Büroutensilien

21.7.2017 | Von:
Catharina Banneck

Im Praxistest: Bedingungsloses Grundeinkommen – "Reichtum" für alle oder Zerstörung des Wohlfahrtsstaates?

Die Debatte um ein bedingungsloses Grundeinkommen spaltete die Gesellschaft. Überzeugten Verfechtern stehen ebenso entschiedene Gegner gegenüber. In Ländern wie der Schweiz durften die Bürgerinnen und Bürger im Juni 2016 per Volksabstimmung über das Grundeinkommen abstimmen. Auch wenn das Votum zugunsten der Gegner ausfiel, wurde durch das Referendum doch eine differenzierte Debatte unter den Eidgenossen angestoßen. Wie sieht es mit einer Einführung in Deutschland aus? Was spricht für, was gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen für jeden deutschen Einwohner?

Konzeption des Materials

Auf "Netzdebatte", dem Debattenportal der BpB, werden Themen aufgegriffen, die die Gesellschaft bewegen. Eines dieser Themen ist das bedingungslose Grundeinkommen. Die BpB präsentiert hier neben einer Presseschau und einem einführenden Artikel zu den Modellen des Grundeinkommens (Ute Fischer) Positionspapiere von Prof. Michael Opielka und Christopher Butterwegge. Im Netztalk diskutieren der Wirtschaftsforscher Davud Rostam-Afschar, der Gründer der Initiative Mein-Grundeinkommen.de, Michael Bohmeyer, und die Gewerkschaftlerin Franziska Wiethold die Machbarkeit und Sinnhaftigkeit des Grundeinkommens. Einen Blick nach Amerika ins Silikon Valley wagt Evgeny Morozov. Er entlarvt die vermeintlichen Freunde des Grundeinkommens in den Reihen der Technik Mogule als deren größte Feinde. Die einzelnen Beiträge sind aufgrund ihres Anspruchsniveaus eher für den Einsatz im Politikunterricht der Sekundarstufe II geeignet.

Einsatzmöglichkeiten im Unterricht

Als Einstieg in das Thema bietet es sich an, aus dem Quiz ein bis maximal drei Fragen auszuwählen, die die Schülerinnen und Schüler zunächst intuitiv zu beantworten versuchen. Sie können dann auf dieser Basis Problemfragen für den Unterrichtsschritt formulieren.

Die Erarbeitungsphase kann mit dem gemeinsamen Anschauen der Netztalkdebatte gestartet werden, um den Lernenden zu ermöglichen, mit einem ähnlichen Wissensstand in die Debatte zu gehen. Da der Talk jedoch mit etwa 70 min. relativ lang ist und schon viele Argumente vorwegnimmt, können die Schülerinnen und Schüler sich auch in kooperativer Gruppenarbeit mit den Grundmodellen des bedingungslosen Grundeinkommens auseinandersetzen, die Ute Fischer in ihrem Artikel vorstellt.

Kern der Auseinandersetzung mit dem Grundeinkommen ist die Vorbereitung und Durchführung einer kontroversen Debatte basierend auf dem Tübinger Publikumsdebatten-Modell. Dies sieht zunächst eine geheime Abstimmung zu einer von den Schülerinnen und Schüler formulierten oder von der Lehrkraft vorgegebenen Leitfrage vor. Das Ergebnis der Abstimmung ist allein dem Moderatoren oder der Moderatorin bekannt. Anschließend setzen sich die Lernenden in vier Gruppen arbeitsteilig mit den Positionen zur Einführung des Grundeinkommens auseinander. Gruppen 1 und 2 stellen die Diskutierenden, Gruppe 3 bereitet als Publikum Fragen für den zentralen Fragepart des Debattenmodells vor und Gruppe 4 begleitet als Presse den Prozess. Die Presse hat nicht nur die Aufgabe, den Arbeitsprozess und die Ergebnisse der Auseinandersetzung zu dokumentieren, sondern sollte auch auf Basis der Presseschau auf der BpB-Seite eine Vorstellung des Themas vor Debatten-Beginn vorbereiten.

Als Material kann hier wunderbar auf die entsprechenden Positionspapiere von Prof. Michael Opielka (Pro) und Christopher Butterwegge (Contra) auf den Seiten der BpB zurückgegriffen werden. Die Debatte selbst wird dann nach dem vorgegebenen Muster durchgeführt. Am Ende der Kontroverse steht nun eine offene Abstimmung zur Leitfrage. Die Ergebnisse der geheimen Abstimmung zu Beginn werden mit denen der offenen Abstimmung verglichen und zum Abschluss als Impuls zur Diskussion der Leitfrage genutzt. Zum Ende des Unterrichtsschrittes können die Schülerinnen und Schüler zum Quiz zurückkehren und ihren Kompetenzzuwachs bei der Beantwortung der Fragen testen.

Anregungen

Das von der BpB konzipierte Quiz kann entweder um Fragen der Lernenden ergänzt werden oder diese können am Ende der Einheit ein eigenes Quiz konzipieren. Um eine fortwährende Aktualität der Einheit zu gewährleisten, können die Materialien etwa um Verweise auf folgende Seiten ergänzt werden: http://www.zeit.de/thema/grundeinkommen, http://www.sueddeutsche.de/thema/Bedingungsloses_Grundeinkommen.

Zugriff

Unter http://www.bpb.de/dialog/netzdebatte/222285/debatte-bedingungsloses-grundeinkommen stehen alle Materialien kostenlos bereit. Informationen zum Tübinger-Debattenmodell finden Sie auf http://www.streitkultur.net/verein/die-tubinger-debatte/


Was wäre, wenn jede_r von uns jeden Monat vom Staat einen festen Betrag aufs Konto überwiesen bekäme - ohne etwas dafür tun zu müssen? Das ist, vereinfacht gesagt, die Idee eines Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE). Die Idee ist kontrovers, denn sie kratz an einigen elementaren Fragen: Ist der Mensch von Natur aus faul oder fleißig? Wie sehr vertrauen wir unseren Mitmenschen wirklich? Was ist der eigentliche Sinn von Arbeit? Woran misst sich eigentlich der Wert von Arbeit?

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