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3.1.2017

Tools zur Verschlüsselung

Viele Daten, die online verschickt werden, können mitgelesen werden – von Dienst-Anbietern, Hackern oder Geheimdiensten. Digitale Spuren, die bei der Internetnutzung automatisch hinterlassen werden, sind nachvollziehbar und auswertbar. Außerdem können Daten zu kriminellen Zwecken missbraucht werden, wenn das eigene Smartphone oder der Laptop geklaut werden. Das "SIN-Studio im Netz" hat in einer Broschüre Tipps und hilfreiche Tools zusammengestellt, die bei der Verschlüsselung von Daten und Absicherung eigener Geräte unterstützen sollen.
Tools zur VerschlüsselungTools zur Verschlüsselung (© bpb)




Flyer als PDF zum Download
Online-Übersicht


Unabhängig davon mit welchen Geräten und über welche Anbieter man sich im Internet bewegt: zu jedem Zeitpunkt werden personenbezogene Daten produziert. Um insbesondere junge Menschen für den eigenverantwortlichen Schutz ihrer produzierten Daten im Netz zu sensibilisieren, hat das "SIN - Studio im Netz" Tipps und Tools zur Absicherung der eigenen Daten zusammengestellt. Dafür wurden verschiedene Tools einem Praxistest unterzogen und erst nach Prüfung durch die Medienpädagog(inn)en des SIN ausgewählt.

In einer Online-Übersicht und in der Form eines Flyers sind solche Anbieter zusammengestellt, die –dem jeweiligen Nutzungsverhalten entsprechend – als unmittelbare Unterstützung zur Verschlüsselung der eigenen Daten genutzt werden können: sortiert nach den Bereichen Smartphone, E-Mails, Browser, Festplatte und Cloud-Speicher. Die Übersicht der empfohlenen Anbieter wird fortlaufend aktualisiert.



Für dein Smartphone

  • Datenschutz-Einstellungen: Welche Einstellungsmöglichkeiten solltest du anpassen? Die Seite mobilsicher.de liefert umfangreiche Checklisten zur Sicherung mobiler Geräte.
  • App-Berechtigungen überprüfen: Einige Apps räumen sich unnötig viele Zugriffsrechte ein. Um einen Überblick darüber zu erhalten, ist z.B. die kostenlose App My Permissions hilfreich. Sie ist für Android und iOS sowie als Browser-Erweiterung erhältlich. (Ähnlich funktioniert die kostenlose App Clueful, die jedoch nur für Android angeboten wird.)
  • Zugriffssperre: Die grundlegende Sicherung deines Smartphones ist eine Zugriffssperre, damit nicht alle, die das Gerät in die Hand nehmen, die Inhalte öffnen können. Eine Sperre mit PIN oder Passwort ist der beste Schutz, die Mustersperre ist weniger sicher. Ein Gesichts- oder Fingerabdruck-Scan ist nicht empfehlenswert, da du damit wichtige biometrische Daten weitergibst.
  • Verschlüsselung von Smartphones: Android-Phones lassen sich über die Systemeinstellungen verschlüsseln, eine Anleitung dazu findet sich z.B. bei androidpit.de. Auch für iOS-Geräte ist eine Hardware-Verschlüsselung möglich, die bei apple.com im Support-Bereich erklärt wird.
  • Smartphone-Sicherheit: Zahlreiche Apps werben damit, die Sicherheit mobiler Geräte zu erhöhen. Eine unabhängige Quelle mit aktuellen Informationen zur Online-Sicherheit ist das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik: bsi-fuer-buerger.de
  • Messenger: Datenschutzkonforme Messenger mit Verschlüsselung der Nachrichten sind z.B. die freien Apps Signal und Wire und Conversations sowie die proprietären Apps Threema und Telegram.
    Einen guten Überblick liefert die „Secure-Messaging-Scorecard“ von eff.org
.

Für deine E-Mail

  • GnuPG: Ein Open-Source-Programm zur Verschlüsselung von E-Mails, das auf dem standardisierten Datenformat Open PGP basiert. Die verschlüsselten Daten können mit einem Schlüssel geöffnet werden, der vom Sender an den Empfänger übergeben wird. Zudem sind die User über eine digitale Signatur authentifiziert.
  • GPG4Win: Kostenlose GnuPG- Implementierung für Windows mit öffentlichem Quellcode. Das Programm unterstützt bei der Einrichtung eines privaten Schlüssels und bietet Tools zum Ver- und Entschlüsseln von Daten an.
  • Enigmail: Ein Plugin für Mozillas E-Mail-Client Thunderbird. Mit Enigmail lassen sich verschlüsselte E-Mails versenden. Der Schlüssel lässt sich in Enigmail direkt oder über Drittsoftware wie GPG4Win erzeugen.
  • K-9 Mail: Kostenlose und quelloffene App für Android, die die Einrichtung mehrerer E-Mail-Konten ermöglicht. Eine Mail-Verschlüsselung ist mithilfe weiterer Software wie OpenKeychain möglich.
  • ProtonMail: Ein quelloffener und kostenfreier E-Mail-Dienst der Forschungseinrichtung CERN, der einen verschlüsselten E-Mail-Verkehr ermöglicht. ProtonMail ist als App für Android und iOS sowie als Web-Anwendung benutzbar.

Für deinen Browser

  • HTTPS Everywhere wandelt die unverschlüsselte Datenübertragung auf Webseiten in eine verschlüsselte Übertragung um. Die freie Software ist für Mozilla Firefox und Google Chrome kostenlos erhältlich.
  • Privacy Badger blockiert Tracking-Versuche und weitere Angriffe auf die Privatsphäre. Die Erweiterung ist frei lizensiert und für Firefox-, Chrome- und Opera-Browser erhältlich.
  • uBlock Origin ist ein quelloffenes, kostenfreies Browser- Plug-In, das Tracking-Anfragen, Werbung uvm. blockiert.
  • noScript blockiert JavaScripts, Java-Applets, Flash– und Silverlight-Animationen. Das Tool steht unter freier GNU-Lizenz und ist gratis erhältlich, jedoch nur für Mozilla Firefox. (Ein ähnliches Tool für Chrome ist ScriptSafe.)

Für deine Festplatte

  • VeraCrypt: Ermöglicht die Verschlüsselung von Ordnern, Festplatten, Wechseldatenträgern oder auch des gesamten Systems. VeraCrypt ist kostenlos und als Open-Source-Programm verfügbar.
  • TrueCrypt: Die „Mutter“ der Verschlüsselungstools für diverse Plattformen. Obwohl TrueCrypt nicht mehr weiterentwickelt wird, ist es noch der De-facto-Standard.
  • BitLocker: Ein Microsoft-Programm zur Festplattenverschlüsselung. Es schützt mit Hilfe von TPM (Trusted Platform Module) das Windows-Betriebssystem und alle Benutzerdateien. BitLocker ist proprietär und nur für Windows verfügbar.

Für deinen Cloud-Speicher

  • Boxcryptor: Eine Verschlüsselungssoftware für Dateien, die in Cloud-Speicherdiensten wie Dropbox, Google Drive uvm. abgelegt werden. Die proprietäre Software ist für Privatanwender kostenlos.
  • Whisply: Neues Online-Tool von BoxCryptor, das ebenfalls Dateien vor dem Cloud-Upload verschlüsselt. Das Tool ist mit Dropbox, Google Drive und Microsoft One Drive kompatibel und benötigt keine zusätzliche Anmeldung.

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