IWF

Internationaler Währungsfonds, International Monetary Fund (IMF)

Gründung
22.7.1944 in Bretton Woods (USA), in Kraft 1945

Sitz
Washington, D.C. (USA)

Aufgaben
Der IWF analysiert im Rahmen jährlicher Konsultationen mit den Mitgliedstaaten deren Wirtschaftsentwicklung und -politik, überprüft fiskal-, wechselkurs- und geldpolitische Maßnahmen und beurteilt die Auswirkungen der Politik der Mitgliedstaaten auf deren Zahlungsbilanzen; daneben begutachtet der IWF halbjährlich die Weltwirtschaftslage. Ein Mitgliedstaat kann nach einer in Sonderziehungsrechten (SZR) nach seiner Wirtschaftskraft errechneten Quote auf Kredite ohne Auflagen und Gebühren zurückgreifen. Darüber hinausgehende Vereinbarungen zur Überbrückung von Zahlungsbilanzdefiziten werden verzinst und sind an korrigierende wirtschaftspolitische Maßnahmen des Mitgliedstaats gebunden (sogenannte Konditionalität). Hochverschuldeten armen Ländern (Heavily Indebted Poor Countries, HIPC) können alle Schulden erlassen werden. Als Reaktion auf die Finanzmarktkrise wurde 2009 die Flexible Kreditlinie (FCL) eingeführt, die Emerging-Markets-Ländern mit guten wirtschaftlichen Fundamentaldaten vorsorglich den Zugang zu umfangreichen Kreditlinien ermöglicht.

Mitglieder
189 Staaten

Organe
Gouverneursrat der Finanzminister und Zentralbankchefs aller Mitgliedstaaten mit weitgehend nach Kapitalanteilen (Quoten) gewichteten Stimmrechten (USA 16,58%, Japan 6,17%, VR China 6,11%, Deutschland 5,34%, Frankreich und Großbritannien je 4,05%, Italien 3,18%; Stand: 17.7.2016); Vorstand als ständiges Entscheidungsorgan (24 Exekutivdirektoren) unter Vorsitz der Geschäftsführenden Direktorin: Christine Lagarde (Frankreich), seit 5.7.2011 (-> Biografie; -> Foto)

Personal
rd. 2600 Mitarbeiter aus 147 Ländern

Finanzierung
Kapital aus sog. Quotenzahlungen der Mitglieder; Gesamtquoten (Stand: 27.7.2015): 474 Mrd. Sonderziehungsrechte (SZR) = 656 Mrd. US-$ (-> UN-Chronik)

Kredite
Kredite: Im Geschäftsjahr 2014/15 (1.5.-30.4.) bewilligte der IWF Kreditlinien (bei Zahlungsbilanzproblemen) von insgesamt 81,8 Mrd. SZR (= 115,0 Mrd. US-$), v.a. für die Ukraine (15%) und Neuauflagen vorsorglicher Kreditvereinbarungen für Mexiko (58%), Polen (19%) und Marokko (4%); bewilligte Kredite (30.6.2016): 112,9 Mrd. SZR (= 157,9 Mrd. US-$), davon 101,3 Mrd. SZR (= 141,6 Mrd. US-$) noch nicht gezogen; ausstehende Kredite 54,9 Mrd. SZR (76,7 Mrd. US-$); größte Kreditnehmer: Portugal, Griechenland, Ukraine

www.imf.org


Quelle: Der neue Fischer Weltalmanach 2017 © Fischer Taschenbuch Verlag in der S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main 2016.




 

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