izpb Sozialer Wandel

16.12.2014 | Von:
Rainer Geißler

Armut und Prekarität

Risikogruppen


Probleme im Alltag durch relative ArmutProbleme im Alltag durch relative Armut (© Eigene Grafik nach Daten bei Silvia Deckl, in: Bundeszentrale für politische Bildung (Hg.), Datenreport 2013, Bonn 2013)
Als Risikogruppen werden Bevölkerungsgruppen mit einem besonders hohen Anteil von Armen bezeichnet; die Zugehörigkeit zu ihnen ist also mit einem sehr großen Risiko verknüpft, an oder unter der relativen Armutsgrenze leben zu müssen. Mit dem Wandel der Armut hat sich auch die Struktur der Risikogruppen teilweise verändert.

In den 1960er- und 1970er-Jahren waren alte Menschen – vor allem ältere Frauen – besonders hohen Armutsrisiken ausgesetzt. Die Altersarmut wurde jedoch durch die Verbesserung der Alterssicherung, vor allem durch die Dynamisierung der Renten, eingedämmt. Seit drei Jahrzehnten liegt die Armutsquote der älteren Menschen nicht mehr über, sondern unter dem Durchschnitt. Zwischen 2009 und 2011 waren lediglich die 31- bis 40-Jährigen seltener von Armut betroffen als die über 60-Jährigen. Allerdings droht wegen verschiedener Entwicklungen am Arbeitsmarkt – Zunahme des Niedriglohnsektors und der unsteten Beschäftigungsverhältnisse, prekäre Selbstständigkeit mit Niedrigeinkünften – eine neue Altersarmut, wenn keine sozialpolitischen Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Auch die Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind – sieht man einmal von der überwiegend weiblichen Risikogruppe der Alleinerziehenden ab – weitgehend eingeebnet worden. In den Jahren 2009 bis 2011 lag die durchschnittliche Armutsquote der Frauen nur um 1,7 Prozentpunkte über derjenigen der Männer.

Risikogruppen und Schutz vor Armut in DeutschlandRisikogruppen und Schutz vor Armut in Deutschland (© Eigene Grafik nach Daten bei Jan Goebel / Roland Habich / Peter Krause, in: Bundeszentrale für politische Bildung (Hg.), Datenreport 2013, Bonn 2013 (Datenbasis: Sozio-ökonomisches Panel); Ausländer und Bevölkerung mit Migrationshintergrund nach Angaben f)
Aus der soziodemografischen Struktur der Armutsbevölkerung, die Jan Goebel, Roland Habich und Peter Krause für den Datenreport 2013 berechnet haben, lassen sich folgende Faktoren ableiten, die das Risiko, in relative Armut abzurutschen, am meisten erhöhen (in dieser Reihenfolge):
  • Arbeitslosigkeit,
  • Alleinerziehen,
  • Migrationshintergrund (insbesondere Ausländerstatus),
  • geringe schulische Qualifikation (kein Hauptschulabschluss),
  • Scheidung,
  • geringe berufliche Qualifikation (un- und angelernte Arbeiter),
  • niedriges Alter (11-30 Jahre) und
  • Kinderreichtum (Familien mit mindestens drei Kindern).
Den besten Schutz gegen Armut bieten
  • ein hoher beruflicher Status (gehobene/höhere Beamte, leitende Angestellte),
  • die Vollzeiterwerbstätigkeit,
  • eine gute Ausbildung (Hochschulabschluss) sowie
  • ein Leben zu zweit ohne Kinder.
Ob jemand in Armut gerät oder nicht, hängt sehr stark von seiner Situation auf dem Arbeitsmarkt ab. Während Vollzeiterwerbstätigkeit vergleichsweise gut gegen Armut schützt (Armutsrate 4,5 Prozent), führen die Arbeitslosen die Liste der armutsbedrohten Gruppen mit großem Abstand an (56 Prozent). Erwerbstätigkeit ist allerdings kein absoluter Schutz gegen Armut. Die aus anderen Gesellschaften bekannten "working poor" bilden auch in Deutschland ein wachsendes Segment der Armutsbevölkerung. Nach dem Vierten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung (2013) verdienten neben den erwähnten 4,5 Prozent der Vollzeiterwerbstätigen weitere 15 Prozent der Teilzeiterwerbstätigen im Jahr 2010 so wenig, dass sie unter der 60-Prozent-Grenze leben mussten.

