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Christian Ehring, Kabarettist und Moderator, in seiner Sendung "extra 3".

Mit Satire gegen Rechtsextremismus

Die Mordanschläge der rechtsterroristischen Gruppierung "Nationalsozialistischer Untergrund (NSU)", die Wahlerfolge der "Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD)" in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern, das Leugnen des Holocaust, rechtsextreme Rap-Musik, ein Nazi-Aufmarsch zu Ehren von Rudolf Heß oder die im Herbst 2013 von der NPD unter Bürgerbeteiligung durchgeführten Demonstrationen gegen Asylbewerber im sächsischen Schneeberg – die Erscheinungsformen des Rechtsextremismus sind vielfältig und verdeutlichen eines: Rechtsextremismus ist auch heute allgegenwärtig in Deutschland.

   

Einführung

Das Unterrichts-Kit bietet ein niedrigschwelliges Angebot, das einen neuen Weg der Rechtsextremismus- Prävention geht: Satire bildet den Ausgangspunkt, um sich mit Weltanschauung und Erscheinungsformen des Rechtsextremismus zu befassen. Weiter...

extra 3-Moderator Christian Mehring

Mit Satire gegen Rechtsextremismus

"Extra 3" und "NNN - Neuste Nationale Nachrichten"

Seit 1976 gibt es im Norddeutschen Rundfunk (NDR) das politische Satiremagazin "extra 3". Als dessen Erfinder gilt Dieter Kronzucker. Im Laufe der Zeit gab es weitere bekannte Journalisten, die als Moderator in der Sendung auftraten. Hierzu zählen Peter Merseburger, Wolf von Lojewski, Stefan Aust und Lea Rosh. Zwischen 2007 und 2011 moderierte Tobias Schlegl die Sendung, seit 2011 Christian Ehring. Weiter...

Nazi-Graffiti - Ein Hakenkreuz und ein durchgestrichener Davidstern sind am 09.06.2013 an einer Gedenkstätte am Nordbahnhof in Berlin zu sehen.

Mit Satire gegen Rechtsextremismus

Wesensmerkmale Rechtsextremismus

Inhaltlich lässt sich der Rechtsextremismus nur als ein mehrdimensionales Phänomen fassen. Die Klammer aller seiner Dimensionen bildet eine Ideologie der Ungleichheit. In rechtsextremen Weltbildern werden bestimmte Menschen(gruppen) nach ethnischen, kulturellen oder sozialen Gesichtspunkten auf- oder abgewertet. Gleichzeitig werden auf dieser Basis Diskriminierung und Verfolgung legitimiert. Im engeren Sinne lassen sich folgende Wesensmerkmale beschreiben. Weiter...

Mit Satire gegen Rechtsextremismus

Was darf Satire?

Diese Frage ist nicht neu. Der Schriftsteller und Publizist Kurt Tucholsky, einer also, der das Metier wahrlich beherrschte, stellte sich diese Frage schon vor knapp einem Jahrhundert. In der Auseinandersetzung mit der Fragestellung zeigt sich: Jede Zeit gibt ihre eigenen Antworten. Was also darf Satire heute? Was muss sie – auch in Anbetracht unserer wechselvollen Geschichte – leisten? Was kann sie leisten? Nur noch so viel, wie Gesellschaft und Gesetz ihr erlauben? Weiter...

Mit Satire gegen Rechtsextremismus

Erscheinungsformen des Rechtsextremismus

Die Frage, wie Rechtsextremismus in Erscheinung tritt, hängt vor allem davon ab, was man unter dem Begriff versteht. Der Verfassungsschutz spricht von Rechtsextremismus im Zusammenhang mit Aktivitäten und Handlungen, die klar auf die Abschaffung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung (FDGO) gerichtet sind und zudem strafrechtlich relevant erscheinen. Rechtsradikalismus wird als noch "verfassungskonformer" Bereich davon abgegrenzt. Demgegenüber geht man von einer unbedenklichen "demokratischen Mitte" aus. Zum einfacheren Verständnis wird häufig mit dem folgenden Schema und einer Links-Rechts-Darstellung gearbeitet. Weiter...

Filmclips und Arbeitsblätter

Christian Ehring, Kabarettist und Moderator, in seiner Sendung "extra 3".

Was darf Satire?

Merkmale und Erscheinungsformen von Satire

Die politische Bildung in Deutschland orientiert sich an den drei Grundsätzen des Beutelsbacher Konsenses. Verkürzt gesagt, bedeutet das: Den Schülern darf erstens keine Meinung aufgezwungen werden (Überwältigungsverbot). Zweitens müssen unterschiedliche Positionen, Sichtweisen und Alternativen zu einem bestimmten Thema so dargestellt werden, wie sie auch in Gesellschaft, Politik und Wissenschaft diskutiert werden (Kontroversitätsgebot). Und drittens sollen die Schüler in die Lage versetzt werden, Sachverhalte und Zusammenhänge auf Grundlage ihrer Interessenlage zu analysieren (Schülerorientierung). Weiter...

