Die Beste aller Welten - Die Spielwelten im Überblick
8.3.2018

Bausteine für eine Gruppenreflexion rund um Demokratie in DBAW

Die Reflexion beinhaltet die Zusammenführung der verschiedenen Blickwinkel aller Beteiligten auf das Spielgeschehen. Wenn man über politische Bildung und insbesondere Demokratie redet, ist die Reflexion eines Planspieltages der zentrale Baustein, in dem die angestrebten Bildungsziele thematisiert werden.

Selbst wenn sich auf der Insel ein scheinbar bequemes Leben mit einer Diktatorin bzw. einem Diktator und einer blindlings gehorchenden Masse entwickelt: Auch dieses Spielergebnis kann in der Reflexion aufgebrochen und neu beleuchtet werden. Dies geschieht, indem man beispielsweise das Inselleben aus der Perspektive aller Beteiligten bezüglich seiner Langfristigkeit hinterfragt.

In der Reflexion geht es also um die Zusammenführung der verschiedenen Blickwinkel auf das Spielgeschehen. Damit erhalten auch einzelne Positionen, die im Gesamtgeschehen nicht deutlich ersichtlich waren, ihren Platz und Stellenwert. Scheinbare "Einbahnstraßen" im Spielverlauf und Gedanken wie "Es musste ja so kommen" werden durch die Perspektivenvielfalt und Kreativität der Gruppe aufgebrochen.

Bausteine zur Gruppenreflexion

Wegweiser für die Reflexion in der Inselwelt.Wegweiser für die Reflexion in der Inselwelt. (© S. Schwarz)

Einstieg
Wie starte ich eine gute Reflexionsrunde?
Wir empfehlen, mit einer Blitzlichtrunde zu beginnen, so dass alle Teilnehmenden kurz zu Wort kommen können und sich die Spielleitung damit einen Überblick über das Befinden aller verschafft. Allerdings raten wir davon ab, nach dem Uhrzeigerprinzip eine Person nach der anderen sprechen zu lassen. Denn dann stellt sich nicht selten ein "Wiederkäuereffekt" ein, bei dem die erste Antwort mehrmals wiederholt wird.

Ampelkarten in der Reflexionsphase. (© DBAW-Methodenpool)

Ampelkarten in der Reflexionsphase.Ampelkarten in der Reflexionsphase. (© DBAW-Methodenpool)

Weiteres zu den Ampelkarten in der Gruppenreflexion: http://methodenpool.uni-koeln.de/inklusive_kommunikation/5_Uebung_Evaluation_ampelkarten.pdf
Um möglichst viele unterschiedliche Meinungen zu erhalten, empfehlen wir stattdessen die Methode der "Ampelkarten". Durch die Farben Grün und Rot wird hier explizit zu einem positiven wie negativen Feedback eingeladen. Wenn die Teilnehmenden eine Frage mit den Ampelkarten beantworten, geschieht dies gleichzeitig und nicht nacheinander, was der gegenseitigen Einflussnahme und somit dem Gruppendruck etwas entgegenwirken kann. Die Methode bietet der Spielleitung die Möglichkeit, zu Beginn dem "Roten" vor dem "Grünen" Vorrang zu geben, um den Spielenden, die am meisten Unbehagen spüren, erst einmal Luft zu machen.

Interessant ist es auch, wenn die Sitzordnung in der Reflexionsrunde der Gruppenzusammengehörigkeit entspricht. Oftmals sind die "Gewinner" die "Grünen" und eher andere (die Verlierer) zeigen rote Ampelkarten. Zur Verdeutlichung der unterschiedlichen Positionen in der oft als zu homogen wahrgenommenen Gruppe ist es wichtig, die unterschiedlichen Positionen visuell zu verdeutlichen.

Als Einstiegsfragen empfehlen wir zwei einfache Fragen: "Hat Dir das Spiel Spaß gemacht?" – Spaß hat auch immer mit Spielflow zu tun und mit vorhandenen Räumen für Eigenes. Spaß und Macht liegen oft nicht weit voneinander entfernt und so wird meist schnell ersichtlich, wer sich "dabei" oder "eher außen vor" gefühlt hat. Dagegen deutet die ebenso einfache, zweite Frage "Was war schwierig?" auf Herausforderungen hin. Wenn Machtverhältnisse unklar oder auch zu deutlich ungerecht verteilt sind, wird es neben der vielleicht empfundenen Langeweile auch mal schwierig, sich ins Spiel einzubringen. Diese zwei Fragen eignen sich, um einen ersten Eindruck von den Teilnehmenden zu erhalten, und leiten meist direkt über zu wichtigen Themen des Spielgeschehens.


Publikation zum Thema

Handbuch Planspiele in der politischen Bildung

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Das Handbuch Planspiele wurde von Wissenschaftlern und Praktikern aus unterschiedlichen Fachdisziplinen zur Verwendung in Wissenschaft und Praxis verfasst. Es führt anhand zahlreicher Praxisbeispiele in die Konzeption, Lerntheorie, Durchführung und Evaluation von Planspielen ein. Abgerundet wird der Band mit einem Serviceteil.Weiter...

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