Frau in Videothek vor Regal mit DVDs

Abraham - Ein Versuch

28.5.2002
Ein Versuch soll "beweisen", daß Menschen in Konfliktsituationen zu Grausamkeiten fähig sind. Ein Wissenschaftler (er verkörpert die Autorität) kann im Verlauf des Experiments einen "Lehrer" veranlassen, die Fehler eines "Schülers" mit Elektroschocks zu bestrafen. Die Stromstöße sind, ohne daß die als "Lehrer" ausgewählten Versuchspersonen es wissen, simuliert.

Regie: Hans Lechleitner/David Marc Mantell/Paul Matussek
Buch: Hans Lechleitner/David Marc Mantell
Produktion: BR, Bundesrepublik Deutschland 1970
Format: 48 Min. - VHS-Video
Stichworte: Anpassung - Gewalt - Soziales Verhalten
FSK: 16 Jahre
Kategorie: Fernsehdokumentation


Inhalt: Fernsehdokumentation einer Experimentenreihe des Max-Planck-Instituts in München zum Problem "Gehorsam und Autorität". Ein Versuch soll "beweisen", daß Menschen in Konfliktsituationen zu Grausamkeiten fähig sind. Ein Wissenschaftler (er verkörpert die Autorität, die sich nicht mehr als solche auszuweisen braucht) kann im Verlauf des Experiments einen "Lehrer" veranlassen, die Fehler eines "Schülers" mit Elektroschocks zu bestrafen. Die Stromstöße sind, ohne daß die als "Lehrer" ausgewählten Versuchspersonen es wissen, simuliert. Die Schreie der "Schüler" kommen vom Tonband.

Von 100 zufällig ausgewählten Versuchspersonen gingen 85 bis zur schwersten Strafe: 450 Volt. 2% zweifelten an der Echtheit der Inszenierung, alle anderen Versuchspersonen glaubten, es würden wirklich Menschen gequält. Die Kameraführung ist suggestiv, so daß der Zuschauer den Eindruck hat, selbst am Experiment teilzunehmen. Der Versuch war von seinem Initiator, dem amerikanischen Sozialpsychologen Stanley Milgram, ursprünglich als Beitrag zur Faschismustheorie gedacht. Der Titel "Abraham" bezieht sich auf ein Gleichnis der Bibel (1. Buch Moses 22).



 

Kultur

Film und Politik

Ungeachtet der Bedeutung neuer digitaler Entwicklungen spielt auch der Film als historisch gewachsene und nach wie vor sehr massenwirksame Kunstform eine zentrale Rolle für die Medienbildung. Die Frage nach dem Wie und Warum filmischer Darstellungformen ist dabei wesentlich für eine mündige Rezeption und sachkundige Einordnung der dargebotenen fiktionalen wie auch dokumentarischen Stoffe. Jeder Film spiegelt stets seine sozialen und kulturellen Kontexte wider. Daher ist es wichtig, das Medium nicht nur als mehr oder minder künstlerisch ambitioniertes Unterhaltsprodukt zu betrachten, sondern sich immer auch kritisch mit seinen offenen und verborgenen politisch-ideologischen Botschaften auseinanderzusetzen - und der Art und Weise, wie sie vermittelt werden. Weiter... 

Film des Monats: Alle Farben des Lebenskinofenster.de

Film des Monats: Alle Farben des Lebens

Das Familiendrama Alle Farben des Lebens der Regisseurin Gaby Dellal dreht sich auf humorvolle Weise um das Thema Transgender, vermeidet jedoch die Konventionen des Problemfilms. Auf kinofenster.de gibt es diesen Monat ein Dossier zum Film mit einer Besprechung, einem Interview, Hintergrundartikeln und themenbezogenen Aufgaben. Weiter...