US-Soldaten in Afghanistan

8. Fundamentalismus und Extremismus

Die Welt (29.07.2014)

http://www.welt.de/print/die_welt/debatte/article130653786/Immer-
diese-Juden.html

"Immer diese Juden!"
Henryk M. Broder bietet mit Blick auf die Debatte über die israelische Gazapolitik eine einfache Definition von Antisemitismus an. "Die Frage, woran man einen Antisemiten erkennt, ist keine akademische, man kann sie sehr einfach beantworten, ohne bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft einen Antrag auf Projektförderung zu stellen: Wer Juden etwas übel nimmt, das er Nichtjuden nicht übel nimmt, ist ein Antisemit. Wer sich also über 'jüdische Spekulanten' aufregt, am Treiben nicht jüdischer Spekulanten aber keinen Anstoß nimmt, ist einer. Ebenso jemand, der dem Blutvergießen in Syrien emotional unbeteiligt zuschaut und aus seiner Lethargie erst dann erwacht, wenn er in der 'Tagesschau' den Satz hört: 'Israel greift Ziele im Gazastreifen an.'" Weiter...


Deutschlandradio Kultur (29.07.2014)

http://www.deutschlandradiokultur.de/nahost-debatte-der-judenhass
-der-facebook-kaempfer.1005.de.html?dram:article_id=292930

"Der Judenhass der Facebook-Kämpfer"
Eren Güvercin kritisiert in seinem Beitrag für Deutschlandradio Kultur die Einseitigkeit vieler in Deutschland lebender Muslime im Nahostkonflikt. "Sich heftig, radikal und wortmächtig auf die Seite der Palästinenser zu schlagen, scheint für nicht wenige, die Tausende Kilometer vom Nahen Osten entfernt leben, eine Art politischer und religiöser Ersatz geworden zu sein. Es macht schon nachdenklich, wie sehr sich gerade junge muslimische Europäer an krisenhaften Momenten emotional aufladen und rationalen Argumenten nicht mehr zugänglich sind, jede Distanz verlieren – wohlbemerkt ohne objektiv persönlich betroffen zu sein. Nicht einmal ansatzweise lassen sie sich darauf ein, gleichzeitig das brutale Vorgehen Israels wie das nihilistische Treiben der Hamas abzulehnen oder solidarisch mit allen zivilen Opfer von Waffengewalt zu sein." Weiter...


Berliner Zeitung (27.07.2014)

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/interview-mit-yasmis-kassar
--wenn-es-im-nahen-osten-brennt--dann-brennt-es-auch--in-berlin-,
10809148,27959476.html

"Wenn es im Nahen Osten brennt, dann brennt es auch in Berlin"
Frederik Bombosch im Gespräch mit Yasmin Kassar, Lern-Coach an einer Kreuzberger Sekundarschule, über die antisemitischen Ausfälle auf den Berliner Gaza-Demonstrationen. "Wenn Sie sich die Gaza-Demonstrationen anschauen, dann sehen Sie da sehr viele Jugendliche unter 20. Sie sind in Berlin geboren und haben hier die Schule besucht. Und wenn man mit ihnen spricht, merkt man: Zum Nahost-Konflikt haben Sie sehr viel Halbwissen – oder auch gar kein Wissen. Sie kennen die Geschichte dieses Konflikts nicht, Sie wissen nicht, dass 1948 der Staat Israel gegründet wurde, dass dies auf einen Beschluss der Vereinten Nationen zurückging – wenn auch gegen die Stimmen der arabischen Staaten –, und dass Araber und Juden dort zumindest bis in die 20er Jahre friedlich nebeneinander gelebt haben." Weiter...


Neue Zürcher Zeitung (28.07.2014)

http://www.nzz.ch/feuilleton/politische-konjunkturen-krisenopfer-
und-ein-volksverhetzer-1.18351850

"Krisenopfer und ein Volksverhetzer"
Marc Zitzmann über die Hintergründe der "Eruptionen des Judenhasses" in Frankreich. "In puncto Palästinafrage heisst es heute, es sei alles schon versucht worden und es gebe keinen Handlungsspielraum mehr. Schulterzuckend nimmt Frankreichs Diplomatie so die vollendeten Tatsachen hin, die durch Israel und seinen amerikanischen Schirmherrn geschaffen werden. Einer bunt zusammengewürfelten, aber zahlenmässig nicht völlig unbedeutenden Koalition von Linken jeder Couleur, von 'Antikapitalisten' und 'Antiimperialisten', sowie von Personen mit afrikanischem oder nahöstlichem Migrationshintergrund (ob muslimischen Glaubens oder nicht) stösst das sauer auf." Weiter...


