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Partizipation vor Ort

M 02.05 Kinderrechte kurz und knapp

22.4.2013
In der folgenden Auflistung kannst du einige wichtige Kinderrechte nachlesen:

Das Recht auf Gleichheit
Alle Kinder sind gleich. Die Regierungen respektieren die aufgeschriebenen Rechte immer, zu jeder Zeit, für alle ihre Kinder, auch wenn die Kinder aus einem anderen Land stammen, eine andere Hautfarbe haben, Mädchen oder Jungen sind, eine andere Sprache sprechen, an einen anderen Gott oder an keinen Gott glauben, Eltern haben, die anders denken als deine, reicher oder ärmer sind als du, behindert sind. (Artikel 2) [1]

Das Recht auf Überleben und Entwicklung des Kindes
Das angeborene Recht auf Leben und die Pflicht des Staates, das Überleben und die Entwicklung des Kindes sicherzustellen. (Artikel 6) [2]

Das Recht auf eine Familie, elterliche Fürsorge und ein sicheres Zuhause
Jedes Kind hat einen Namen, eine Staatsangehörigkeit und eine Familie. […] Ein Kind darf nicht von seinen Eltern getrennt werden, wenn die Eltern das nicht wollen. Es kann sein, dass ein Gericht entschieden hat, Kinder von ihren Eltern zu trennen. Zum Beispiel wenn die Eltern das Kind misshandeln, es sehr stark und immer wieder schlagen oder ihm sonst etwas Schlimmes antun. […] Auch wenn das Kind von seinen Eltern getrennt lebt, hat es das Recht den Kontakt mit ihnen aufrechtzuerhalten […]. (Artikel 7, 8 und 9) [1]

Schutz vor rechtswidriger Verschleppung und Nichtrückführung
[Das Recht betont die] Pflicht des Staates, sich im Kampf gegen rechtswidrige Kindesentführung ins Ausland und Nichtrückführung durch einen Elternteil oder eine Drittperson einzusetzen. (Artikel 11) [2]

Das Recht sich mitzuteilen und gehört zu werden
Kinder haben das Recht, sich zu informieren und sich eine eigene Meinung zu bilden. Sie dürfen sagen, was sie denken, und man soll ihre Ansichten bei Entscheidungen berücksichtigen. (Artikel 12 und 13) [3]

Recht auf Schutz des Privatlebens
Kinder haben ein Recht darauf, dass sich keiner in ihr Privatleben, in ihr Familienleben oder ihre persönlichen Nachrichten (z. B. Briefe, E-Mails, SMS) einmischt. Außerdem darf man ihre Ehre und ihren Ruf – im Sinne des Gesetzes – nicht verletzen. (Artikel 16) [3]

Das Recht auf gewaltfreie Erziehung
Kinder haben das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung. (Artikel 19) [3]

Das Recht auf Schutz im Krieg und auf der Flucht
Kinder haben das Recht, besonders beschützt zu werden, wenn in ihrem Land Krieg ist oder sie auf der Flucht sind. (Artikel 22) [3]

Das Recht auf Betreuung bei körperlicher und/oder geistiger Beeinträchtigung
[Kinder mit Behinderung] haben die gleichen Rechte wie alle anderen Kinder. Darüber hinaus haben sie das Recht auf besondere Hilfe. Ärztliche Hilfe soll ermöglichen, ihre Behinderung zu behandeln. Therapien sollen die Folgen der Behinderung mildern. Schulen bereiten die Kinder auf ein möglichst selbstständiges Leben vor und ermöglichen ihnen einen Beruf zu lernen. Trotz der Verschiedenheit von [...] Kindern [mit und ohne Behinderung] sollen sie möglichst viel miteinander zusammen sein, gemeinsam spielen, lernen und sich gegenseitig helfen. (Artikel 23) [1]

Das Recht auf Gesundheit und den Schutz vor Suchtstoffen
Es soll Kindern ermöglicht werden so gesund wie möglich zu leben. Dazu gehört es auch, dass sie den bestmöglichen Zugang zu medizinischen Gesundheitszentren haben. Ebenso soll dafür gesorgt werden, dass Kinder vor dem Gebrauch von Suchtstoffen geschützt werden. (Artikel 24 und 33) [3]

Das Recht auf angemessene Lebensbedingungen
Jedem Kind soll ein gewisser Lebensstandard ermöglicht werden. Dazu gehört es z. B. die Ernährung und Bekleidung von Kindern sicherzustellen und die Wohnungen so auszustatten, dass die zentralen Bedürfnisse erfüllt werden (z. B. in Form von sanitären Anlagen). (Artikel 27) [3]

Das Recht auf Bildung
Kinder haben das Recht zu lernen, was sie interessiert und was sie für das Zusammensein mit anderen Menschen brauchen. Deshalb führen alle Länder auf der Welt Schulen. Das Übereinkommen besagt sogar, dass es Pflicht ist, die Schule zu besuchen. (Artikel 28) [1]

Das Recht auf Freizeit, Spiel und Erholung
Ruhe, Erholung und Spiel sind wichtige Augenblicke im Leben jedes Kindes. Die Städte und Gemeinden achten darauf, dass ihre Kinder und Jugendlichen Möglichkeiten zur vielfältigen Freizeitgestaltung haben. (Artikel 31) [1]

Das Recht auf Schutz vor wirtschaftlicher und sexueller Ausbeutung
Das Übereinkommen will alle Kinder vor Kinderarbeit und Ausbeutung schützen. Schutz bedeutet hier, dass die Regierungen der verschiedenen Länder Gesetze erlassen, die sagen, von welchem Alter an Kinder arbeiten dürfen […]. Niemand hat das Recht dich zu berühren, wenn du es nicht wünschst oder wenn es dir nicht angenehm ist. […] Ablehnen kannst du, wenn Erwachsene dich länger drücken und festhalten, als du möchtest. (Artikel 32 und 34) [1]

Das Recht auf Schutz bei bewaffneten Konflikten und das Recht auf Genesung und Wiedereingliederung geschädigter Kinder
Kinder haben das Recht auf Schutz bei bewaffneten Konflikten und dürfen nicht in die Streitkräfte eingezogen werden. Kinder dürfen weder gefoltert werden, noch willkürlich festgenommen werden. Kinder, die ein Vergehen dieser Form erlebt haben, haben das Recht, wieder gesund zu werden und in das normale Leben zurückzukehren. (Artikel 37-39) [3]

Recht auf Maßnahmen des Staates gegen Entführung und Kindeshandel
Kinder haben das Recht auf den staatlichen Schutz vor Entführung und Kindeshandel. Der Staat ist verpflichtet alles zu unternehmen, um das Verkaufen und Entführen von Kindern zu verhindern. (Artikel 35) [3]


Aus:
[1] Schweizerisches Komitee für UNICEF (Hrsg.): Konvention über die Rechte des Kindes. Für Kinder erklärt, www.unicef.org/rightsite/files/krkfurkindererklartdt.pdf, (07.02.2013).
[2] Susan Fountain: Wir haben Rechte… und nehmen sie auch wahr! Kinderrechte. Eine Aktivmappe für Jugendliche ab 10 Jahre. Mülheim an der Ruhr: Verlag an der Ruhr. 1996, S. 12-15.
[3] Eigener Text


Aufgaben:
  1. Lies die verschiedenen Kinderrechte durch und wähle drei aus, die dir besonders wichtig erscheinen.
  2. Vergleiche die Rechte mit den von euch erarbeiteten Bedürfnissen.