Partizipation vor Ort

Baustein 3: Mitmachen! Aber wie? Formen der Partizipation


22.4.2013
Es gibt unzählige Möglichkeiten und Formen politischer Beteiligung für junge Menschen. In diesem Baustein können Schülerinnen und Schüler diese vergleichen und anhand der jeweiligen Vor- und Nachteile auch konkrete Umsetzungsmöglichkeiten diskutieren.

Lernziele



Inhaltlich:
Wir machen mitWir machen mit (© S. Hofschlaeger / pixelio.de; www.pixelo.de)
Die Schülerinnen und Schüler...
  • erarbeiten unterschiedliche Formen politischer Beteiligungsmöglichkeiten für junge Menschen, indem sie diese in arbeitsteiliger Gruppenarbeit aus Informationstexten erfassen und die Ergebnisse auf Plakaten festhalten;
  • festigen ihr Verständnis der erarbeiteten Beteiligungsformen, indem sie ihre Ergebnisse einer Gruppe von Mitschülern präsentieren;
  • vergleichen unterschiedliche Formen politischer Beteiligung junger Menschen, indem sie konkrete Umsetzungsmöglichkeiten diskutieren.
Methodisch/Sozial:
Die Schülerinnen und Schüler...
  • stärken ihre Methodenkompetenz, indem sie die Ergebnisse der Gruppenarbeit im Rahmen der Methode Museumsgang zielgruppenorientiert und strukturiert präsentieren;
  • vertiefen ihre kommunikativen Kompetenzen, indem sie im Rahmen der Methode Museumsgang abwechselnd als Informierender oder Empfänger auftreten;
  • erweitern ihre sozialen Kompetenzen, indem sie in kooperativer Arbeit ein gemeinsames Produkt erstellen.
Nachdem die Schülerinnen und Schüler die Befragung durchgeführt und ausgewertet haben, widmen sie sich in Baustein 3 der Frage, auf welche Art und Weise die angesprochenen Themen und Problemfelder angegangen werden können. Hierzu können sie die Optionen der Partizipation für Kinder und Jugendliche vor Ort aus Sachtexten erarbeiten und darstellen. Die verschiedenen Formen der Mitbestimmung werden anschließend auf ihre Handhabbarkeit für die Interessen und Ziele der Schülerinnen und Schüler hin untersucht.

Als Einstieg dient eine Folie mit den Ergebnissen der eignen Befragung zu den Themen bzw. Problemfeldern, für die die Jugendlichen sich engagieren möchten. An dieser Stelle wird deutlich, dass es durchaus einige Punkte gibt, an deren Veränderung die Schülerinnen und Schüler ein persönliches Interesse haben. Daran anknüpfend wird im weiteren Verlauf des Bausteins das Grundwissen über die Möglichkeiten der Beteiligung für Kinder und Jugendliche erarbeitet, um den "Graben" zwischen dem geäußerten Handlungswillen und konkreten Handlungsmöglichkeiten zu schließen.

Die Jugendlichen lernen unterschiedliche Beteiligungsformen kennen und ihnen werden so eigene Möglichkeiten der Mitgestaltung des gesellschaftlichen Miteinanders und der Demokratie ersichtlich. Sie eignen sich Strategien der Organisation und Durchsetzung von Interessen und Positionen im Rahmen demokratischer Regelungen innerhalb (der Schule und) des persönlichen Umfeldes an. Damit wird an Lehrpläne für die Sekundarstufe I angeknüpft, welche in weiten Teilen die Behandlung von Formen politischer Beteiligung für Kinder und Jugendliche vorgeben.

Die Grundformen der Beteiligung für Kinder und Jugendliche werden dabei in fünf Kategorien unterteilt:
  • Direkt gewählte Vertretungen
  • Offene Formen
  • Projektbezogene Formen
  • Beauftragten-Modelle
  • Medienorientierte Beteiligung
Die genannten Beteiligungsformen sind im Hinblick auf ihre Anwendungsmöglichkeiten in dem sich in Baustein 4 anschließenden Schülerprojekt ausgewählt. Teilhabemöglichkeiten durch Jugendringe und Institutionen der Erwachsenenwelt werden in diesem Kontext nicht berücksichtigt.

Vorschau M 03.06Vorschau M 03.06 (© Team FmG)
Die Aneignung der unterschiedlichen Formen der Beteiligung geschieht in arbeitsteiliger Gruppenarbeit, wobei jede Gruppe eine der fünf Kategorien bearbeitet. Der Fokus der Erarbeitung liegt dabei auf den Punkten: Kurzbeschreibung, Einsatzmöglichkeiten/Anwendungsgebiete und Vor- bzw. Nachteile. Diese werden in den Gruppen strukturiert auf Plakaten festgehalten und mithilfe der Methode Museumsgang präsentiert. Zur eigenen Sicherung der präsentierten Plakate erhalten alle Schülerinnen und Schüler eine tabellarische Übersicht (M 03.06), in welcher die o. g. Punkte zu den einzelnen Beteiligungsformen notiert werden. Der Wechsel von Plakat zu Plakat kann per Zeittakt vorgegeben werden.

Idealerweise sollte die Gruppengröße bereits für die Erarbeitungsphase so eingerichtet werden, dass es genauso viele Gruppenmitglieder wie Arbeitsgruppen gibt. Es würden in den fünf Arbeitsgruppen dann je fünf Schülerinnen und Schüler miteinander arbeiten und jedes Kursmitglied könnte einmal die Ergebnisse der Expertengruppe präsentieren. Von diesem Ideal wird man in vielen Fällen – aus praktischen Gründen – abweichen müssen. Bei mehr als 25 Schülern in der Klasse können die Gruppen beispielsweise auf jeweils 6 Mitglieder erweitert werden. Dies bedeutet aber auch, dass aus dieser Expertengruppe im Museumsgang in einer der neu zusammengesetzten Gruppen zwei Experten gemeinsam ihr Plakat vorstellen müssen.

Materialvorschau M03.01Materialvorschau
Nach Abschluss des Museumsgangs werden die Ergebnisse im Unterrichtsgespräch gesichert. PDF-Icon Info 03.01 stellt der Lehrkraft eine tabellarische Übersicht über die Beteiligungsformen zur Verfügung, welche ggf. als Folie zur Ergänzung in der Sicherungsphase genutzt werden kann. Ergänzend empfiehlt es sich die Gemeindeordnung des eigenen Bundeslandes (Info 03.02) und/oder vertiefende Informationen zu den Beteiligungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen (Info 03.03) heranzuziehen.

In einer abschließenden Reflexionsphase untersuchen die Schülerinnen und Schüler im Klassenverband, inwiefern sich die erarbeiteten Beteiligungsformen für eine Anwendung in Bezug auf die eingangs genannten Themen bzw. Problemfelder eignen.

Die Vermittlung des Grundwissens für Möglichkeiten der Beteiligung bildet im weiteren Verlauf einen theoretischen Grundbaustein für die Überführung von schlummerndem Potenzial in politisches Engagement in Baustein 4.

Eine tabellarische Übersicht über den Verlauf des Bausteins 3 steht als PDF-Icon PDF-Dokument zum Download bereit.