GrafStat Fußball
1 | 2 | 3 Pfeil rechts

Auswertung der (nicht-repräsentativen) Online-Befragung zur EM 2008


29.7.2008
850 Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Schulen in Deutschland und Österreich haben an der (nicht-repräsentativen) Befragung zu Fußball und Nationalbewusstsein anlässlich der EM 2008 teilgenommen.

Jugendliche zu EM 2008 und Nationalbewusstsein



Nachdem sich bereits zur Weltmeisterschaft 2006 im eigenen Land Schulen in ganz Deutschland an einer Befragung zum Thema "Fußball und Nationalbewusstsein" beteiligt haben, wurden auch anlässlich der Euromeisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz Schülerinnen und Schülerinnen zu ihrer Einstellung zum Fußball und zum Nationalgefühl befragt. Der Fragebogen für die Jugendlichen stand in der Zeit von Anfang Juni bis Anfang Juli 2008 im Internet zur Verfügung. Die erhobenen Daten sind nicht repräsentativ und geben lediglich ein Meinungsbild deutscher und österreichischer Jugendlicher zum Thema wieder - was die Ergebnisse nicht weniger spannend macht.

Erfreulicherweise konnten mit dem Ende der Fußball-Europameisterschaft 2008 über 850 Fragebögen ausgewertet werden, von denen immerhin 22% (187) von österreichischen Schülerinnen und Schülern beantwortet wurden. Aus der Schweiz und anderen Ländern war leider nur eine sehr geringe Beteiligung zu verzeichnen, während der Großteil der Befragten mit über 76% (650) aus Deutschland kommt. Die meisten Befragten (über 82%) sind zwischen 12 und 19 Jahren alt. Fast 17% sind 20 Jahre oder älter. Es haben sich etwas mehr Jungen (54%) als Mädchen (46%) an der Befragung beteiligt.

Großes Interesse an der Euro 2008



Wie schon bei der Weltmeisterschaft 2006 war auch das Interesse an der Fußball-Europameisterschaft 2008 sehr groß. Auf die Frage "Welche Spiele schaust du dir an?" antwortete die große Mehrheit mit 55,6% "Möglichst alle Spiele" und weitere 25% wollten möglichst alle Spiele "ihrer" Mannschaft sehen. Bei dieser Frage sind vor allem die Unterschiede zwischen den Geschlechtern interessant (siehe Abb. 1). Auch wenn sich alle Befragten mehrheitlich möglichst alle Spiele anschauen möchten, so ist der Anteil bei den Jungen mit 61,9% gegenüber dem der Mädchen mit 42,3% viel höher. Bei den Schülerinnen erkennt man deutlich, dass ihr Interesse an der EM besonders dann groß ist, wenn die deutsche Mannschaft spielt. Überraschend ist, dass die Gruppe derjenigen, die sich gar kein Spiel ansehen, bei beiden Geschlechtern ähnlich groß beziehungsweise klein ist.



Bei der Frage "Wer wird Europameister?" lag die deutsche Mannschaft insgesamt sehr hoch im Kurs: 46,3% aller Befragten sahen die Deutschen als Sieger im Endspiel. 12,4% gaben bei dieser Frage "Spanien" an, wobei man davon ausgehen muss, dass einige Schülerinnen und Schüler die Befragung erst gegen Ende oder sogar kurz nach der Euro 2008 durchgeführt haben, als bereits einige Mannschaften ausgeschieden waren oder sogar der Sieger schon feststand. Während des Turniers waren nur 7,8% der Meinung, dass Spanien Euromeister wird (Stand der Zwischenauswertung: 18.06.08). Für die Niederländer votierten 12,3% der Befragten - bei der Zwischenauswertung waren es noch 14,5%. Portugal wurde am Ende immerhin noch von 9,4% (Zwischenauswertung: 11,9%) und Russland von 6,1% (Zwischenauswertung: 4,3%) als Favorit gehandelt. Die deutschen Jugendlichen waren zu 54,9% optimistisch, dass "ihre eigene" Mannschaft Europameister wird, dagegen nur 8,6% der Befragten aus Österreich. Hier scheint die Einschätzung um die sportliche Leistung der eigenen Nationalmannschaft den Ausschlag zu geben.

