Globalsteuerung

die Beeinflussung volkswirtschaftlicher Gesamtgrößen wie Wachstum, Volkseinkommen, Preisniveau, Investitionen, Außenhandel oder Beschäftigung durch die Wirtschafts- und Geldpolitik. Die Globalsteuerung ist darauf gerichtet, Konjunkturschwankungen und deren negative Begleiterscheinungen (Arbeitslosigkeit, Inflation) zu verhindern und ein gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht zu erreichen.

Die Beeinflussung der gesamtwirtschaftlichen Größen soll entsprechend der konjunkturellen Lage durch verschiedene Maßnahmen der Fiskalpolitik (z. B. Steuererhöhungen oder -senkungen), der Geldpolitik (z. B. Zinssatzveränderungen), der Außenwirtschaftspolitik (z. B. Wechselkursänderungen) oder der Einkommens- und Tarifpolitik erfolgen. Die Maßnahmen der Globalsteuerung sind darauf gerichtet, die konjunkturelle Entwicklung zu verstetigen, was einen antizyklischen Einsatz der wirtschaftspolitischen Mittel erforderlich macht. Entscheidungsträger im Rahmen der Globalsteuerung sind Bund, Länder und Gemeinden sowie die Zentralbank. Darüber hinaus tragen die Tarifpartner eine Mitverantwortung.

Wirtschaftspolitik unter dem Aspekt der Globalsteuerung und im Sinne des Keynesianismus wurde vor allem während der Amtszeit (1966-72) des Wirtschaftsministers Karl Schiller (* 1911, † 1994) betrieben. Die Hoffnungen, die mit diesem Konzept und dem Stabilitätsgesetz (siehe dort) verbunden wurden, erfüllten sich jedoch spätestens mit dem Auftreten der Stagflation Mitte der 1970er-Jahre nicht. Dass die Globalsteuerung damals nicht die gewünschten Wirkungen hatte, lag neben dem Einfluss von Interessengruppen auf die Wirtschaftspolitik auch am Problem des zeitgerechten Einsatzes der wirtschaftspolitischen Instrumente begründet. Verzögerungen, die Timelags (siehe dort), zwischen der richtigen Vorhersage oder Erkennung einer konjunkturellen Situation und der Auswahl sowie dem Einsatz der richtigen wirtschaftspolitischen Mittel können eine Verstärkung konjunktureller Ausschläge bewirken, statt sie zu glätten.


Duden Wirtschaft von A bis Z: Grundlagenwissen für Schule und Studium, Beruf und Alltag. 6. Aufl. Mannheim: Bibliographisches Institut 2016. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2016.



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