Israel

I., Staat im Maschrek mit 6.748.400 Einwohnern (2003), davon sind 5.165.400 Juden, 1.072.500 Muslime, 142.400 Christen, 110.800 Drusen und 254.600 Einwohner ohne Religionszugehörigkeit. Die Fläche beträgt 20.700 qkm. Landessprachen sind Hebräisch und Arab. Das biblische Land I. ist für alle drei monotheist. Religionen, Judentum, Christentum und Islam, von größter Bedeutung. Der moderne Staat I. wurde 1948 gegen den erbitterten Widerstand der arab. Einwohner als Heimat für alle Juden gegründet. Israel hatte 1948, 1956, 1967, 1973 und 1982 militärische Auseinandersetzungen mit seinen arabischen Nachbarländern (Ägypten, Jordanien, Libanon). Der 1993 begonnene Friedensprozess mit der PLO kam nach einigem Stocken mit dem Beginn der 2. Intifada 2000 vollständig zum Erliegen. Durch die Errichtung eines Grenzzauns zu den palästinensischen Gebieten seit 2002 wurde das Westjordanland vollständig abgetrennt, um Attentäter vom israel. Kernland fernzuhalten. 2005 wurden nach einem Beschluß der Regierung unter Ariel Sharon alle israel. Siedlungen im Gazastreifen aufgegeben. Nach dem Sieg der Hamâs bei den Wahlen in den palästinens. Autonomiegebieten im Januar 2006 lehnte die israel. Führung Verhandlungen mit der neuen palästinens. Regierung ab. Die Gewalt eskalierte auf beiden Seiten in den folgenden Monaten erneut. So feuerte die Hamas vom Gazastreifen aus immer wieder Raketen auf Ziele in I. Das israel. Militär sperrte deswegen die Grenzübergänge nahezu vollständig ab. Im Sommer 2006 führte das israel. Militär eine großangelegte Aktion gegen die ³izbollah durch, die vom Süden des Libanon aus gegen Israel operiert hatte. Nach 33 Tagen heftigen Bombardements auf libanes. Territorium, das vor allem Opfer unter der Zivilbevölkerung forderte, wurde ein Waffenstillstand vereinbart. Der Plan der israel. Führung, die schiitische Miliz im Nachbarland zu zerschlagen, war jedoch gescheitert. Polit. ging die Hizbollah gestärkt aus dem Konflikt hervor.

Literatur:
Balke, R.: Israel, [3]2007. – Timm, A.: Israel. Gesellschaft im Wandel, 2003. – Wolffsohn, M. / Bokovoy, D.: Israel. Grundwissen Länderkunde (1882–1996), [7]2007.

Autor/Autorinnen:
Renate Dieterich, Dr., Universität Bonn, Orientalistik


Quelle: Elger, Ralf/Friederike Stolleis (Hg.): Kleines Islam-Lexikon. Geschichte - Alltag - Kultur. München: 5., aktualisierte und erweiterte Auflage 2008.



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