Header Big Data

31.7.2017 | Von:
jfc Medienzentrum

Life Profiler

Dokumentarisches Theater als "Live Statistik" mit gesellschaftlich repräsentativen Rollen

"Life-Profiler" macht die Teilnehmer(innen)-Gruppe zur "Gesellschaft in der Nussschale". Durch Fragen, Antworten und positive wie negative "Orakelsprüche" lernen die Teilnehmer(innen) Mechanismen von Big Data Analytics kennen und erfahren mögliche Auswirkungen auf einer gesellschaftlichen Ebene. Wer profitiert von solchen Analysen? Wem entstehen daraus Nachteile? Wie fühlt es sich an, wenn Wirkungen digitaler Ein- und Ausschlüsse plötzlich im konkreten Raum sichtbar werden? Nur eines wissen wir mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit: Lügen ist unmöglich…
Verschiedene Social Media Apps auf einem Mobiltelefon.Verschiedene Social Media Apps auf einem Mobiltelefon. (© picture-alliance/dpa)


Downloads:
Alle Materialien gesammelt als ZIP-Ordner zum Download

Hinweise zur Methode

Life-Profiler orientiert sich an Formen dokumentarischen Theaters, beinhaltet Rollenspiel-Elemente und bezieht sich auf Lehr-Lern-Methoden des globalen Lernens. Das Spiel ist deutlich an Arbeiten der Performance-Gruppe Rimini Protokoll angelehnt. In "100 PROZENT Köln" etwa spielen 100 Einwohner(innen) aus Köln auf der Bühne sich selbst und repräsentieren so in verschiedenen Übungen die ganze Gesellschaft.
  1. Life-Profiler greift auch auf statistische Methoden des globalen Lernens zurück, wie sie etwa im Projekt Unser Kleines Dorf zu finden sind. Das Buchprojekt versucht die Frage „Was wäre, wenn die Welt ein Dorf mit 100 Menschen wäre?“ zu bearbeiten und zu beantworten.
  2. Dabei werden statistische Probleme genauso erläutert wie politische, ökonomische, ökologische und andere Aspekte. Life-Profiler muss allerdings auf eine globale Perspektive verzichten und ist so gesehen eurozentristisch.
Eine grundlegende Einführung in das Thema Big Data Analysen bietet Life-Profiler nicht. Das Spiel ist als Vertiefung gedacht. Es geht in der Methode darum, Erkenntnisweisen von Big Data Analytics kennen und verstehen zu lernen und mögliche gesellschaftliche Auswirkungen zu erfahren und zu reflektieren. Wer profitiert am meisten von bestimmten Analysen? Wem entstehen daraus Nachteile?

Die Methode zielt darauf, sehr abstrakte Zusammenhänge konkret, also erfahrbar zu machen. Um eine gesellschaftliche Perspektive zu erreichen, ist allerdings das Einfühlungsvermögen der Jugendlichen gefragt: Wie wäre das wohl, wenn ich eine Rentnerin wäre? Oder ein Sozialarbeiter? Die vorbereiteten Rollen, in die die Teilnehmenden schlüpfen, stehen zwar stellvertretend für Gesellschaft in ihrer ganzen Breite, sind aber nicht statistisch repräsentativ. Das wäre für 2050 auch ganz schön schwierig auszurechnen. Trotzdem beschreibt die Methode Effekte, die wir in ähnlicher Form aus der Gegenwart kennen.

Dauer
  • 1,5 – 3,5 Stunden

  • Teilnehmende
  • 15 – 25 Personen ab 14 Jahren

  • Materialien
    bereitgestellte Materialien:
  • eine Charakterkarte pro Teilnehmer(in) (ausgedruckt und am besten laminiert)
  • Szenarien und Orakelsprüche (Folien am Projektor und/oder ausgedruckt)
  • Factsheets mit entsprechendem Symbol
  • Reflexions- und Diskussionsfragen für die Spielleitung
  • Optional: Verkleidungskiste oder Bastelmaterial zur Ausgestaltung der Charaktere
  • Optional: Möglichkeit zum Abspielen von Sound-Dateien
  • Optional: Kameraübertragung oder -aufzeichnung aus der Vogelperspektive zur Dokumentation
  • Optional: Marken zur Verteilung an die Spieler (z.B. Schokoladen-Geldstücke, gedruckte Smileys,…)

