Frau in Videothek vor Regal mit DVDs

29.5.2002

Wenn

Folge 1-20

Die Filme sind als Vorfilme für das Kino konzipiert. In ihrem Mittelpunkt steht Ernst Hoffmann - ein Besserwisser, wie er im Buch steht - mit seiner Familie. Hoffmanns Standardsatz ist: "Wenn's nach mir ginge ..."

Regie: Ralf Gregan
Buch: Ulrich del Mestre
Produktion: Neue Filmproduktion, Bundesrepublik Deutschland 1978-1981
Format: je ca. 10 Min. - VHS-Video - farbig
Stichworte: Extremismus - Soziales Verhalten
FSK: 6 Jahre
Kategorie: Spielfilm



Inhalt:Die Filme sind als Vorfilme für das Kino konzipiert. In ihrem Mittelpunkt steht Ernst Hoffmann - ein Besserwisser, wie er im Buch steht - mit seiner Familie. Hoffmanns Standardsatz ist: "Wenn's nach mir ginge ..." Natürlich wäre dann alles ganz anders. Wie anders, das erlebt Hoffmann immer sofort. Die Enttäuschung bleibt nicht aus. Hoffmanns "radikale" An- und Absichten und deren Konsequenzen zeigen immer wieder, daß es einfache Lösungen nicht gibt und daß radikale Lösungen sich als ganz gewaltige Flops erweisen.

Je 4 Folgen sind auf einem Video zusammengefaßt.

Folge 1: EDV in der Verwaltung

Karteikästen und EDV in der Verwaltung, das ist Hoffmanns Problem: Computer machen zu viele Fehler. Er ist für die gute alte Karteikastenmethode. Daß sie zu etwas längeren Wartezeiten führen kann, bekommt er am eigenen Leib zu spüren.

Hoffmann wartet aber nicht gern, deshalb Kehrt-Marsch. Weg mit den Karteikästen! Her mit den Computern - und zwar radikal. Doch auch da gibt es erhebliche Probleme, die Hoffmann in tiefste Verzweiflung stürzen.

Folge 2: Sozialleistungen

Steuern gehören abgeschafft, meint Hoffmann, und soziale Sicherungen auch. Die Sozialhilfeempfänger ruhen sich doch nur auf seine Kosten aus! Ob er bei Arbeitslosigkeit nicht auch für die Solidargemeinschaft dankbar wäre? Na klar, dann würde er mal so richtig absahnen! Wie viele Hoffmanns kann das System wohl verkraften?

Folge 3: Planfeststellungsverfahren/Bürgerinitiativen

Hoffmanns Schrebergartenkolonie könnte einen Straßenanschluß gebrauchen. Wenn allerdings jeder bestimmen könnte, wo die Straße langführen soll, würde sie wohl nie gebaut! Ohne Einspruchsrecht der Betroffenen allerdings erscheint sie da, wo es Hoffmann gar nicht recht ist.

Folge 4: Selbstjustiz

Hoffmanns Wagen hat eine Schramme, der Schuldige ist verschwunden. Die Polizei hält Hoffmann sowieso für unfähig, der wahre Mann hilft sich selbst. Was aber, wenn andere genauso denken? Dieser Anarchie kann man nur mit der vollen Schärfe des Gesetzes begegnen? Das kann unerwartete Wirkung haben!

Folge 5: Schwarzarbeit - Eigenleistung

Handwerker sind zu teuer. Man will schließlich nur eine kleine Reparatur gemacht haben und nicht gleich den ganzen Betrieb kaufen. Als Ausweg sieht Hoffmann die organisierte Feierabend- und Wochenendarbeit. Das läßt die Herren Handwerker das Fürchten lehren, meint Hoffmann. Wer sich jedoch am Ende fürchtet, wird sich zeigen.

Dann eben anders herum. Eigenleistung, so meint Hoffmann, beim Reparieren, Renovieren ist Ausrede, das ist getarnte Schwarzarbeit und die gehört bestraft. Und wen trifft es?

Folge 6: Strafvollzug - Resozialisierung

Da hat einer im Suff den Opa angefahren, krankenhausreif. Hoffmann meint, Knast reiche nicht aus. Knast ist ja wie Hotel heutzutage. Mehr Härte ist gefragt. Und wenn Hoffmann mal (selbst) "sitzen" muß?

Resozialisieren ist zwecklos: Einmal kriminell, immer kriminell! Und wieder einmal legt sich Hoffmann selbst rein.

Folge 7: Staatliche Dienste - Private Dienste

Hoffmann fühlt sich übers Ohr gehauen. Profitgeier müßte man verstaatlichen, und Preiskontrolle müßte sein, staatlich natürlich. Die Konsequenzen aber passen ihm auch nicht. Also, dann eben alles privatisieren. Alles. Und wieder hat das Konsequenzen, die Hoffmann bitter treffen.

Folge 8: Gefälligkeitsstaat - Selbstinitiativestaat

Hoffmann zahlt für Krankenkasse und Sozialversicherung, und da kommt doch einer und verlangt, daß er sich auch noch um kranke Mieter kümmert. Ist nicht ..., denn: "Wenn's nach mir ginge", meint Hoffmann, "staatlich, alles staatlich!" Aber dann ... Hoffmann und seine Familie sind abhängig von Dienstleistungen, die Kosten für staatliche Sozialdienste steigen, und Hoffmann kommt ins Schleudern.

Konsequenz: Nur noch Selbstinitiative, das ist die Lösung. Weg mit staatlicher Fürsorge, alles in privater Verantwortung. Und wieder einmal ist Hoffmann der Leidtragende seiner eigenen Vorstellungen.

