Chicks On Speed – Wordy Rappinghood

Musikvideo aus der Reihe "Zur Rettung der Popkultur"

von: Deborah Schamoni

Der Clip zu einer Single von Chicks On Speed, zitiert einerseits klassische Ideen aus der Geschichte des Musikvideos, orientiert sich aber andererseits auch am Background der Electroclash-Formation.

Inhalt

Der Clip von Deborah Schamoni zu „Wordy Rappinghood“, einer Single von Chicks On Speed, zitiert einerseits klassische Ideen aus der Geschichte des Musikvideos, orientiert sich aber andererseits auch am Background der Electroclash- Formation, die 1997 von Münchner Kunststudentinnen gegründet wurde. Die Videokünstlerin und Kamerafrau Schamoni, die neben mehreren Musikvideos für die Chicks On Speed auch für andere renommierte deutsche Bands wie Die Goldenen Zitronen, Die Sterne, Blumfeld, Stella, Rocko Schamoni, Whirlpool Productions und FSK drehte, nimmt ironisch gebrochen wiederkehrende Klischees aus der Geschichte des Popclips auf: So müssen die drei Chicks Schilder mit Schlagwörtern wie „Peace“, „Anger“ oder „Middle Class White Girls“ in die Kamera halten und wegwerfen – ein beliebtes Motiv, seit Bob Dylan in D.A. Pennebakers legendärer Dokumentation „Don’t Look Back“ (1967) zu „Subterranean Homesick Blues“ auf Pappe gemalte Textzitate im wahrsten Sinne des Wortes fallen ließ. Außerdem zitiert Schamoni moderne Videos aus dem Pop- und HipHop- Bereich, wenn die Chicks On Speed beim Tanzen an einem Strand und vor Hochhäusern stets den Blickkontakt zur Kamera halten. Dass die drei Musikerinnen dabei in bemalten Kleidern und Overalls auftreten und sich eher eckig und ungelenk bewegen, sorgt indes für eine Brechung, die den sonst eher schnöden Musikclip zur reizvollen Kunst-Performance befördert. Damit reflektiert der Clip „Wordy Rappinghood“, der 2004 im deutschen Musikfernsehen eingesetzt wurde, das Konzept von Chicks On Speed. Das Künstlerinnen-Kollektiv sah sich von Anfang an als Gesamtkunstwerk, in dem Mode, Performance und bildende Kunst, Image und Inszenierung zueinander finden sollten. Die Musik war stets nur ein Teil dieses Gesamtkonzepts, wenngleich auch in der Außenwirkung der sichtbarste.

Weitere Informationen

  • Musik: Chicks on Speed

  • Produktion: 2004

  • Spieldauer: 00:03:45

  • hrsg. von: Bundeszentrale für politische Bildung, Goethe-Institut, Internationale Kurzfilmtage Oberhausen

 
© 2010 Bundeszentrale für politische Bildung