Obdachlose

Materielle Not hat häufig Wohnungsnot und Obdachlosigkeit zur Folge. Menschen ohne eigene Wohnung gehören zuden Ärmsten der Armen; ihre Mittel reichen nicht aus, um sich ein eigenes "Obdach" zu leisten. Über Art und Umfang der Obdachlosigkeit in Deutschland kursiert eine Fülle von Missverständnissen, weil wichtige Begriffe wie "Obdachlose" oder "Wohnungslose" im Amtsdeutschen, bei Wissenschaftlern, Journalisten, Sozialpädagogen oder in der Umgangssprache einen sehr unterschiedlichen Bedeutungsgehalt haben. Nach der Bundesarbeitsgemeinschaft für Wohnungslosenhilfe (BAG W) ist wohnungslos, wer weder über Wohneigentum noch "über einen mietvertraglich abgesicherten Wohnraum verfügt".

Wohnungslosigkeit

Wohnungslosigkeit kann sehr unterschiedliche Formen annehmen. Die meisten Wohnungslosen leben in provisorischen Notunterkünften. Diese werden ihnen von den Gemeindebehörden mietfrei zur Verfügung gestellt, weil sie nicht in der Lage sind, aus eigener Kraft eine Wohnung zu finanzieren. Menschen in Notunterkünften dieser Art haben zwar eine Wohnung, leben darin aber nicht als Mieter mit entsprechenden Rechten, sondern nur als vorübergehend geduldete Nutzer. Sie sind stärkeren behördlichen Reglementierungen ausgesetzt, und ihre Privatsphäre ist eingeschränkt, weil die Behörden jederzeit das Recht auf Zutritt und Kontrolle haben. Auch viele (Spät-)Aussiedler waren in den 1990er-Jahren in Notunterkünften untergebracht, bis sie eine Mietwohnung gefunden hatten.

Im Statistischen Jahrbuch (2013, S. 487) ist zwar nachzulesen, wie viele Legehennen in Käfigen gehalten werden, aber nicht, wie viele Menschen in unwürdigen Verhältnissen wohnen müssen. Daher lässt sich die Zahl der Wohnungslosen nur schätzen. Dank der Bemühungen der BAG W sind die Schätzungen aber immer zuverlässiger geworden.

Da sich die Situation auf dem Wohnungsmarkt seit Ende der 1980er-Jahre durch die sprunghaft angestiegene Ost-West-Wanderung (ca. 3 Millionen Aus- und Übersiedler) krisenhaft zuspitzte, nahm auch die Zahl der Wohnungslosen zunächst erheblich zu und erreichte 1996 mit etwa 930.000 – davon gut 50.000 in den neuen Ländern – ihren Gipfel. Danach war sie zwölf Jahre lang rückläufig. 2008 erreichte sie einen Tiefststand von 227.000. Die meisten (Spät-)Aussiedler konnten die Notunterkünfte verlassen, 2010 waren nur noch etwa 2000 von ihnen ohne eigene Wohnung. Aber auch einheimischen Deutschen gelang es besser als vorher, im Mietwohnungsmarkt Fuß zu fassen. Viele Neubauten sowie preisgünstige Wohnungen, die durch den Abzug der alliierten Truppen frei geworden waren, trugen zu diesem Rückgang ebenso bei wie die Anstrengungen von Kommunen und freien Trägern der Wohnungslosenhilfe (Übernahme von Mietschulden, vermehrte Beratungsangebote).