Ein Aktivist der NPD während einer Wahlkampfveranstaltung in Hamburg. Die Veranstaltung der Partei wurde begleitet von einer Gegendemonstration und einem großen Polizeiaufgebot.

Filmclip 1/15

NPD-Verbot

Der Filmclip thematisiert, dass sich die Bundesregierung nicht mit einem eigenen Antrag am Verbotsverfahren gegen die NPD vor dem Bundesverfassungsgericht beteiligt. Es werden ironische Gründe aufgeführt, warum die NPD ("jämmerlicher Karnevalsverein", "Möchtegern-Germanen") unbedingt verboten werden sollte: Ihre Mitglieder repräsentieren nicht die "germanische Herrenrasse", beherrschen die deutsche Sprache nicht, können nicht singen, kein Publikum kommt zu den Veranstaltungen der NPD, die zudem noch "Kinderschänder" in den eigenen Reihen verzeichnet. Weiter...

Skin mit einrasiertem Hakenkreuz

Filmclip 3/15

Kleeblatt statt Hakenkreuz

Im Filmclip wird der Fall eines Dachdeckers aufgegriffen, der auf ein Dach ein Hakenkreuz geziegelt hat. Weil er hierfür vor Gericht zur Verantwortung gezogen werden soll, behauptet der Dachdecker, er habe eigentlich ein vierblättriges Kleeblatt ziegeln wollen. Ironisch wird im Filmclip gefragt, ob Adolf Hitler das "1000-jährige Reich" im Zeichen des Kleeblatts errichten wollte, ob ein Meer aus Hakenkreuz-Fahnen eine Blumenwiese sei oder ob das Zeichen der "SS" nun als ein doppeltes Schneeglöckchen gelten solle. Weiter...

Rocker bei Beerdigung eines erschossenen Bandidos

Filmclip 12/15

Die NPD und die Rocker

Im Filmclip werden zunächst Forderungen der NPD in Bezug auf den Umgang mit Kriminalität wiedergegeben. So ist der ehemalige NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt zu sehen, der "bei Drogendealern die Wiedereinführung der Todesstrafe" fordert. Außerdem wird aus dem NPD-Programm zitiert, dass "mafiöse Strukturen gnadenlos ausgemerzt" werden müssen. Anschließend wird der NPD-Politiker Sascha Roßmüller vorgestellt, der zugleich in der Rockerbande "Bandidos" aktiv ist. Die Mitglieder solcher Banden werden als "ungepflegte Nichtsnutze" bezeichnet und ihre Entstehung in den USA kritisiert. Der Film zeigt weiterhin Jürgen Roth, einen Journalisten und Mafia-Experten, der Rockergangs wie die "Bandidos" der organisierten Kriminalität zuordnet, die im Bereich des Drogenhandels mit der "Russen-Mafia" zusammenarbeiten. Weiter...

NPD-Kommunalpolitiker Safet Babic

Filmclip 11/15

Kriminelle Ausländer in der NPD

Im Filmclip wird ein NPD-Abgeordneter aus Mecklenburg-Vorpommern gezeigt, der die Parole der NPD "Kriminelle Ausländer raus" während einer Rede im Landtag vorbringt. Anschließend geht es um den NPD-Kommunalpolitiker Safet Babic, der zwischen 2008 und 2011 Stadtrat in Trier war und 2010 wegen schwerer Körperverletzung verurteilt wurde. Zuletzt wird der NPD-Politiker Birger Lüssow vorgestellt, der zwischen 2006 und 2011 Landtagsabgeordneter der NPD in Mecklenburg-Vorpommern war. Er wurde von der Polizei beim Autofahren unter Alkoholeinfluss ertappt. Weiter...

Neonazi mit "Thor Steinar"-Jacke

Filmclip 8/15

Storch Heinar, Pastörs und die Klappspaten

Im ersten Teil des Filmclips wird die bei Rechtsextremen beliebte Modemarke „Thor Steinar“ vorgestellt: Dem „Föhrer“ gefallen zwar Kleidungsstücke und Symbolik nicht, der Name aber wird von ihm gelobt. Anschließend wird das Modelabel "Storch Heinar" kritisiert. Das Label versteht sich als Parodie auf "Thor Steinar". Als Symbol fungiert ein Storch, dessen Äußerlichkeiten (Schnauzbart, Armbinde) an Adolf Hitler erinnern. Wegen angeblicher Marken- und Wettbewerbsverstöße wurde "Storch Heinar" verklagt, jedoch ohne Erfolg. Im zweiten Teil des Filmclips geht es um den NPD-Politiker Udo Pastörs, der in Rostock mit einem Stadionverbot belegt wurde. Weiter...

Der britische Bischof Richard Williamson

Filmclip 14/15

Der "Föhrer" und die Pius-Brüder

Ein "schwieriges Verhältnis zu Schwulen und Juden" teile er mit den Pius-Brüdern, sagt der "Föhrer" in diesem Film. Denn Anhänger der Pius-Bruderschaft fallen immer wieder durch frauenfeindliche, homophobe und antisemitische Stellungnahmen auf. So brachte es etwa Richard Williamson, einer der vier Vagantenbischöfe der Pius-Brüder, zu einiger Bekanntheit, als er im schwedischen Fernsehen 2009 abenteuerliche Thesen über den Holocaust und den Nationalsozialismus aufstellte. Weiter...

