Bibel

Das Arabische hat kein Wort für die jüdische bzw. christ­liche B.; im Begriff ahl al-­kitāb (Schriftbesitzer) erscheint sie einfach als «Schrift». Teile der B. sind im Koran erwähnt: die Thora, die Psalmen (arab. az-­zabūr) und die Evangelien (arab. al-­injīl). Im Koran finden sich viele biblische Stoffe wieder – die Schöpfung, Kain und Abel, die Sintflut, Jakob in Ägypten, Johannes der Täufer, die Kindheitsgeschichte Jesu –, die oft nicht genau mit den jüd.-christlichen Versionen übereinstimmen. Der Koran beansprucht aber, die richtige Darstellung zu liefern: «Dieser Koran berichtet den Kindern Israels das meiste von dem, worüber sie uneins sind» (Sure 27:76).

Literatur:
Adang, C.: Muslim Writers on Judaism and the Hebrew Bible, 1996. – Jomier, J.: Bibel und Koran, 1962. – Gnilka, J.: Bibel und Koran. Was sie verbindet, was sie trennt, 2005. – Lazarus-­Yafeh, H.: Intertwined Worlds. Medieval Islam and Bible Criticism, 1992. – Speyer, H.: Die biblischen Erzählungen im Qoran, 1931 (mehrfach nachgedruckt).

Autor/Autorinnen:
Prof. Dr. Marco Schöller, Universität Münster, Orientalistik


Quelle: Elger, Ralf/Friederike Stolleis (Hg.): Kleines Islam-Lexikon. Geschichte - Alltag - Kultur. München: 6., aktualisierte und erweiterte Auflage 2018.



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