Der Übergang zur Industriegesellschaft, die Bildung von Nationalstaaten und auch die Beschleunigung von Mobilität und Kommunikation waren richtungsweisende Prozesse des 19. Jahrhunderts. Gerade in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts sorgen aggressiver Nationalismus und imperialistische Politik für internationale Spannungen, die schließlich im Weltkrieg münden. Auf den Ebenen „Deutschland“ – „Europa“ und „die Welt“ werden in diesem Heft die entscheidenden Entwicklungsprozesse eines dynamischen Jahrhunderts geschildert.
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Informationen zur politischen Bildung Nr. 315/2012
Editorial
Im 19. Jahrhundert beginnen viele Entwicklungen, deren Ergebnisse bis in die Gegenwart wirken – politisch, wirtschaftlich und sozial. So werden in vielen Staaten Europas Verfassungen erkämpft und erarbeitet, die die Beziehungen zwischen staatlicher Macht und Staatsvolk auf eine rechtliche Grundlage stellen. Es gründen sich Parteien, deren gewählte Vertreter die Exekutive kontrollieren, und das Wahlrecht wird auf immer größere (männliche) Gruppen der Bevölkerung ausgeweitet. Weiter...
Informationen zur politischen Bildung Nr. 315/2012
1800 bis 1850
1815 endet in Europa eine Epoche permanenter Kriege. Nun soll die Rückkehr zur fürstlichen Territorialherrschaft inneren und äußeren Frieden gewährleisten. Doch die zunehmende Politisierung breiter Bevölkerungskreise, Bevölkerungswachstum und Massenarmut sorgen für revolutionäre Unruhe und Druck zu Reformen. Die Europäer dringen immer mehr in ferne Weltregionen vor. Dort verschieben sich die Gewichte: Während die westliche Hemisphäre erstarkt, gerät Asien unter den zunehmenden Einfluss der Europäer. Weiter...
Informationen zur politischen Bildung Nr. 315/2012
1850 bis 1880
Seit der Jahrhundertmitte dominieren der Nationalismus und der Fortschrittsgedanke die europäische Ideenwelt. Mit der nationalen Einigung unter den preußischen Hohenzollern wird Deutschland eine autoritäre Militärmonarchie und gleichzeitig zur weltweit drittgrößten Industrienation. Auch europaweit wachsen materielle Sicherheit, Wohlstand und Rechtsstaatlichkeit. Technische Neuerungen wie die Dampfschifffahrt und die Telegrafie sowie länderübergreifende Vereinheitlichungen und Institutionen wie der Freihandel und der Goldstandard lassen die Welt zusammenrücken. Weiter...
Informationen zur politischen Bildung Nr. 315/2012
1880 bis 1914
Zur Jahrhundertwende steigt in Europa der Wohlstand. Der weltweite Warenhandel erreicht seinen Höhepunkt, ebenso die interkontinentale Migration. Von beiden profitieren vor allem die USA, die zur größten Wirtschaftsmacht aufsteigen. Imperialismus, Sendungsbewusstsein und Rassismus sorgen für die Ausweitung des Kolonialismus, an dem sich nun auch die neue Großmacht Japan beteiligt. Auf internationaler Ebene fördert der Nationalismus staatliche Egoismen und wechselseitiges Misstrauen. Deutschland treibt er in die außenpolitische Isolation. Weiter...