Zeit Online (28.07.2014)

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2014-07/demonstrati
on-nahost-konflikt-russland

"Wenn Linke gegen Israel demonstrieren"
Tanja Dückers kritisiert die unterschiedliche Herangehensweise der deutschen Linken an die Konflikte im Nahen Osten und in der Ukraine. "Russland und Israel haben eines miteinander gemeinsam: Es sind beides Länder, denen gegenüber sich Deutschland aus historischen Gründen zu Recht in der Schuld fühlt. Doch haben die Deutschen sehr verschiedene Umgangsformen mit den beiden ehemaligen Opferländern der Nazi-Gewaltherrschaft etabliert. Es lohnt sich, zu überlegen, warum vor allem Linke in Deutschland dem einen Land ständig mit einer Dauerschon-Haltung begegnen, hingegen das andere – gern als Vorposten der USA im Vorderen Orient gesehen – zur Zielscheibe von Hass mutiert ist." Weiter...


Telegraph (27.07.2014)

http://blogs.telegraph.co.uk/news/brendanoneill2/100281417/is-the
-left-anti-semitic-sadly-it-is-heading-that-way/

"Is the Left anti-Semitic? Sadly, it is heading that way"
Brendan O'Neill meint, dass sich viele Israel-Kritiker aus dem linken politischen Lager zu Recht Antisemitismus vorwerfen lassen müssen. "In the language it uses, in the ideas it promotes, in the way in which it talks about the modern world, including Israel, much of the Left has adopted a style of politics that has anti-Semitic undertones, and sometimes overtones. The key problem has been the Left’s embrace of conspiratorial thinking, its growing conviction that the world is governed by what it views as uncaring 'cabals', 'networks', self-serving lobbyists and gangs of bankers, all of which has tempted it to sometimes turn its attentions towards those people who historically were so often the object and the target of conspiratorial thinking – the Jews. (...) This is a recurring theme in anti-Israel sentiment today: the idea that a powerful, sinister lobby of Israel lovers has warped our otherwise respectable leaders here in the West, basically winning control of Western foreign policy." Weiter...


Jüdische Allgemeine (24.07.2014)

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/19787

"Explosion von Antisemitismus"
Die Jüdische Allgemeine dokumentiert im Wortlaut einen Brief des Präsidenten des Zentralrats der Juden zur aktuellen Entwicklung des Antisemitismus in Deutschland. "Was hat es denn mit Gaza zu tun, wenn Synagogen hier beschmiert und angegriffen, jüdische Menschen bedroht werden und vollkommen entfesselte Menschenmengen auf den Straßen den Juden lauthals wünschen, 'vergast', 'verbrannt' und 'geschlachtet' zu werden? Kann man denn noch ekelhafter und bösartiger sein? Was ist das anderes als ganz gemeiner Judenhass? Ich weiß, dass viele jüdische Menschen in dieser Zeit sich Fragen über ihr Leben in Deutschland stellen, die wir uns schon lange nicht mehr gestellt haben. Ich weiß, dass viele von uns auch besorgt sind und verunsichert und schockiert. Und auch Ängste sind keineswegs ein Grund, sich zu schämen. Der Zentralrat der Juden tut alles, um sich dieser Welle entgegenzustemmen: publizistisch, rechtlich und politisch." Weiter...


