Projekt KlassenCheckUp
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Baustein 3: Wie werten wir unsere Daten aus?

Einstieg in die Auswertung von Befragungsdaten


30.6.2010
Nun kann die Klasse die erhobenen Daten zum Klassenklima gemeinsam auswerten. Ziel ist es, Erkenntnisse über verschiedene Aspekte des Klassenklimas zu erlangen, um so bei Bedarf anschließend erforderliche und angemessene Maßnahmen ergreifen zu können.

Lernziele:



Die Schülerinnen und Schüler sollen
  1. Statistiken lesen und interpretieren können,
  2. mit GrafStat einfache sowie komplexe Grafiken und Tabellen erstellen können (einfache Häufigkeitsauszählungen, Kreuztabellen etc.),
  3. das Konzept der hypothesenorientierten Datenauswertung nutzen lernen,
  4. aus der Fülle der Daten relevante Ergebnisse erkennen und auswählen können,
  5. Sinn und Zweck einer Befragung zum Thema "Klassenklima" erkennen,
  6. gewonnene Ergebnisse aussagekräftig aufbereiten und in der Klasse präsentieren.
Dieser Baustein erläutert, wie die in der Klasse erhobenen Daten zum Klassenklima gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern ausgewertet werden. Ziel dabei ist es, Erkenntnisse über das in der Klasse herrschende Klima zu erlangen, um so bei Bedarf anschließend erforderliche und angemessene Maßnahmen ergreifen zu können. Aber auch methodische Fertigkeiten im Umgang mit Umfrageergebnissen sollen vermittelt werden.



Was geben Fragebogen und Daten überhaupt her? – Analyse des Fragebogens



Mit Hilfe des Online-Fragebogens können Sie die Befragung schnell und unkompliziert in der Klasse durchführen.Mit Hilfe des Online-Fragebogens können Sie die Befragung schnell und unkompliziert in der Klasse durchführen. (© BpB)
Zu Beginn dieses Bausteins wird auf die in Baustein 1 erarbeiteten Kriterien für ein gutes Klassenklima (vgl. Kartenabfrage) zurückgegriffen. Es soll abgeglichen werden, welche dieser Aspekte der Fragebogen (M 03.01), der in Baustein 1 – um nicht zu beeinflussen – ohne Besprechung zum Einsatz gekommen ist, berücksichtigt.

Unter der Fragestellung Welche unserer Aspekte kommen im Fragebogen vor und können in der nun anstehenden Auswertung folglich überprüft werden? soll dies gemeinsam analysiert werden. Die Schülerinnen und Schüler lesen sich den Fragebogen gründlich durch und erarbeiten in Stillarbeit die gesuchten Aspekte heraus.

Die Ergebnisse der Analyse können anschließend im Unterrichtsgespräch entweder an der Tafel oder aber – sofern die Ergebnisse der Kartenabfrage auf Plakaten noch im Klassenraum sichtbar aufgehängt sind – auf den Kärtchen selbst festgehalten werden, indem die Nummern der entsprechenden Fragen des Fragebogens auf den Karten notiert werden. Gegebenenfalls können auch Aspekte, die im Fragebogen thematisiert werden, bei der Kartenabfrage aber nicht genannt wurden, noch nachgetragen werden.

Es empfiehlt sich des Weiteren, auf die erarbeiteten Kategorien für ein gutes Klassenklima – nach denen der Musterfragebogen strukturiert wurde – einzugehen und die Klassenklimaaspekte nach diesen Kategorien zu sortieren.

Kategorien:
  1. Lern- und Arbeitsatmosphäre (Regeln, Störungsvermeidung etc.)
  2. Soziale Kompetenz und Soziale Interaktion innerhalb der Klasse
    • Streit-/Konfliktkultur
    • Meinungspluralität/Ausgrenzung
    • Minderung von Konkurrenzdruck/Neid
    • Förderung der Hilfsbereitschaft
  3. Kommunikation
  4. Klassenzusammenhalt
  5. Schulangst/-stress
  6. Partizipation und demokratische Strukturen innerhalb der Klasse
  7. Lehrerbild/Lehrerverhalten

Was genau wollen wir herausfinden? – Hypothesen bilden



Im Anschluss an den Abgleich von Fragebogen und Kärtchenabfrage sowie die Sortierung der Aspekte nach Kategorien gilt es nun zunächst, auf Grundlage der Fragen im Fragebogen konkrete Untersuchungsfragen (= Hypothesen) zu entwickeln, die später mithilfe des Datenmaterials überprüft werden sollen.

