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Baustein 4: "Wohngemeinschaft Deutschland" - zusammen leben


15.1.2008
Am Beispiel einer WG werden Regeln für das Zusammenleben aufgestellt und anschließend auf die "Wohngemeinschaft" Deutschland übertragen. So wird Basiswissen zu Grundrechten, Menschenrechten und zur demokratischen Grundordnung erarbeitet.

Überblick und Einstieg



Ohne "Multikulti" geht es in der Werbung schon lange nicht mehr. Ein Idealbild gebildeter, junger, schöner Menschen verschiedener Herkunft. (Foto:...)Ohne "Multikulti" geht es in der Werbung schon lange nicht mehr. Ein Idealbild gebildeter, junger, schöner Menschen verschiedener Herkunft. (Foto:...)
Ziel dieses Bausteins ist es, zusammen mit den Schülerinnen und Schülern die Bedingungen für ein gelungenes Zusammenleben im "Zuwanderungsland" Deutschland zu erarbeiten. Dazu wird zuerst über das Bild einer Wohngemeinschaft veranschaulicht, dass für ein harmonisches Zusammenleben für alle geltende Regeln notwendig sind. Anschließend soll auf die verschiedenen "Modelle" des Zusammenlebens von "Einheimischen" und Menschen mit Migrationshintergrund [1] (Integration – Segregation) eingegangen sowie die Vor- u. Nachteile des jeweiligen Modells aufgezeigt werden.

Die zu Anfang zusammen aufgestellten WG-Regeln werden in einem weiteren Schritt auf die "Wohngemeinschaft" Deutschland übertragen. Hierbei soll Basiswissen zu Grundrechten, Menschenrechten und zur Demokratischen Grundordnung Deutschlands erarbeitet werden.
Nachdem zur Vertiefung anhand des Beispiels "Kopftuchverbot" verdeutlicht wird, dass manche Gesetze im Konflikt zueinander stehen können und dass Rechte nicht immer automatisch berücksichtigt werden, sondern ständig neu eingefordert werden müssen, werden in einem letzten Schritt die Faktoren für ein gutes Zusammenleben überarbeitet. Zudem sollen sie - auch im Hinblick auf eine Überleitung zu Baustein 5: Politische Rahmenbedingungen und Maßnahmen der Integration bzw. Baustein 6: Eigene Maßnahmen - Abschluss und Aktionsvorschläge - sortiert werden, in selbst beeinflussbare (Baustein 6) und solche, die ich nicht selbst beeinflussen kann (Baustein 5).

Einstieg



Die Chaos-WG! - Wie kann man die Probleme beim Zusammenleben lösen? (M 04.01)Die Chaos-WG! - Wie kann man die Probleme beim Zusammenleben lösen? (M 04.01)
Um den Schülerinnen und Schülern den Einstieg in das Thema dieses Bausteins zu erleichtern, wird ein Beispiel genutzt, das der Lebenswelt der Jugendlichen näher als die abstrakte deutsche Gesellschaft ist. Die Schülerinnen und Schüler werden aufgefordert, sich vorzustellen, sie würden mit ihnen noch fremden anderen Menschen in eine Wohngemeinschaft ziehen. Wie könnte das Zusammenleben aussehen? Was müsste vorher geklärt werden? Welche Voraussetzungen sind unbedingt notwendig, damit das WG-Leben gut funktioniert? Als Impulsgeber und zusätzliche Unterstützung für Schülerinnen und Schüler, die evtl. Schwierigkeiten haben, sich die Situation vorzustellen, dient das Bild einer Chaos-WG (M 04.01).

Anhand eines Rasters (in dem die unterschiedlichen Bereiche durch "Zimmer" symbolisiert sind) werden Aspekte wie Toleranz, Sprache/Kommunikation, Regeln für gemeinschaftlich genutzte Räume und das Zusammenleben, Übertragung von Aufgaben, Freiheit und Privatsphäre im eigenen Zimmer etc. herausgearbeitet (s. Info 04.01). Die konkreten Aspekte und Regeln der Wohngemeinschaft sollen später auf die komplexere und abstraktere "Wohngemeinschaft Deutschland" übertragen werden.

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Fußnoten

1.
Zu den Personen mit Migrationshintergrund gehört die ausländische Bevölkerung – unabhängig davon, ob sie im Inland oder im Ausland geboren wurde – sowie alle Zugewanderten unabhängig von ihrer Nationalität. Daneben zählen zu den Personen mit Migrationshintergrund auch die in Deutschland geborenen eingebürgerten Ausländer sowie eine Reihe von in Deutschland Geborenen mit deutscher Staatsangehörigkeit, bei denen sich der Migrationshintergrund aus dem Migrationsstatus der Eltern ableitet.

Zu den letzteren gehören die deutschen Kinder (Nachkommen der ersten Generation) von Spätaussiedlern und Eingebürgerten und zwar auch dann, wenn nur ein Elternteil diese Bedingungen erfüllt, während der andere keinen Migrationshintergrund aufweist. Außerdem gehören zu dieser Gruppe seit 2000 auch die (deutschen) Kinder ausländischer Eltern, die die Bedingungen für das Optionsmodell erfüllen, d.h. mit einer deutschen und einer ausländischen Staatsangehörigkeit in Deutschland geboren wurden.

Aus: Statistisches Bundesamt: Bevölkerung und Erwerbstätigkeit. Bevölkerung mit Migrationshintergrund – Ergebnisse des Mikrozensus 2005, Wiesbaden 2007.