Seit 2009 kehrt sich der rückläufige Trend jedoch wieder um; die Zahl der Wohnungslosen stieg innerhalb von vier Jahren um ein Viertel auf 284.000 im Jahr 2012, von denen ca. 35.000 in Ostdeutschland leben. Für den erneuten Anstieg der Wohnungslosigkeit lassen sich drei Ursachen ausmachen:
  • der schrumpfende Bestand an Sozialwohnungen,
  • gestiegene Mietpreise insbesondere in den Ballungsgebieten und
  • die Ausdehnung der Armutszone.
Die BAG W geht davon aus, dass die Wohnungslosenzahlen bis 2016 um ein weiteres Drittel auf 380.000 ansteigen werden – ein Rückfall auf den Stand von 2003.
Wohnungslosigkeit ist nur selten ein ausschließlich selbst verschuldeter Zustand. Strukturelle Hintergründe der Notlage, die in Mietschulden offenbar wird, sind Armut und Arbeitslosigkeit in Zusammenhang mit einer angespannten Situation am Wohnungsmarkt. Die Belastung armer Familien durch die Miete ist extrem hoch. Haushalte mit Niedrigeinkommen müssen im Durchschnitt 44 Prozent des Einkommens für die Miete aufbringen, bei einer Durchschnittsfamilie ist dieser Anteil nur halb so groß. Arbeitslosigkeit und unverschuldete Notlagen, zum Beispiel durch Krankheit, haben für die Entstehung von Obdachlosigkeit eine große Bedeutung; familiäre Ereignisse wie Scheidung oder Geburten spielen ebenfalls eine Rolle, sind aber von minderem Gewicht.

Wie sich die Wohnungslosen soziostrukturell zusammensetzen, ist nur schlecht erfasst. Der Anteil von Kindern und Jugendlichen ist zwischen 1996 und 2012 von 34 auf 11 Prozent zurückgegangen. Unter den Erwachsenen dominieren 2012 die Männer mit 75 Prozent. 64 Prozent aller Wohnungslosen sind alleinstehend.

