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Chronik "Migrationsgeschichte und Integrationspolitik in Deutschland"

30.11.2007

bis zum Ende des 19. Jahrhunderts



4.-7. Jahrhundert:
Germanische Völkerwanderung aus dem Ostsee-Raum in das Gebiet des Römischen Reichs. Die möglichen Gründe für die Völkerwanderung sind vielfältig und ortsabhängig. Unter anderem werden immer wieder Landnot in Nordosteuropa wegen zunehmender Bevölkerung sowie ungünstige klimatische Bedingungen unter den Forschern diskutiert.

1600 bis 1950:
Europa wird zum Auswanderungskontinent. Insgesamt wandern zwischen 1600 und 1950 rund 70 Millionen Menschen aus Europa nach Übersee, insbesondere nach Nord- und Südamerika, Algerien, ins südliche Afrika, Palästina, Australien und Neuseeland aus. Zu den Auswanderern gehören politische und religiöse Andersdenkende, Abenteurer, aber vor allem Arme und Besitzlose. Ein Auswanderungsgrund ist zum Beispiel die große Hungersnot in Irland zwischen 1845 und 1849, die viele Iren in der Hoffnung auf bessere Lebensbedingungen ihr Land verlassen lässt.

17. Jahrhundert:
Hugenotten (französische Protestanten) fliehen nach Preußen. Sie stellten in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts etwa ein Drittel der Bevölkerung Berlins. Ab 1530 wurde die Glaubensausübung der Protestanten durch den katholischen Klerus und den König in Frankreich stark unterdrückt. Ab 1685 erreichen die Verfolgungen der Protestanten einen Höhepunkt und lösen eine Fluchtwelle von einer Viertelmillion Hugenotten in die umliegenden protestantischen Länder aus.

19. Jahrhundert:
Osteuropäische Juden fliehen aus Russland, der Ukraine, dem heutigen Polen und dem Baltikum. Bedingt durch Antisemitismus, Pogrome und Armut wandern sie auch nach Deutschland ein. Sie etablieren sich als neue ethnisch-religiöse Minderheiten unter anderem in Berlin. Vor der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten hatte die jüdische Gemeinde von Berlin 170.000 Mitglieder (etwa 1/3 der Juden des Deutschen Reiches). Jedoch überlebte keine dieser jüdischen Gemeinden die NS-Zeit und den Zweiten Weltkrieg. So lebten Anfang 1940 nur noch 80.000 Juden in Berlin und nach Beginn der Deportationen im Juni 1943 waren es lediglich 6800. Insgesamt kamen allein durch Transporte, Pogrome und Selbstmorde insgesamt 55.600 Berliner Juden ums Leben.