Bundeszentrale für politische Bildung (15.07.2014)

http://www.bpb.de/politik/extremismus/linksextremismus/188314/lin
ksextremismus-in-deutschland-im-europaeischen-vergleich

"Linksextremismus in Deutschland im europäischen Vergleich"
Prof. Dr. Armin Pfahl-Traughber vergleicht für die Bundeszentrale für politische Bildung den Linksextremismus in Frankreich, Griechenland, Italien und Schweden und erörtert, welche Schlüsse sich daraus für Deutschland ziehen ließen. "Um den Rahmen der Betrachtung nicht zu sprengen, findet der Vergleich nur mit vier anderen westeuropäischen Ländern statt: Frankreich und Italien wurden ausgewählt, da dort sowohl im gewaltorientierten wie parteipolitischen Linksextremismus bedeutende Potentiale bestanden. Griechenland bedarf als Land mit einer ausgeprägten Finanz- und Wirtschaftskrise hier Interesse. Und Schweden dient als weiteres Vergleichsobjekt, weil in diesem Land sowohl das Eine wie das Andere fehlte." Weiter...


Berliner Zeitung (22.07.2014)

http://www.berliner-zeitung.de/meinung/leitartikel-zu-protesten-z
eit-fuer-anti-antisemitismusdemos,10808020,27916776.html

"Zeit für Anti-Antisemitismusdemos"
Arno Widmann sieht die Zeit gekommen, sich den "brüllenden Antisemiten" bei Protesten gegen den Gazakrieg in Berlin entgegenzustellen. "Man mag die Wut und den Hass verstehen können, mit denen Palästinenser auf Israel schauen. Wenn einem das Haus zerbombt, Familie und Freunde umgebracht werden, ist es geradezu übermenschlich, diese Gefühle nicht zu entwickeln. Niemand wird das besser begreifen als Israelis, deren Häuser von Kassam-Raketen zerstört und deren Familie und Freunde umgebracht werden. Aber wir wissen auch, dass Wut und Hass zerstörerische Gefühle sind. Sie machen zu allererst einen selbst kaputt. Dennoch wird Wut und Hass zu schüren immer wieder als integraler Bestandteil politische Arbeit betrachtet. Die Veranstalter der antiisraelischen Demonstrationen der vergangenen Tage jedenfalls haben das getan. Sonst wären sie eingeschritten und hätten die antisemitischen Sprechchöre zum Verstummen gebracht. Wer das nicht tut, der schadet seinem Kampf. Er schadet ihm, weil er sich blind macht für das, worum es wirklich geht. Nicht um Rache, nicht einmal um Respekt, sondern um eine Lösung." Weiter...


Frankfurter Allgemeine Zeitung (23.07.2014)

http://www.faz.net/aktuell/politik/kommentar-nicht-1938-13061132.
html

"Nicht 1938"
"Auch in der Einwanderungspolitik zeigt sich die deutsche Staatsräson", stellt Reinhard Müller in seinem Kommentar zu antisemitischen Protesten in Deutschland fest. "Der deutsche Staat muss Antisemiten bekämpfen, zugleich aber Kritikern der israelischen Politik die Möglichkeit zum (auch heftigen) Protest geben. (...) Jedenfalls besteht kein Grund zur Übertreibung der Proteste. Wohl aber muss dieses Land zur Kenntnis nehmen, dass es großzügig Antisemitismus importiert. Auch in der Einwanderungspolitik zeigt sich die deutsche Staatsräson." Weiter...


Qantara (16.07.2014)

http://de.qantara.de/inhalt/interview-mit-dem-islamwissenschaftle
r-benno-koepfer-in-deutschland-darf-man-salafist-sein

"In Deutschland darf man Salafist sein"
Jannis Hagmann hat mit dem Islamwissenschaftler Benno Köpfer darüber gesprochen, "was junge Menschen radikalisiert, warum nicht alle Salafisten das ISIS-Kalifat toll finden und warum er mit einigen auch einmal einen Tee trinken geht." Weiter...