Quellentext

Rückzug aus der Gesellschaft

Bis zum Frühjahr wird das Holz nicht reichen. "Das ganze Unterholz ist weg. Ich habe schon fast alles verbrannt", sagt Paul H. Wenn der Frost bleibt, lassen sich die Tage ohne wärmendes Feuer nicht überstehen. Paul H., 52 Jahre alt, lebt seit mehr als zwei Jahren in einem Zelt in einem Wald bei Wiesbaden, auf sich gestellt und die meiste Zeit ohne Kontakt zur Außenwelt.
Eine Wohnung hat er nicht. Für das Gespräch ist er in die Teestube gekommen, eine Anlaufstelle der Diakonie für Wohnungslose. Paul H. ist ein schlanker Mann, der großen Wert auf sein Äußeres legt. Sein Gesicht ist glatt rasiert, das angegraute Haar kurz geschnitten. Im Wald besitzt er Rasierer, Schere und Spiegel. Seine Füße stecken in weißen Tennissocken, weiß sind auch die Turnschuhe, ist auch das T-Shirt, das er unter der Sweatshirtjacke trägt. "Mir sieht keiner an, wie ich lebe. Ich bin nicht abgesoffen", sagt er. […]
Er arbeitete in einem renommierten Wiesbadener Ausflugslokal. "Ich war Chefkoch, habe ausgebildet." Das Scheitern beginnt, als seine zweite Ehe zerbricht. Paul H. erzählt von einer Frau im Kaufrausch, die Rechnungen nicht bezahlt. Von einer Räumungsklage, dem drohenden Verlust der gemeinsamen Wohnung. Von langen Arbeitstagen und zwei Nebenjobs, mit deren Hilfe er die Wohnung zunächst halten und Schulden bezahlen kann. […]
Er berichtet von weiteren Schulden seiner Frau, einer zweiten Räumungsklage. "Als sie mich dann noch mit einem Jugendfreund betrogen hat, hat es mir den Boden unter den Füßen weggerissen." Er schmeißt alles hin, packt seine Campingausrüstung und geht. Seiner Frau hinterlässt er die Möbel, Bücher, Klamotten – und einen Zettel. "Ich bin weg" steht darauf. […]
Immer wieder ziehen sich Obdachlose aus Städten in Wälder zurück. "Ursache sind meist psychische Erkrankungen", sagt Matthias Röhrig, Leiter der Teestube. Die Menschen brechen den Kontakt zu der Gesellschaft ab, mit der sie nicht zurechtkommen. In Wiesbaden gibt es wohl eine Handvoll Obdachlose, die in Wäldern leben. Offizielle Zahlen für ganz Deutschland gibt es nicht.
"Paul H. war depressiv", glaubt Röhrig.
"Ich habe mit meinem Verhalten der Norm nicht entsprochen", sagt Paul H.
Paul H. sucht sich einen Platz in der Nähe eines Friedhofs, dort hat er Zugang zu Wasser. Er geht planvoll vor, schafft sich feste Strukturen, einen geregelten Tagesablauf. Mit einem Fünf-Liter-Kanister holt er sich jeden Morgen frisches Wasser und erhitzt es in einem Kessel über dem Lagerfeuer.
Paul H. investiert viel Zeit, um den Schein zu wahren. Er ist bekannt in der Stadt, niemand soll sein Scheitern erahnen. […]
Geld verdient er mit dem Sammeln von Leergut, vier bis fünf Euro. Das reichte für das Leben im Wald. Er hat eine feste Tour, jeden Tag zehn Kilometer. Manchmal klingt es fast romantisch, wenn der 52-Jährige erzählt. "Nein", sagt er. "Das ist furchtbar. Du weinst zwar nicht. Aber es ist schrecklich einsam. Du vergisst, wie es ist, gemocht zu werden."
[…] Seinen Unterschlupf zeigt er niemandem: aus Scham. Nur zweimal hatte er dort Besuch von Menschen.
Beim ersten Mal sind es Jugendliche. Als sie auf sein Heim stoßen, ist er Leergut sammeln. Bei seiner Rückkehr sind die Zeltstangen zerbrochen, die Schuhe durch die Gegend geworfen. Seine Papiere, der Sozialversicherungsausweis und vor allem die Bilder der beiden Töchter aus erster Ehe – alles ist zerstört. "Wenn du so lebst, bist du nichts wert", sagt Paul H. Er sucht sich einen neuen Platz. Noch tiefer im Wald, noch entlegener.
Beim zweiten Mal stehen plötzlich Polizisten vor seiner Behausung. In der Nähe ist in ein Gartenhäuschen eingebrochen worden. Der 52-Jährige kann den Verdacht ausräumen, die Beamten werden trotzdem aktiv. Sie fahren mit dem Obdachlosen zum Sozialamt. Sie reden für ihn mit den Sachbearbeitern, stehen neben ihm, bis alle Formulare ausgefüllt sind. Das war im Juli, seitdem bekommt er Hartz IV, 382 Euro im Monat. Dann fahren die Beamten ihn zur Obdachlosen-Einrichtung, wo der 52-Jährige auf Matthias Röhrig trifft. […]
Paul H. lebt zwar noch immer im Wald, doch seit Juli hat er sich auf den Rückweg in die Gesellschaft gemacht. "Ich will so nicht mehr leben", sagt er. Er nimmt an einem Hauswirtschaftsprojekt der Diakonie teil, das Obdachlose wieder an Arbeit und feste Strukturen heranführen soll. […] [E]r geht zum Arbeitsamt, lernt den Umgang mit dem Computer, setzt sich mit seiner Krankenkasse in Verbindung. Inzwischen steht er ganz oben auf der Warteliste für einen Platz in einer Wohngruppe. Als Übergang zu einer eigenen Wohnung.
Paul H. glaubt, dass es nur eine Frage von wenigen Wochen ist, bis er den Wald verlassen kann. Bald hat er seinen ersten Arbeitstag als Koch in einem Restaurant. […]
Wenn er seine eigene Wohnung hat, ist dann alles wieder gut? "Nein", sagt er entschieden. "Es wird wohl noch ein bis zwei Jahre dauern, bis ich wieder richtig in der Gesellschaft angekommen bin. Je länger man außerhalb lebt, desto schwieriger ist der Rückweg."

