Salafis do not want there to be any intermediary between the believer and God. It looks like Ansar Dine is going after shrines just like other groups have done in Egypt, Morocco and Tunisia,' she says."
»(BBC News vom 23.05.2012)«

6. Friedens- und Konfliktforschung


6.1. Allgemein

Angesichts der Bemühungen um eine Reduzierung der internationalen Atomwaffenarsenale plädieren die osteuropäischen Politiker Imants Liegis, Linas Linkevicius und Janusz Onyszkiewicz für die Aufrechterhaltung einer nuklearen Abschreckung in Europa. "For starters, there remains an overwhelming disparity between the United States and Russia on nonstrategic nuclear weapons in Europe, with roughly 200 for the former and an estimated 2,000 for the latter. Every effort must be made to reduce these numbers, but only by reciprocal measures. Indeed, there are serious doubts that unilateral withdrawals by NATO would encourage President Vladimir Putin to review his country's deepening reliance on nuclear deterrence. Given that our countries are very close to Russia's deployed nuclear arsenal, an increasing nuclear disparity between NATO and Russia resulting from NATO reductions would be of paramount concern to our citizens."
»(The Moscow Times vom 24.05.2012)«

Christian Caryl fordert eine stärkere Kontrolle des internationalen Waffenhandels, der heute weniger Regeln als der Handel mit Bananen unterliege. "(...) it's not just about the people who are killed by these weapons. Assault rifles in the hands of youthful thugs or gangsters often end up dissolving the fabric of society itself, condemning the survivors of violence to live with the long-term consequences of weakened institutions and Hobbesian anarchy. It's a process I've seen at work during my stints reporting on the wars in Iraq and Afghanistan."
»(Foreign Policy vom 22.05.2012)«

7. Terrorismus



Die "Basler Zeitung" rollt aus Anlass seines Todes noch einmal den Fall des mutmasslichen Lockerbie-Attentäters Abdelbaset al-Megrahi auf. "Abdelbaset al-Megrahi ist tot. Er wurde für das Attentat auf ein US-Flugzeug über dem schottischen Lockerbie verurteilt. Der Fall nährt noch immer Verschwörungstheorien. Drei Fragen stehen im Mittelpunkt."
»(Basler Zeitung vom 22.05.2012)«

14. Diskussionsforen, Newsgroups, Initiativen und Nachrichten



Das "Juraforum" weist auf eine Veranstaltung im Kulturwissenschaftlichen Institut Essen mit dem britischen Historiker Timothy Garton Ash hin. "Timothy Garton Ash reagiert mit seiner Internetplattform 'Free Speech Debate' (http://freespeechdebate.com) auf die aktuellen Herausforderungen der Meinungsfreiheit in unserer heutigen multikulturellen Welt."
»(Juraforum vom 22.05.2012)«


Diese Liste wird an jedem Tag unter der Woche ergänzt. Wenn Sie weitere Texte im Internet finden, auf die wir in unseren verschiedenen Rubriken noch nicht hingewiesen haben und die für andere Nutzer interessant sein könnten, bitten wir um einen Hinweis entweder an: schilling@bpb.de oder an redaktion@politik-digital.de

Im Archiv finden Sie alle Texte, die seit 2001 gesammelt wurden. Das Archiv enthält auch Links, die nicht mehr funktionieren oder auf Texte verweisen, die nicht mehr frei erreichbar sind. Die Überschriften solcher Links sind blau, die der funktionierenden Links rot. Wir haben uns der Vollständigkeit wegen entschlossen, alle Links im Archiv zu halten.

Diese Linksammlung stellt keine Meinungsäußerung der bpb dar, d.h. die Aufnahme in die Liste bedeutet nicht, dass die bpb mit den Meinungen auf den jeweiligen Websites übereinstimmt. Ziel dieser täglichen Übersicht ist es vielmehr, eine Orientierung über die Bandbreite der internationalen Diskussionen und Positionen zu den Folgen des 11.9. und den damit verbundenen aktuellen Entwicklungen in Politik und Gesellschaft mit zu ermöglichen.

Sicherheitspolitische Presseschau – die Ausgaben der letzten Tage

Ausgabe vom 24.05.2012
Ausgabe vom 23.05.2012
Ausgabe vom 22.05.2012
Ausgabe vom 21.05.2012
Ausgabe vom 20.05.2012
 

Online-Angebot

Informationsportal Krieg und Frieden

Informationsportal Krieg und Frieden

Die weltweiten Rüstungsausgaben sind 2010 um 1,3 Prozent gestiegen - auf 1,6 Billionen US-Dollar. Welches Land gibt wie viel für sein Militär aus? Und wer bezieht die meisten Waffen aus Deutschland? Das interaktive Portal liefert Antworten auf sicherheitspolitische Fragen. Weiter... 

Zahlen und Fakten

Zahlen und Fakten: Globalisierung

Globalisierung

Kaum ein Thema wird so intensiv und kontrovers diskutiert wie die Globalisierung. "Zahlen und Fakten" liefert aktuelle Grafiken, Texte und Tabellen zu einem der wichtigsten und vielschichtigsten Prozesse der Gegenwart. Weiter...