Alawiten

A., auch Nusairîya, schiit. Sekte mit weiter Verbreitung in Westsyrien und im Südosten der Türkei (Aleviten). Gegründet wurde dieser Zweig der extremen Schiiten Mitte des 9. Jh. im Irak durch Muhammad ibn Nusair an-Namîrî, der – gegen dessen Widerspruch – die göttliche Natur des zehnten schiit. Imâms Alî al-Hâdî verkündete und sich selbst zum Propheten erklärte. Die Doktrin der A. ist eine mythische Lehre von der Entstehung der Welt, in der dem Vetter und Schwiegersohn des Propheten, dem ersten Imâm der Schiiten, Alî ibn Abî “âlib, göttlicher Charakter verliehen wird. Im Verlaufe der Geschichte gab es verschiedene alawit. Dynastien im Maghreb, Jemen, in Mekka, Nordiran und Andalusien. In Syrien sind seit 1966 alawit. Offiziere der Bath-Partei an der Macht, zu denen der amtierende Präsident Bashshâr al-Asad gehört.

Literatur:
Halm, H.: Art. „Nusairiyya“, in: The Encyclopaedia of Islam. New Edition, Bd. 8, 1995, 145–148. – Kadi, W.: Art. „Alawî“, in: Encyclopaedia Iranica, Bd. 1, 1983, 804–806.

Autor/Autorinnen:
Anja Pistor-Hatam, Prof. Dr., Universität Kiel, Islamwissen¬schaft


Quelle: Elger, Ralf/Friederike Stolleis (Hg.): Kleines Islam-Lexikon. Geschichte - Alltag - Kultur. München: 5., aktualisierte und erweiterte Auflage 2008.




 

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