Vorab kann zur Unterstützung der Text M 03.02 "Was ist eine Hypothese?" eingesetzt werden, um eine Definition und vor allem die Funktion von Hypothesen in der empirischen Sozialforschung zu erarbeiten.

Die Entwicklung der eigenen Hypothesen bzw. Untersuchungsfragen für die Datenauswertung kann zunächst mit ein oder zwei Beispielen im Unterrichtsgespräch erfolgen und sollte dann in Einzel- oder Partnerarbeit fortgesetzt werden. Nicht nur für schwächere Schülerinnen und Schüler ist es hilfreich und sinnvoll, zuerst im Klassenverbund exemplarisch ein oder zwei Beispielhypothesen formulieren zu lassen und schriftlich zu fixieren – z.B. "Die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler findet, dass die Klasse eine gute Klassengemeinschaft hat" (Frage 20) oder "Mädchen geben im Vergleich zu Jungen häufiger an, dass sie auch mal lästern" (Fragen 48 und 19) –, damit die Schülerinnen und Schüler für die Einzelarbeit/Gruppenarbeit, in der sie selbst drei bis fünf eigene Hypothesen entwickeln sollen, eine Vorlage haben, an der sie sich orientieren können.

Schülerinnen und Schüler arbeiten an Computern.Die Einteilung der Klasse in Gruppen verringert die Gefahr von Dopplungen. (© Sebastian Stolte)
Um eine große Zahl von Dopplungen zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Klasse in Gruppen aufzuteilen, die sich jeweils um einen konkreten Fragenblock (ca. 5 Fragen) im Fragebogen kümmern, zu dem sie Untersuchungsfragen bzw. Hypothesen bilden. Kombinationen mit anderen Fragen im Fragebogen sind natürlich erlaubt. Es bietet sich an, wenn möglich, die Gruppeneinteilung auch an den Kategorien (s.o.) zu orientieren. Wichtig ist dabei, dass die Gruppen jeweils etwa die gleiche Anzahl an Fragen als Grundlage zur Verfügung hat. So kann eine Gruppe beispielsweise auch zwei Kategorien, dann aber mit kleineren Frageblöcken übernehmen.

Die selbst entwickelten Hypothesen sollen die Schülerinnen und Schüler schriftlich auf einem Arbeitsblatt (M 03.03) festhalten, das später in der Auswertungsphase eine zielgerichtete Auswertung ermöglichen wird. Alternativ oder zusätzlich können die Hypothesen auch auf Kärtchen festgehalten werden, was praktikabler für eine spätere Sortierung und Gewichtung der Kategorien ist.

Im Anschluss an die Einzelarbeit/Partnerarbeit stellen die Schülerinnen und Schüler in einer kurzen Sicherungsphase ihre Hypothesen vor. Die Hypothesen können anschließend noch diskutiert und gemeinsam nach thematischen Gruppen sortiert und ihrer Wichtigkeit nach gewichtet werden, was in der eigentlichen Auswertungsphase wiederum zum Tragen kommt.

Und wie überprüft man das? – Datenauswertung vorbereiten



Im folgenden Schritt geht es nun darum zu klären, wie man die entwickelten Hypothesen mithilfe des Datenmaterials überprüfen kann. Hier geht es – wie bei der Übung zur Hypothesenbildung schon deutlich geworden ist – sowohl um einfache Häufigkeitsaussagen als auch um komplexere Forschungsfragen, z.B. hinsichtlich Abhängigkeiten bzw. Zusammenhängen von Auswertungsmerkmalen. Für die Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf die eigene Arbeit mit den Daten, wird zunächst eingeführt und eingeübt, wie man Statistiken liest und auswertet.


Creative Commons License Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht. by-nc-nd/3.0/
Urheberrechtliche Angaben zu Bildern / Grafiken / Videos finden sich direkt bei den Abbildungen.

 

Verlaufsplan B3

PDF-Datei: Tabellarischer Verlaufsplan zu der im Artikel vorgestellten Unterrichtseinheit "Auswertung der Befragung" (B3). Weiter... 

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