Geschichte begreifen

13.11.2008 | Von:
Christine Kindt

Schülerausstellungen

Hinweise zur Vorbereitung und Durchführung

Durch die Gestaltung eigener Ausstellungen können Schülerinnen und Schüler ergebnisorientiert lernen. Zusätzliche Motivation bringt die Öffentlichkeit einer Schülerausstellung. Dieser Text gib Hinweise und Informationen zur Vorbereitung und Durchführung.

Die Erfahrung zeigt, dass die Beschäftigung mit historischen Themen intensiver und bewusster erfolgt, wenn ergebnisorientiert gearbeitet wird. Ein solches Ergebnis kann eine Schülerausstellung sein.

Ausstellung zu einem deutsch-polnischen Zeitzeugenprojekt, 2008. Bild: Stiftung EVZ / Jan ZappnerAusstellung zu einem deutsch-polnischen Zeitzeugenprojekt, 2008. (© Stiftung EVZ / Jan Zappner)

Bei dieser Form der Projektarbeit können Schülerinnen und Schüler selbst recherchieren und die eigenen Erkenntnisse verarbeiten - also durch Erfahrungen lernen. Motivierend wirkt auch die spätere "Öffentlichkeit" der Ausstellung, da jeder einzelne Beitrag in ein für jeden sichtbares Ganzes einfließen muss. Wie kann der Weg dorthin aussehen?


Vorbereitung

Nicht jedes Projektthema eignet sich für eine Schülerausstellung. Anlässe und Themen für eine längerfristige Schülerarbeit bieten oft bevorstehende Jahrestage historischer Ereignisse, Wettbewerbe zur historisch-politischen Bildung oder auch Kooperationen verschiedener Bildungsträger. Lehrende sollten ausreichend Zeit für Schülerausstellungen einplanen. Diese müssen gründlich vorbereitet werden und erfordern eine längere Durchführungsphase.

Schon zu Beginn der Arbeit an einer Ausstellung sollte überlegt werden, in welchen Räumen und mit welchen technischen Möglichkeiten die Ausstellung präsentiert werden soll. Ist "nur" der Klassenraum geplant, wird sicherlich Packpapier oder Pappe die Grundlage der Ausstellungstafeln bilden.

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Info

Methodensteckbrief

  • Teilnehmerzahl: 12-25 (bis zu Klassenstärke)
  • Altersstufe: 9.-12. Jahrgangsstufe
  • Zeitbedarf: 6-9 Monate, mindestens eine Wochenstunde
  • Preis: (ohne Projektfahrten) Je nach Material 100-900 Euro
  • Benötigte Ausstattung: Standard-Schulausstattung
  • Gibt es die Möglichkeit, das Foyer der Schule oder eines Hotels zu nutzen beziehungsweise einen Raum zu mieten, können zum Beispiel Stellwände genutzt und auch Vitrinen (eventuell von örtlichen Museen zu leihen) in die Ausstellung einbezogen werden. In denen können beispielsweise persönliche Dokumente, Fotos oder Bücher gezeigt werden.

    Vorkenntnisse

    Das Niveau einer Ausstellung ist immer abhängig von der Klassenstufe, die sie erarbeiten will beziehungsweise soll. Prinzipiell sind Schülerausstellungen in jedem Alter möglich. Empfehlenswert erscheint die Erstellung einer Ausstellung ab Klasse 9, da eine so komplexe Arbeit historische Grundkenntnisse voraussetzt.

    Haben die Schülerinnen und Schüler das entsprechende Grundwissen vor dem Beginn der Projektarbeit durch den Fachunterricht noch nicht, muss dies für die erste Arbeitsphase eingeplant werden. Dies ist besonders dann wichtig, wenn sich Fächer wie Deutsch, Musik oder Kunst Themen aus der Zeit des Nationalsozialismus zuwenden, bevor dieser im Geschichtsunterricht behandelt wurde. Die Erstellung einer Ausstellung bietet gute Möglichkeiten, Spezialkenntnisse zu erlangen und einen fächerübergreifenden Unterricht durchzuführen.

    Gruppenzusammensetzung

    Eine Ausstellung zu erstellen, erfordert die Arbeit sowohl in der ganzen Klasse als auch in Kleingruppen. Damit trägt diese Form der Projektarbeit neben der Erweiterung der Sachkompetenz auch zur Förderung der sozialen Kompetenz bei. Die Zusammensetzung der Kleingruppen sollte die Lehrerin oder der Lehrer in der Vorbereitungsphase bedenken.

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