Das Entscheidungszentrum für die rassistische Vernichtungspolitik des NS-Regimes war die Reichshauptstadt Berlin. Nach 1990 wurden im Zentrum
der Stadt Gedenkorte für Opfergruppen des Nationalsozialismus geschaffen: das Denkmal für die ermordeten Juden Europas des USamerikanischen
Architekten Peter Eisenman; das Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma des israelischen Environment-Künstlers Dani Karavan; der Gedenk- und Informationsort für die Opfer der nationalsozialistischen "Euthanasie"-Morde der Architektin Ursula Wilms, des Künstlers Nikolaus Koliusis und des Landschaftsarchitekten Heinz W. Hallmann auf dem einstigen Grundstück des Organisationszentrums der Krankenmorde in der Tiergartenstraße 4 sowie das Denkmal für die Opfergruppe der Homosexuellen des dänisch-norwegischen Künstlerpaares Michael Elmgreen und Ingar Dragset.

Ausgewählte Opfergruppen

Juden, Sinti und Roma, Zwangsarbeiter, Kranke, Homosexuelle sowie nicht angepasste Jugendliche stehen stellvertretend für alle Menschen, die der nationalsozialistischen Vernichtungsideologie zum Opfer fielen.

Der sogenannte "Judenstern" musste öffentlich getragen werden. Die Abbildung zeigt ein Stück des Stoffes, aus dem die Sterne herausgeschnitten wurden.

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Juden

Das Verbrechen an den europäischen Juden hatte, bedingt durch den jeweiligen Einflussbereich der NS-Herrschaft, zwei Schwerpunkte: zum einen die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland bis zur ersten Kriegsphase 1939/1940, zum anderen – mit der Ausweitung des deutschen Machtbereichs infolge des Krieges – die Ermordung der Juden aus den besetzten Gebieten Europas, wobei die noch in Deutschland verbliebenen Juden in die von den Nationalsozialisten so bezeichnete "Endlösung" einbezogen wurden. Weiter...

"Mädchen mit Ball" - Skulptur des Malers und Bildhauers Otto Pankok.

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Sinti und Roma

Roma (Singular: Rom=Mensch) ist die Selbstbezeichnung einer Volksgruppe, die vor über 1000 Jahren aus dem Nordwesten Indiens nach Westen abwanderte. Die Sinti sind eine Teilgruppe der Roma und seit Jahrhunderten im deutschsprachigen mitteleuropäischen Raum beheimatet. Hier herrschte bis weit in das 20. Jahrhundert die Fremdbezeichnung "Zigeuner" für diese Volksgruppe vor − ein Begriff, der mit vielfältigen und nicht allein negativen Klischees und Vorurteilen verbunden war und ist. Weiter...

Eine Gruppe von Menschen aus der Sowjetunion, die nach Deutschland
zur Zwangsarbeit verschleppt worden waren, bei ihrer Ankunft im sauerländischen
Meinerzhagen am 29. April 1944

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Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter

Mit dem fortschreitenden Krieg herrschte ein eklatanter Mangel an Arbeitskräften in der deutschen Wirtschaft. Daher hatte das NS-Regime bereits nach dem "Polenfeldzug" die etwa 300.000 polnischen Kriegsgefangenen als Arbeitskräfte in Deutschland eingesetzt, überwiegend in der Landwirtschaft. Weitere Hunderttausende Polinnen und Polen wurden in der Folgezeit bei regelrechten Menschenjagden eingefangen, so dass schon im Frühsommer 1940 mehr als eine Million Menschen aus Polen im Deutschen Reich zur Zwangsarbeit eingesetzt waren. Weiter...

Das Denkmal der "Grauen Busse"

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"Gemeinschaftsfremde" und Kranke

Der Begriff "Gemeinschaftsfremde" wurde in der NS-Zeit gleichbedeutend mit "Asoziale" verwendet. Die NS-Rassenlehre hatte einen spezifischen Begriff von "asozial", der auf alle möglichen gegenwärtigen Interpretationen nicht übertragbar ist. So hieß es in den Durchführungsrichtlinien zu einem Erlass über "Vorbeugende Verbrechensbekämpfung" vom 14. Dezember 1937: "Als asozial gilt, wer durch gemeinschaftswidriges, wenn auch nicht verbrecherisches Verhalten zeigt, dass er sich nicht in die Gemeinschaft einfügen will.[...]" Weiter...

Der Frankfurter Engel – ein Mahnmal an die Verfolgung Homosexueller

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Homosexuelle

Wie bei anderen Opfergruppen des NS-Rassismus schuf das NS-Regime auch für die Verfolgung von Homosexuellen eigens eine Behörde; 1936 wurde die "Reichszentrale zur Bekämpfung der Homosexualität und Abtreibung", angesiedelt beim Reichskriminalpolizeiamt, eingerichtet. Die Bezeichnung des Aufgabenfeldes offenbart die Zielsetzung. Die Nationalsozialisten meinten, einer "Schwächung der allgemeinen Volkskraft", also der Bevölkerungszahl, vorbeugen zu müssen. Weiter...

Karikatur in den "Hamburger Gaunachrichten. Zentralorgan der NSDAP" vom Oktober 1941.

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Nicht angepasste Jugendliche

Im NS-Regime hatte die Geheime Staatspolizei (Gestapo) für Jahre ein Problem: Es gab offenbar Jugendliche, die sich in ihren Einstellungen und ihren Verhaltensweisen jenen Normen widersetzten, die in der nationalsozialistischen Gesellschaft als "gesund" propagiert wurden. Es gab die "Edelweißpiraten" im Rheinland und im Ruhrgebiet sowie die "Swing-Jugend" in vielen Großstädten des Reichs, besonders in Hamburg. Weiter...