Gesa Fritz, "Der Mann aus dem Wald", in: Spiegel Online, www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/obdachlosigkeit-der-mann-aus-dem-wald-a-938735.html


Straßenobdachlosigkeit

Die letzte Stufe der sozialen Deklassierung ist mit der Straßenobdachlosigkeit erreicht. Straßenobdachlos ist die relativ kleine Gruppe von Menschen, die kein dauerhaftes Dach über dem Kopf haben. Sie leben im Freien, "machen Platte" in Parks, auf der Straße oder an anderen öffentlich zugänglichen Stellen. Manche von ihnen nutzen leer stehende Wohnungen, einige verbringen die Nächte in Notübernachtungshäusern, den sogenannten Obdachlosenasylen.

Wer ohne Obdach leben muss, dem ist eine elementare Grundlage für ein gesichertes, menschenwürdiges Leben entzogen. Die Wohnung ist nicht nur materielle Basis für Wärme, Schutz und Geborgenheit, sondern unabdingbare Voraussetzung für Arbeit, Familie, Privatleben, Hygiene, für bestimmte Formen der Kommunikation (z. B. Postzustellung) und für ein Mindestmaß an sozialer Anerkennung. Ein Leben auf der Straße bedeutet ein Leben außerhalb vieler, ja nahezu aller Normen, den "Ausschluss aus der Welt derer […], die sich gegenseitig als Menschen wiedererkennen und anerkennen" – so hat es Hartwig Drude, der frühere Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft für Wohnungslosenhilfe, etwas überspitzt formuliert.

Die Belastungen, die mit dem ungesicherten und entwürdigenden Leben eines "Landfahrers" oder "Stadtstreichers" verbunden sind, haben bei längerer Dauer körperliche und psychische Schäden sowie vorzeitige Alterung zur Folge und verringern die Lebenserwartung um etwa zehn Jahre. Seit 1991 sind mindestens 278 Straßenobdachlose im Freien – auf Parkbänken, unter Brücken, in Abrisshäusern, Gartenlauben und an ähnlichen Orten – erfroren.
Nach den neuesten Schätzungen der BAG W ist der harte Kern derjenigen, die über einen längeren Zeitraum "Platte machen" und ohne jede Unterkunft auf der Straße leben, von 35.000 im Jahr 1996 nach und nach auf den Tiefststand von 18.000 im Jahr 2006 zurückgegangen. Seitdem ist ihre Zahl allerdings wieder um ein Drittel auf 24.000 im Jahr 2012 angestiegen.

Betroffen von Straßenobdachlosigkeit sind hauptsächlich alleinstehende Männer im Alter zwischen 20 und 50 Jahren. Etwa ein Fünftel von ihnen sind ehemalige Strafgefangene, die nach ihrer Haftentlassung nicht oder noch nicht wieder Fuß fassen konnten. Der Frauenanteil ist seit den 1990er-Jahren von 3 bis 5 Prozent auf etwa 10 Prozent gestiegen. In einer Studie von Wolfgang Ludwig-Mayerhofer u. a. (2001) wird darauf hingewiesen, dass in dieser Zahl die verdeckte weibliche Straßenobdachlosigkeit nicht berücksichtigt ist, also diejenigen Frauen, die "zweckorientierte Partnerschaften mit Männern eingehen, um dem ungeschützten Leben auf der Straße und der damit verbundenen Stigmatisierung auszuweichen".