Berliner Zeitung (14.07.2014)

http://www.berliner-zeitung.de/kultur/rassismus-im-nahost-konflik
t-unsere-europaeischen-wurzeln,10809150,27812300.html

"Unsere europäischen Wurzeln"
"Fragt man nach dem Stellenwert des gegenwärtigen Rassismus im Nahost-Konflikt, so lassen sich seine europäischen Wurzeln nicht leugnen", konstatiert der israelische Historiker Moshe Zimmermann in seinem Gastbeitrag für die Berliner Zeitung. "Wenn der Leser dieser Zeilen ein deutscher Staatsbürger ist, lehnt er sich nun wahrscheinlich zurück in seinem Sessel und denkt: 'So sind eben die Juden, vielleicht auch die Araber geworden'. Und er schüttelt wohl den Kopf: 'Den Rassismus haben wir Europäer jedenfalls überwunden'. Falsch! Rassisten in Orient wissen: Europa ist zwar ein Bastion der Aufklärung und Demokratie, aber auch dort ist der Rassismus noch lebendig. Wieso also nicht auch bei uns? In Deutschland sind Thilo Sarrazins Bücher Bestseller. In Europa haben rechtsradikale Parteien Aufwind. Und auf Hetze folgen dort auch Taten – wie, bitte, war es mit dem NSU? Warum waren die Attentate auf jüdische Menschen in Frankreich oder Belgien möglich? Wenn so etwas im fortschrittlichen Europa möglich ist, relativiert sich nach Meinung orientalischer Rassisten die eigene Untugend. Und sollte Europa zu der Ausrede greifen, der heutige Antisemitismus sei ein Phänomen mit Migrationshintergrund, schließt sich für Rassisten im Orient nur der Kreis. Da capo." Weiter...


Bundeszentrale für politische Bildung (08.07.2014)

http://www.bpb.de/veranstaltungen/dokumentation/186660/salafismus
-als-herausforderung-fuer-demokratie-und-politische-bildung

"Salafismus als Herausforderung für Demokratie und politische Bildung"
Die Bundeszentrale für politische Bildung stellt die Dokumentation aller Programmpunkte ihrer Salafismus-Tagung vom 30. Juni bis zum 1. Juli 2014 im Collegium Leoninum in Bonn ins Netz. "Der Salafismus ist eine der dynamischsten und am schnellsten wachsenden islamistischen Strömungen in Deutschland, die insbesondere Jugendliche anspricht. Jenseits von Verharmlosung oder Alarmismus widmet sich die Bundeszentrale für politische Bildung diesem Phänomen im Rahmen einer Fachtagung vor allem aus dem Blickwinkel von Prävention, Jugendarbeit und politischer Bildung. Ausgewiesene Expertinnen und Experten aus Politik, Wissenschaft und Praxis sowie Vertreter/-innen des Islams in Deutschland erörtern dieses gesamtgesellschaftlich relevante Thema ausführlich mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. In einem Weltcafé stellen sich etablierte und neue Präventionsprogramme vor und im Rahmen von Workshops wird ein 'Blick über den Tellerrand' auf internationale Ansätze der Salafismusprävention geworfen." Weiter...


Bundeszentrale für politische Bildung (08.07.2014)

http://www.bpb.de/politik/extremismus/islamismus/

"Dossier Islamismus"
Die Bundeszentrale für politische Bildung teasert aktuell ihr Dossier Islamismus an. "September 2007: Sicherheitskräfte nehmen drei mutmaßliche Terroristen im Sauerland fest. In ihrem Besitz waren 730 Kilogramm 35-prozentige Wasserstoffperoxid-Lösung. Sie sollen geplant haben, Sprengstoff herzustellen, um Anschläge zu verüben. 2006 machten die missglückten Anschläge mit Kofferbomben am Kölner Hauptbahnhof Schlagzeilen, längst war klar: Deutschland ist kein Ruheraum mehr. Welche Gruppen kämpfen weltweit ihren 'heiligen Krieg'? Wie unterscheiden sich diese Gruppen ideologisch und bei der Wahl ihrer Mittel? Und wie sollten wir umgehen mit der Bedrohung?" Weiter...


Die Welt (01.07.2014)

http://www.welt.de/regionales/koeln/article129636509/Deutsche-Sal
afisten-Szene-waechst-rasant.html

"Deutsche Salafisten-Szene wächst rasant"
Die Welt berichtet über eine Kölner Expertentagung zur Entwicklung der islamistischen Radikalisierung in Deutschland. "Der Zulauf zu den Salafisten bereitet vielen Sorge. Aber wie gefährlich ist die Bewegung wirklich? Was zieht die Jugendlichen an? Eine Expertentagung in Bonn widmet sich der islamistischen Radikalisierung." Weiter...


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