  • Raum und Ausstattung
  • Freiraum ohne Möbel oder andere Hindernisse, etwa in der Größe eines halben Klassenzimmers.
  • Alle Teilnehmenden müssen gleichzeitig an einem Ende des Raumes Platz haben und gut von der einen Seite auf die andere Seite des Raumes wechseln können.
  • Sitzgelegenheiten und Bastelplätze (Stuhlkreis, Tische)
  • Rechner, Projektor und Projektionsfläche


  • Die Spielphasen im Überblick

    I. Einführung in Thema und in Zukunftsszenario (10 – 60 Minuten)
    Die Teilnehmer(innen) erhalten grundlegende Informationen über Big Data Analytics und werden in das Zukunftsszenario 2050 eingeführt.

    II. In die Rollen schlüpfen (20 - 30 Minuten)
    Die Teilnehmer(innen) erhalten Charakterkarten für Rollen, in die sie sich mit verschiedenen Methoden hineinversetzen.

    III. Die Live-Statistik (30 - 60 Minuten)
    Die Live-Statistik besteht aus einer Serie von fünf Szenarien. In jedem Szenario werden einige Aussagen getroffen. Alle Teilnehmer(innen) reagieren auf die Aussagen durch ihre Position im Raum – je nachdem, ob die Aussage auf sie zutrifft oder nicht. Jedes Szenario endet mit einem Orakelspruch. Mit Orakelspruch bezeichnen wir die Konsequenzen, die sich für die Teilnehmenden ergeben – diese können positiv oder negativ sein.

    IV. Reflexion (30 - 60 Minuten)
    Die Erfahrungen der Teilnehmer(innen) sowie erwünschte oder problematische gesellschaftliche Konsequenzen von Big Data Analysen werden diskutiert und reflektiert. Ein Ziel besteht in der Erkenntnis, dass die Szenarien bereits heute möglich wären und die Orakelsprüche – auf Basis der Auswertung von Daten – möglich sind. Ein zweites Ziel ist die Einsicht, dass Big Data Analysen oft sozial ungerecht funktionieren, wenn sie für verschiedene Personengruppen unterschiedliche Konsequenzen mit sich bringen.


    Publikation

    Arbeitshilfe für die Jugendarbeit

    Das jfc Medienzentrum Köln hat eine kostenlose Arbeitshilfe für die Jugendarbeit zum Thema Big Data entwickelt. Sie behandelt grundlegende Fragen zum Thema, stellt praktische Methoden für die Jugendarbeit vor und verschafft einen Überblick über weitere Informationen rund um das Thema.

    Mehr lesen

    Übersicht

    Tools zur Verschlüsselung

    Viele Daten, die online verschickt werden, können mitgelesen werden – von Dienst-Anbietern, Hackern oder Geheimdiensten. Digitale Spuren, die bei der Internetnutzung automatisch hinterlassen werden, sind nachvollziehbar und auswertbar. Das "SIN-Studio im Netz" hat in einer Broschüre Tipps und hilfreiche Tools zusammengestellt, die bei der Verschlüsselung von Daten und Absicherung eigener Geräte unterstützen sollen.

    Mehr lesen

    Datenbank

    Medienkompetenz-Datenbank

    Die Medienkompetenz-Datenbank bietet einen Überblick über die Vielfalt an länderübergreifenden, überregionalen und regionalen Angeboten zur Förderung der digitalen Medienkompetenz für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Es ist eine systematische Sammlung von nachhaltigen institutionalisierten nicht kommerziellen Angeboten, deren erklärtes Ziel es ist, Medienkompetenz als Kernkompetenz zu fördern.

