klassische Schule der Nationalökonomie

Klassik

Thomas Robert Malthus
klassische Schule der Nationalökonomie.klassische Schule der Nationalökonomie.
Der britische Wirtschaftswissenschaftler und Sozialphilosoph lebte von 1766 bis 1834. Malthus war zunächst Pfarrer; seit 1805 Professor für Geschichte und politische Ökonomie. Er wurde vor allem durch seine pessimistische Bevölkerungslehre bekannt. In seiner Streitschrift »Versuch über das Bevölkerungsgesetz« führte er das menschliche Elend seiner Zeit auf das Anwachsen der Bevölkerung zurück, die stets die Tendenz zeige, stärker als der Nahrungsmittelspielraum zu wachsen. Sein Buch, das schon zu seinen Lebzeiten in zahlreichen Auflagen erschien, erregte beträchtliches Aufsehen.
David Ricardo
klassische Schule der Nationalökonomie.klassische Schule der Nationalökonomie.
Der britische Wirtschaftswissenschaftler lebte von 1772 bis 1823. Als Bankier und Börsenmakler erwarb er ein großes Vermögen, zog sich 1814 vom Geschäftsleben zurück, um sich ganz seinen wissenschaftlichen Arbeiten zu widmen. Ricardo schuf, aufbauend auf Adam Smith, ein in sich geschlossenes System der Volkswirtschaftslehre, zu dessen Grundlagen eine Arbeitswertlehre (Arbeit sei der einzige wertbildende Faktor), eine Theorie der Bodenrente sowie eine Preis- und Geldtheorie zählen. Im Unterschied zu Smith, in dessen Arbeiten die Frage nach den Ursachen des Wohlstands im Mittelpunkt stand, war für Ricardo das Problem der Einkommensverteilung zentrales Anliegen. Aufbauend auf dem Ertragsgesetz entwickelt sich die Einkommensverteilung so, dass der Anteil des Lohns am Volkseinkommen konstant bleibt, die Grundrente ständig zunimmt und die Profite ständig abnehmen. Die Vorteilhaftigkeit des Freihandels belegt Ricardo nicht nur für den Fall der absoluten Kostenunterschiede, sondern auch für den Fall komparativer Vorteile (Theorem der komparativen Kosten).
Adam Smith
klassische Schule der Nationalökonomie.klassische Schule der Nationalökonomie.
Der britische Philosoph und Wirtschaftswissenschaftler lebte von 1723 bis 1790. Im Unterschied zum Merkantilismus und zur Physiokratie betrachtete er die menschliche Arbeit und die Arbeitsteilung als Quellen des Wohlstands. Nur Arbeit vermehre den Wert eines Gutes und das umso wirksamer, je mehr sie nach ihrer Qualifikation und Spezialisierung arbeitsteilig eingesetzt werde. Voraussetzung für die Arbeitsteilung ist dabei ein funktionierender Marktmechanismus. Durch das wohlverstandene Eigeninteresse der Menschen stelle sich im freien Wettbewerb wie von einer unsichtbaren Hand gesteuert das Gleichgewicht zwischen Produktion, Verbrauch, Lohn und Preis ein. Smith gilt als Begründer der klassischen Nationalökonomie und als »Vater« der Marktwirtschaft. Obwohl er die Vorteile der freien Marktwirtschaft betonte, lehnte er keineswegs alle wirtschaftspolitischen Eingriffe des Staates ab. Zu den Staatsaufgaben zählte er Landesverteidigung, innere Sicherheit, Bildung, Sicherung von Eigentum und Wettbewerb.
Sammelbezeichnung für die ökonomischen Auffassungen und Theorien, die hauptsächlich von den bedeutenden englischen Ökonomen wie Adam Smith (* 1723, † 1790), Thomas Robert Malthus (* 1766, † 1834), David Ricardo (* 1772, † 1823) und John Stuart Mill (* 1806, † 1873) entwickelt wurden. Die Theorien der klassischen Schule haben vor allem gemeinsam, dass sie vom wirtschaftlichen Eigennutz des einzelnen Menschen ausgehen und die Auswirkungen dieses Handelns auf das Gemeinwohl untersuchen. Adam Smith versuchte in seinem wichtigsten Werk »Der Wohlstand der Nationen« zu zeigen, dass der eigennützig, auf seinen persönlichen wirtschaftlichen Vorteil bedachte Mensch mit seinem wirtschaftlichem Handeln gleichzeitig dem Wohl aller anderen dient. Er sah damit den Egoismus des Menschen als treibende Kraft wirtschaftlichen Handelns an. Große Aufmerksamkeit widmete Smith dabei der sogenannten unsichtbaren Hand (siehe dort), d. h. dem Marktgeschehen als ordnender und regulierender Kraft.

Thomas Robert Malthus beschäftigte sich vor allem mit der Untersuchung der Ursachen von wirtschaftlichem Elend und Armut und entwickelte in diesem Zusammenhang das berühmte Bevölkerungsgesetz. Im Bevölkerungsgesetz stellt Malthus fest, dass die Bevölkerung stärker wächst als der Nahrungsmittelspielraum, was seiner Ansicht nach zu Katastrophen wie Hungersnöten und Kriegen führt. In den düsteren Prognosen des Club of Rome über die Grenzen des Wachstums sowie die Lage und zukünftige Entwicklung der Menschheit haben die Thesen und Voraussagen von Thomas Robert Malthus eine Parallele in der Gegenwart.

Mit seinem Hauptwerk »Über die Grundsätze der politischen Ökonomie und der Besteuerung« gründet David Ricardo vor allem auf den Theorien von Adam Smith , entwickelte diese Ansichten aber gezielt weiter. Von herausragender Bedeutung sind David Ricardos Ausführungen zum Ertragsgesetz (siehe dort) und seine Außenhandelstheorie mit der Darstellung der komparativen Kosten.

John Stuart Mill wurde als Sohn des englischen Nationalökonomen James Mill (* 1773, † 1836) von dessen ökonomischen Vorstellungen stark beeinflusst. Die Hauptleistung von John Stuart Mill bestand vor allem darin, die Theorien von Smith , Malthus und Ricardo in einem seiner Hauptwerke »Prinzipien der politischen Ökonomie« systematisch darzustellen.


Duden Wirtschaft von A bis Z: Grundlagenwissen für Schule und Studium, Beruf und Alltag. 6. Aufl. Mannheim: Bibliographisches Institut 2016. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2016.



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