Hintergrund

Adolf Hitler

Adolf Hitler wurde am 30. Januar 1933 durch den damaligen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt. Nach dessen Tod 1934 vereinigte Hitler beide Ämter als "Reichskanzler und Führer" in seiner Person. Durch Gleichschaltung und Abschaffung der Demokratie wurde das Deutsche Reich zu einer totalitären Diktatur, zu einem Führerstaat, an dessen Spitze Hitler stand. Er war nicht nur Oberbefehlshaber der Wehrmacht, sondern die Soldaten wurden direkt auf ihn vereidigt. Für große Teile der Bevölkerung wurde er zu einem Hoffnungsträger auf eine bessere Zukunft, da er Arbeitsplätze und Wohlstand sowie nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg ein "starkes" Deutschland versprach. Weiter...

Filmclip 2/15

Rappende Nazis

In der Satire wird Rap-Musik mit rechtsextremen Texten als "Hottentotten-Musik" bezeichnet, obwohl die Texte ("Raus auf die Straße, die Segel sind gesetzt. Nationaler Sozialismus, jetzt, jetzt, jetzt") vom "Föhrer" als gut erachtet werden. Nicht nur die Übernahme eines afroamerikanischen Musikstils wird dabei kritisiert, sondern auch wie die rechtsextremen Musiker auftreten, z.B. das Tragen einer Maske. Diese Musikrichtung der rechtsextremen Szene wird daher grundlegend abgelehnt. Weiter...

Filmclip 4/15

Nazis unterm Regenbogen

Im Filmclip wird ein Werbefilm der NPD behandelt, in dem sich die Partei als standfester Baum präsentiert, dem die Naturgewalten nichts anhaben können. Dabei wird auf staatliche Maßnahmen und zivilgesellschaftlichen Protest gegen die NPD angespielt. Weiterhin wird auf eine Rede des NPD-Politikers Udo Pastörs Bezug genommen, in der er den Gedenktag für die Opfer des Holocaust (27. Januar) kritisiert und zugleich die nationalsozialistischen Verbrechen und den Holocaust leugnet. Dafür musste er sich vor Gericht verantworten. Auch eine Polizeirazzia in der rechtsextremen Szene in Nordrhein- Westfalen sowie ein Treffen des "Nationalen Widerstandes" in Dortmund an einem Veranstaltungsort mit Regenbogenfassade werden im Clip erwähnt. Weiter...

Filmclip 5/15

Mein lieber Herr Gesangsverein

Im Filmclip erläutert der ehemalige NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt die "Musikstrategie" der NPD: Über Musik sollen Jugendlichen die Inhalte der Partei nähergebracht werden. Musik wird somit zur "Einstiegsdroge" in die rechtsextreme Szene. Anhand von Ausschnitten verschiedener Veranstaltungen der rechtsextremen Szene wird diese Strategie jedoch ins Lächerliche gezogen, in dem hier jeweils nur "schräge Töne" zu hören sind. Weiter...

Mai 2009: Vertreter der NPD und ihr Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten, Frank Rennicke (r), sitzen in der 13. Bundesversammlung zur Wahl des neuen Bundespräsidenten.

Filmclip 13/15

NPD-Kandidat

Der Filmclip beschäftigt sich mit dem rechtsextremen Liedermacher Frank Rennicke, der zweimal als NPD-Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten kandidierte. Rennicke ist seit seiner Jugend im rechtsextremen Spektrum aktiv und wurde unter anderem wegen Volksverhetzung verurteilt. Er ist eine der bekanntesten Personen der rechtsextremen Szene in Deutschland und eine Integrationsfigur verschiedener Lager und Strömungen. Bei den Wahlen für das Amt des Bundespräsidenten erhielt er vier (2009) bzw. drei (2010) Stimmen von den Delegierten der DVU bzw. der NPD. Weiter...

Filmclip 6/15

Steinbach, Nazi-Bauern und Klappspaten

Der Clip greift eine Twitter-Nachricht der CDU-Bundestagsabgeordneten Erika Steinbach auf, die bis November 2014 zugleich Vorsitzende des Bundes der Vertriebenen (BdV) war. Steinbach schreibt, dass die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) einst eine linke Partei gewesen sei. Sie bezieht sich dabei auf die Worte "sozialistisch" und "Arbeiterpartei". Weiter...

 

Dossier

Rechtsextremismus

Das Auffliegen der Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) hat gezeigt: In Deutschland sind Strukturen entstanden, die unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung in Frage stellen. Aber nicht nur im Untergrund oder am Rand der Gesellschaft gibt es rechtsextreme Einstellungen wie Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Geschichtsrevisionismus und den Glauben an einen starken Führer. Weiter...