Kinder. Wie die Zeit vergeht.

Ein Dokumentarfilm von Thomas Heise

von: Thomas Heise

Nochmals kehrt Heise für seinen dritten Film der Neustadt-Trilogie "Kinder. Wie die Zeit vergeht." nach Halle zurück. Ins Zentrum rückt hier die dritte Generation der Familie aus Halle-Neustadt, die der Regisseur seit Anfang der 1990er-Jahre begleitet.

Inhalt

Obwohl eine Familie im Mittelpunkt dieses Dokumentarfilms steht, gibt es nur wenige Momente eines familiären Miteinanders. Heise widmet sich den Menschen getrennt, führt mit ihnen persönliche Gespräche, hält ihren Alltag in kurzen und prägnanten Einstellungen fest. Er zeigt, wie einsam und verletzlich sie sind. An einigen Stellen hört man Thomas Heise aus dem Off eine Frage stellen, ansonsten hält sich der Regisseur zurück - selbst bei kontroversen Äußerungen. Nie greift er als moralische Instanz in das Geschehen ein. Den trostlos wirkenden Alltag der Menschen kontrastiert er mit "romantischen“ Aufnahmen der traumhaft wirkenden nächtlichen Industrielandschaft oder mit künstlich eingesetztem Vogelgezwitscher auf der Tonspur. Der Film wurde 2007 auf dem Internationalen Festival für Dokumentar- und Animationsfilm Leipzig mit der Silbernen Taube ausgezeichnet.

Weitere Informationen

  • Regie, Buch: Thomas Heise

  • Kamera: Börres Weiffenbach

  • Kamera-Assistenz: Helge Haack

  • Schnitt: Karin Schöning, Trevor Hall

  • Ton: Uve Haussig

  • Mischung: Robert Jäger

  • Mitwirkende: Jeanette Gleffe, Tommy Gleffe, Paul Gleffe, Heinz Gleffe, Ingrid Gleffe

  • Produktion: Ma.Ja.De. Filmproduktion GmbH, Leipzig in Co-Produktion mi ö-Filmproduktion Löprich & Schlösser GmbH, Berlin und Mitteldeutscher Rundfunk (MDR), Leipzig, in Zusammenarbeit mit Westdeutscher Rundfunk (WDR), Köln

  • Produktion: 2008

  • Spieldauer: 01:26:00

  • hrsg. von: Bundeszentrale für politische Bildung

 
© Bundeszentrale für politische Bildung, Deckert Distribution GmbH
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