Büroutensilien

27.1.2016 | Von:
Catharina Banneck

Im Praxistest: Europa kontrovers – Gesichter der Krise

Die Euro-Krise, ihre Ursachen und Auswirkungen sind vielfältig und für die Schülerinnen und Schüler aufgrund ihrer Komplexität schwer zu fassen. Sinnvoll ist es hier, exemplarisch vorzugehen und anhand von Ländern und konkreten Schicksalen die Ursachen der Krise sowie die Auswirkungen auf die Gesellschaft zu erarbeiten. Experten aus Irland, Portugal, Griechenland, Lettland, Spanien und Bulgarien illustrieren anschaulich ihren Standpunkt zu den vielschichtigen "Gesichtern der Euro-Krise".

Konzeption des Materials

Das vorliegende Material ist Teil des Abschnittes "Europa kontrovers", der sich mit umstrittenen Grundfragen der europäischen Politik beispielsweise zu den Themen Migration oder Klima befasst. Das Unterkapitel "Gesichter der Krise" legt den Schwerpunkt dabei auf die länderspezifischen Ursachen und Folgen der Krise. Eingeführt wird in die Thematik durch einen Artikel von Eckart Stratenschulte, der die Finanz- oder Wirtschaftskrise als eine Staatsschuldenkrise konkretisiert. Er reflektiert zunächst die Ursachen der hohen Staatsdefizite, anschließend die Folgen für ein einzelnes Land aber auch für die Europäische Union und schließlich Maßnahmen, um der Krise zu begegnen. In sechs weiteren Artikeln schildern Expertinnen und Experten aus Irland, Portugal, Griechenland, Lettland, Spanien und Bulgarien mit unterschiedlichen Schwerpunkten die Ursachen und den Umgang mit den veränderten wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen in ihren Ländern.

Der Einsatz bietet sich für den Politikunterricht in der Sekundarstufe II an, da die Texte für jüngere Schülerinnen und Schüler im Allgemeinen zu schwer verständlich sind.

Einsatzmöglichkeiten im Unterricht

Sich im Unterricht mit der Finanzkrise auseinanderzusetzen, ist sowohl für die Lehrenden als auch die Schülerinnen und Schüler eine Herausforderung. Die Tragweite der Krise ist universell, aber für die Lernenden äußerst abstrakt. Es macht deshalb Sinn, exemplarisch vorzugehen und anhand von Länder verbunden mit konkreten Schicksalen Ursachen und Auswirkungen der Krise insbesondere auf die Gesellschaft und die Wege aus der Krise zu erarbeiten.

Als Vorwissen aktivierender und über den visuellen Zugang motivierender Einstieg kann das nebenstehende Bild, das den Beitrag von Herrn Stratenschulte einleitet, gewählt werden. Impulse wären hier zunächst ein Brainstorming zu den Bildern, anschließend die Nennung der Thematik und schließlich die Formulierung von Problemfragen zum Gegenstand, die sich aus den Bildern ergeben.

In der Erarbeitungsphase setzen sich die Schülerinnen und Schüler kooperativ zunächst in Einzelarbeit mit den Ursachen, Maßnahmen und Auswirkungen der Europäischen Schuldenkrise in Irland, Portugal, Lettland, Spanien und Bulgarien auseinander. Sie nutzen als Ausgangspunkt ihrer Erarbeitungen die entsprechenden Artikel bei "Europa kontrovers – Gesichter der Krise". Insbesondere bei Spanien, Lettland und Bulgarien müssen sie noch weitere Informationen recherchieren, da die Beiträge nur einzelne Aspekte behandeln. Es ist sinnvoll, Griechenland in diesem Lernschritt auszuklammern und sich erst im Anschluss umfassender mit dem südeuropäischen Land zu befassen. Nach der Einzelarbeitsphase tragen die Lernenden ihre Ergebnisse zusammen, diskutieren in ihrer Gruppe Gemeinsamkeiten und Unterschiede und nehmen begründet Stellung zu der Frage, "Sparen oder Investieren? Der Streit um Europas Rettung". Die Diskussionsergebnisse können im nächsten Lernschritt, wenn der Fall Griechenland verhandelt wird, erneut aufgegriffen werden.

Eine Gruppe präsentiert in der Sicherung seine Ergebnisse, wobei das Plenum gegebenenfalls ergänzt oder korrigiert. Abschließend kehren die Schülerinnen und Schüler zu den Problemfragen des Einstiegs zurück und überprüfen, auf welche Fragen Antworten gefunden wurden und wo diese noch fehlen.

Anregungen

Der Anspruch und die Fokussierung der Beiträge sind sehr unterschiedlich. Während der Artikel zum Umgang Irlands mit der Krise auch mit nur basalen wirtschaftlichen Kenntnissen die Phasen der Krise nachvollziehen lässt, setzt der Experte aus Bulgarien differenziertere Kenntnisse der Fiskalpolitik voraus. Sinnvoll ist es hier, entweder mit den Schülerinnen und Schüler in einem vorhergehenden Lernschritt die notwendigen Kenntnisse zu erarbeiten, sie mithilfe ein ausführlicheres Glossar zu entlasten oder nicht alle Länderbeispiele zu nutzen.

Zugriff

Unter http://www.bpb.de/internationales/europa/europa-kontrovers/172121/gesichter-der-euro-krise stehen die einzelnen Artikel kostenlos bereit. Alle Beiträge finden Sie auch in englischer Sprache unter http://www.bpb.de/internationales/europa/europa-kontrovers/177603/english-version.


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