    Mehr lesen

    Schwerpunktthema "Die Netzdebatte"

    Überwachung, Tracking, Datenschutz

    Alarmismus, antiamerikanische Reflexe, Paranoia oder berechtigte Angst vor der Aushöhlung des Rechtsstaats und der Übermacht technisch hochgerüsteter Geheimdienste? Die Debatte zum Thema Überwachung und Datenschutz ist kompliziert. Netzdebatte vergleicht Positionen, erörtert Hintergründe und diskutiert Perspektiven.

    Mehr lesen

    Viktor Mayer-Schönberger bei den Bonner Gesprächen 2016

    Viktor Mayer-Schönberger, der weltbekannte Wissenschaftler und Autor mehrerer Grundsatzwerke zu "Big Data" führte bei den Bonner Gesprächen mit seiner faszinierenden Vortragsweise in das herausfordernde Thema ein.

    Jetzt ansehen

    einfach Internet

    einfach Internet: Online-Leitfäden in einfacher Sprache

    Teilhabe mit Medien für alle. Die "Internet-Leitfäden in einfacher Sprache" sind für alle Menschen, die noch wenig Erfahrung mit dem Internet gemacht haben: Die ersten Schritte ins Netz, Facebook, YouTube, WhatsApp selbständig nutzen. Einfache Sprache soll dabei helfen, Informationen besser zu verstehen.

    Mehr lesen

    Dossier

    Die Politik des Suchens

    Beherrschen Suchmaschinen nicht nur Märkte, sondern auch unser Denken? Am Beispiel von Google untersucht das Dossier deren Bedeutung und innere Systematik. Es diskutiert angemessene Reaktionen in Gesellschaft, Gesetzgebung und Politik sowie von Verbraucherseite.

    Mehr lesen

    Schwerpunktthema "Die Netzdebatte"

    Internet der Dinge

    In ziemlich naher Zukunft werden die Dinge unseres Alltags miteinander kommunizieren und uns das Denken abnehmen. Unser Haus regelt dann selbstständig Wärme und Strom, unser Auto erkennt seinen Fahrer und lenkt uns autonom zur Arbeit. Wie das unser Leben gravierend verändern wird, zeigt der Schwerpunkt „Internet der Dinge“ auf Netzdebatte.

    Mehr lesen

    Mediathek

    Evgeny Morozov: Big Data and You

    Vortrag und Diskussion in englischer Sprache mit Evgeny Morozov in der neuen Staffel der Reihe Die Neue Weltbühne der Bundeszentrale für politische Bildung am 07.10.2013 in Berlin.

    Jetzt ansehen

    Schwerpunktthema "Die Netzdebatte"

    Wer regiert das Netz?

    Seit den Anfängen des Internets wird viel und gerne darüber diskutiert, wer im Netz das Sagen hat. Wer regelt den Zugang zum Netz? Wer bestimmt die Spielregeln? Im Schwerpunkt "Wer regiert das Netz" blickt Netzdebatte auf die aktuellen Entwicklungen und Debatten um die Netzinfrastruktur und Netzneutralität.

    Mehr lesen

    Schwerpunktthema "Die Netzdebatte"

    Open & Big Data

    Open und Big Data - zwei Begriffe, deren Bedeutung für die Gesellschaft momentan sehr unterschiedlich verhandelt wird. Während Open Data in der öffentlichen Wahrnehmung zumeist für Offenheit und Transparenz steht, verbindet man mit Big Data riesige, undurchsichtige Datenmengen, die von Geheimdiensten wie Unternehmen unter Ausschluss der Öffentlichkeit verarbeitet werden. Was steckt tatsächlich dahinter?

    Mehr lesen

    Schwerpunktthema "Die Netzdebatte"

    Brauchen wir die Vorratsdatenspeicherung?

    Die Vorratsdatenspeicherung steht in Deutschland wieder zur Debatte. Auch ein Alleingang, ohne Abstimmung mit Brüssel, scheint nicht undenkbar. Zeit, sich ernsthaft mit dem Thema auseinanderzusetzen. Diskutieren sie mit, hier bei uns auf netzdebatte.bpb.de!

    Mehr lesen