Folge 9: Ausländische Arbeitnehmer

Hoffmanns Urlaubslaune ist ernstlich gefährdet: Seine Zeltnachbarn sind Ausländer. Müssen die denn gleich die ganze Familie mitbringen? Doch auch er muß lernen, was es bedeutet, in der Fremde einsam zu sein.

Folge 10: Entwicklungshilfe

Entwicklungshilfe ist nach Hoffmann sinnlos, teuer und überflüssig. Wenn's nach ihm ginge, sollte es wenigstens ein vernünftiger Tauschhandel sein. Aber der kann auch seine Tücken haben ...

Folge 11: Pressefreiheit

Hoffmann ärgert sich über widersprüchliche Pressemeldungen. Wenn's nach ihm ginge, brauchte man nur eine objektiv berichtende Zeitung. Allerdings, auf seine Sensationsstories möchte er auch nicht verzichten. Sie dürfen nur nicht von ihm handeln ...

Folge 12: Gleichberechtigung

Als Ehemann ist man heutzutage doch rechtlos, schimpft Hoffmann, bei dem "Gequatsche" von Gleichberechtigung und den neuen Scheidungsgesetzen. Und überhaupt, zu Hause ruhen sich die Frauen auf Kosten der Männer aus, und im Berufsleben ignorieren sie einfach die elementaren Unterschiede zwischen den Geschlechtern, die ihren Niederschlag auch in der Gehaltszahlung finden müssen. Anschließend darf Hoffmann sich im Rollentausch bewähren ...

Folge 13: Hilfsbereitschaft/Selbstinitiative

Hoffmann geht auf der Landstraße das Benzin aus, und der Ersatzkanister ist auch nicht da. Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme in unserer Gesellschaft, denkt Hoffmann, das müßte gesetzlich geregelt werden.

Man kann es bei Notlagen natürlich auch mit Selbsthilfe probieren, im freien Spiel der Kräfte. Weh tut's allerdings, wenn man merkt, daß auch andere Ellenbogen haben!

Folge 14: Auslandsreisen

Hoffmanns Auslandsurlaub war ein Flop. Wie ein Ausländer hat er sich gefühlt, nichts war wie zu Hause. Das hätte man als Tourist für sein Geld doch erwarten dürfen!

Ob auch andere so empfinden, die bei uns zu Gast sind?

Folge 15: Drogenkonsum

Für Drogensüchtige hat Hoffmann kein Verständnis, er jedenfalls könnte auf sein geliebtes Bier jederzeit verzichten! Also: Alkoholverbot, total! Andererseits ... ein Schnäpschen in Ehren, kann niemand verwehren, und jeder ist für sich selbst verantwortlich. Wohin man ohne Einschränkungen kommt, darf Hoffmann im Anschluß ausprobieren.

Folge 16: Sozialstaat/Eigeninitiative

Wegen Gehaltserhöhung wird Hoffmann das Wohngeld gestrichen. Hoffmann ist sauer: So wird man also für seine Leistung bestraft! Doch die Erfahrung zeigt ihm, daß man ganz ohne Leistung auch nicht weit kommt, genauso wie Sozialleistungen durchaus ihre nützlichen Seiten haben.

Folge 17: Medienkonsum

Immer auf dem neuesten Stand der Medientechnik sein, das findet Hoffmann toll. Was aber, wenn die Familie ihn beim Wort nimmt und er nicht mehr zu Wort kommt? Dann besser doch totaler Fernsehverzicht. Hoffmann macht auch damit so seine Erfahrungen ...

Folge 18: Fraktionszwang/Gewissensentscheidung

Hoffmanns Volksvertreter tut nicht, was Hoffmann will. Wozu wählt man die dann überhaupt ...? Ja, wenn er selbst Politiker wäre, liefe alles anders ... oder nicht?

Folge 19: Autorität/Kumpelei

Chef sein, das heißt für Hoffmann: Gleicher unter Gleichen. Was aber, wenn die Untergebenen auch danach handeln? Dann muß eben doch einer das Sagen haben. Schlimm nur, wenn er dabei das Zuhören verlernt ...

Folge 20: Randgruppen

Was man mit gesellschaftlichen Außenseitern macht, weiß Hoffmann ganz genau: kurzen Prozeß! Aber andererseits brauchen sie vielleicht ja nur den segensreichen Einfluß eines geordneten Zuhauses? Hoffmann macht die Probe aufs Exempel.


Das Internet hat unsere Kommunikationskultur nachhaltig verändert – vor allem für Jugendliche, die mit digitalen Medien aufgewachsen sind. Kinofenster.de untersucht, wie das Smartphone den Alltag der Digital Natives prägt, welche Bedeutung die Neuen Medien für die Bildung und wie sie Eingang in filmische Erzählwelten gefunden haben. Passend zum Thema gibt es Unterrichtsmaterial von der Grundschule bis zur Oberstufe.

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Dossier

Film

Ungeachtet der Bedeutung neuer digitaler Entwicklungen spielt auch der Film als historisch gewachsene und nach wie vor sehr massenwirksame Kunstform eine zentrale Rolle für die Medienbildung. Die Frage nach dem Wie und Warum filmischer Darstellungformen ist dabei wesentlich für eine mündige Rezeption und sachkundige Einordnung der dargebotenen fiktionalen wie auch dokumentarischen Stoffe. Jeder Film spiegelt stets seine sozialen und kulturellen Kontexte wider. Daher ist es wichtig, das Medium nicht nur als mehr oder minder künstlerisch ambitioniertes Unterhaltsprodukt zu betrachten, sondern sich immer auch kritisch mit seinen offenen und verborgenen politisch-ideologischen Botschaften auseinanderzusetzen - und der Art und Weise, wie sie vermittelt werden.

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