Fußball ist - besonders bei den großen internationalen Turnieren - ein "Mediensport". Dies zeigen die Ergebnisse auf die die Frage danach, wie die Spiele gesehen werden (siehe Abb. 2). Live im Stadion sind die Jugendlichen seltener dabei, häufig werden die Spiele im Fernsehen geschaut. Gerade bei denjenigen, die sich Fußballspiele vor allem bei Großereignissen ansehen, hat dabei der heimische Fernseher mit 38,7% inzwischen das Nachsehen gegenüber den "Public Viewing"-Angeboten (40,2%).

Gefragt nach ihrem Wissen über Fußball antworten über 61% der Jugendlichen mit "sehr viel" oder "viel". Der Anteil der Mädchen, die ihr Wissen als eher gering einschätzen, ist bei dieser Frage immer noch sehr viel höher als bei den Jungen (siehe Abb. 3). Auch bei den "aktiven Fußballern", die regelmäßig mit Freunden oder im Verein Fußball spielen, ist der Anteil der Mädchen verschwindend gering. Nur 5,6% von ihnen spielen "oft" oder "sehr oft" im Verein (Jungen: 29,1%), immerhin 29,1% der Mädchen spielen "oft" oder "sehr oft" mit Freunden (Jungen: 59,6%).


Im Zusammenhang mit internationalen Fußball-Turnieren interessieren sich die Jugendlichen vor allem für die Spiele und die Fußball-Stars (siehe Abb. 4): sowohl beim "sehr starken" wie auch beim "starken" Interesse liegen diese Antwortmöglichkeiten vor allen anderen. Auch die Begegnung mit Menschen erhält noch relativ hohe Werte, an den Ländern der EM-Teilnehmer sind die Jugendlichen am wenigsten interessiert.



 
Japan's Homare SAWA (JPN) (M) and teammates celebrate the win of the world cup during the final match of the Women's Soccer World Cup between USA and Japan, Commerzbank-Arena in Frankfurt on July 17., 2011. Pressefoto Mika Finale der Fussball Frauen-Weltmeisterschaft zwischen USA und Japan am 17. Juli 2011 in der Commerzbank-Arena in Frankfurt. Pressefoto MikaDossier

Frauenfußball-WM 2011

Deutschland ist in diesem Jahr Gastgeber der Frauenfußball-WM. Die bpb informiert über die Geschichte des Frauenfußballs und berichtet über Hintergründe abseits der üblichen Sportberichterstattung. Außerdem: die wichtigsten Länderdaten zu allen Teilnehmern. Weiter... 

Fußball begeistert - Amateurspieler in Südafrika. (Bild: AP)Dossier WM 2010

Fußballweltmeisterschaft in Südafrika

Mit Südafrika ist zum ersten Mal ein afrikanisches Land Ausrichter der Fußballweltmeisterschaft. Vor dem Hintergrund großer gesellschaftlicher Gegensätze kämpfen Teams aus 32 Ländern um den Titel. Weiter... 

Teaserbild Fussball-WM 2006Dossier

Fußball-WM 2006

2006 war die Fußball-Welt zu Gast in Deutschland. Die bpb stellt weiterhin alle Länder vor, die teilgenommen haben. Und in der Presseschau können Sie alles Wichtige zum Turnier nachlesen. Weiter... 

Grafstat Logo ServiceWenn's Fragen gibt...

Grafstat Service

Für alle Fragen, die bei der Durchführung Ihres Projektes auftauchen, versucht das Team der Universität Münster eine Antwort zu finden - ganz gleich, ob Sie Fragen zur Software, zur Methodik oder zur Organisation Ihres Projektes haben. Weiter... 

Grafstat Logo MethodenMeinungsforschung im Unterricht

Grafstat Methoden

Die Attraktivität des Unterrichtsfaches Politik/Sozialkunde kann in erheblichem Maße dadurch gesteigert werden, dass den Jugendlichen motivierende Aufgaben gestellt und Raum für Eigenaktivitäten geschaffen wird. Die unterrichtsmethodischen Vorschläge haben das Ziel, die methodischen Handlungsmöglichkeiten der Lehrperson deutlich zu erhöhen. Weiter...