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Videointerviews


13.11.2008
Lebensgeschichtliche Videointerviews ermöglichen eine Auseinandersetzung mit Zeitzeugen der NS-Diktatur. Sie können auch für weitere Medienprojekte verwendet werden.

Lebensgeschichtliche Videointerviews



In der historisch-politischen Bildung zum Nationalsozialismus standen bisher Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zur Verfügung, die auf eindringliche Weise über ihre Erfahrungen und Erlebnisse berichten konnten. Inzwischen gibt es nur noch sehr wenige Menschen, die aus ihrer Erinnerung sprechen können. Medienprojekte mit lebensgeschichtlichen Interviews ermöglichen eine weitergehende Auseinandersetzung mit dem Thema.
Zeitzeugengespräch mit Werner Bab im Anschluß an eine Vorführung der Film-Dokumentation "Zeitabschnitte" mit Schülern und der interessierten Öffentlichkeit in der Montessori Schule Göttingen. Bild: Christian Ender / Imdialog e.V.Zeitzeugengespräch mit Werner Bab im Anschluß an eine Vorführung der Film-Dokumentation "Zeitabschnitte" mit Schülern und der interessierten Öffentlichkeit in der Montessori Schule Göttingen. (© Christian Ender / Imdialog e.V.)
Diese Medienprojekte sind zeit- und ressourcenintensiv. Wie weit die meist jugendlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowohl an der inhaltlich begründeten Auswahl und Erarbeitung von Themen als auch der Erstellung und technischen Bearbeitung der medialen Produkte eingebunden sind, hängt von zwei wesentlichen Faktoren ab: Welche Kenntnisse und Fähigkeiten, aber vor allem wie viel Zeit die Jugendlichen mitbringen wollen oder können. Für die Herstellung eines Films oder einer CD-ROM müssen sich die Projektteilnehmer mit der Erarbeitung von historischen Ereignissen auseinandersetzen und Techniken des Interviewens, der Kameraführung, der Tonaufnahme, des Fotografierens oder des Filmschnitts aneignen.

All diese Kompetenzen können im Schulunterricht kaum vermittelt werden. Gut geeignet sind Projektgruppen, die sich in schulischen Arbeitsgemeinschaften (AGs) oder bei außerschulischen Bildungsträgern für das Vorhaben engagieren. Diesen freiwilligen Einsatz zeigen Jugendliche in Medienprojekten oft. Diese öffnen nämlich auch jenen Jugendlichen einen Zugang, die sich in erster Linie für die verwendeten Medien und weniger für das Thema interessieren.

Info

Methodensteckbrief

  • Teilnehmerzahl: k.A.
  • Altersstufe: Ab 10. Klasse
  • Zeitbedarf: Mindestens 3-5 zusammenhängende Projekttage. Sinnvoll: in einem Zeitraum von 3-10 Monaten 2 Wochenstunden und während des Projektzeitraumes 2-3 Wochen.
  • Preis (ohne Fahrten): Nicht ermittelbar
  • Benötigte Ausstattung: Arbeitsräume für Gruppenarbeit mit Videoprojektor, Videokamera, Licht- und Tonausrüstung, PC mit Internetzugang, Videoschnittplatz, Kopierer, Projektbetreuer mit Kenntnissen der Videotechnik und des Videoschnitts.

  • Der Verein "Waidak Media e.V." nutzt den Bestand des Projektes "Widerstand leben - Frauenbiografien" - mit mehr als 200 lebensgeschichtlichen Videointerviews mit überlebenden Frauen des Frauen-KZ Ravensbrück eine der größten deutschen Sammlungen - für die historisch-politische Bildungsarbeit mit Jugendlichen.

    Der Verein entwickelt Projekte, in denen Jugendliche gemeinsam mit Medienpädagogen einen Film, eine CD-ROM oder eine DVD erstellen. Die Videointerviews sind Quellen und Material für eine eigene filmische Auseinandersetzung der Jugendlichen mit dem Thema.

    Das Konzept folgt dem Wunsch vieler Überlebenden, ihre Erinnerungen für die Nachwelt zu bewahren und zugänglich zu machen. Um angemessen mit den Lebensgeschichten umzugehen, dürfen die sehr persönlichen Erinnerungsberichte nicht aus dem Zusammenhang gerissen als "Videoschnipsel" verwendet werden. Der Kontext einer Äußerung innerhalb eines lebensgeschichtlichen Interviews und die subjektive Bedeutung der Aussage für die Interviewten müssen auch in einem neuen Kontext abgebildet werden.



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