Niedrigzinspolitik

das Vorgehen und alle geldpolitischen Maßnahmen einer Zentralbank, in der Eurozone der Europäischen Zentralbank (EZB), die darauf gerichtet sind, das allgemeine Zinsniveau auf ein sehr niedriges Niveau zu senken und auf diesem tiefen Level zu halten. Über die Senkung von Zinssätzen, die zwischen Zentralbank und Geschäftsbank berechnet werden, will die Zentralbank die Nachfrage nach Investitionskrediten der Unternehmen oder nach Konsumkrediten der Haushalte anregen und so die Konjunktur in einer Volkswirtschaft positiv beeinflussen.

Sinkende oder niedrige Zinsen der EZB führen dazu, dass die Geschäftsbanken die Zinsen für Kredite und Anlagen ihrer Kunden ebenfalls senken werden und so einerseits die Nachfrage bei Unternehmen und Konsumenten nach Krediten steigt und andererseits die Anlage gesparter Gelder schlechter verzinst wird. Die Folge soll sein: Es wird mehr investiert, weil die Gewinnaussichten der Unternehmen steigen, und mehr konsumiert, weil für private Haushalte und Sparer die Geldanlage zunehmend unattraktiv wird und Kredite zur Finanzierung von Konsumgütern günstig sind. Niedrigzinspolitik betreiben die EZB und andere Notenbanken der westlichen Industriestaaten seit der Rezession von 2008. Die Zinssätze, zu denen sich die Geschäftsbanken bei der EZB refinanzieren können, wurden danach sukzessive bis hin zur Nullprozentgrenze gesenkt. So sollen die Auswirkungen der Rezession des Jahres 2009 und der europäischen Schuldenkrise, die zu einer Deflation führen können, verhindert werden.


Duden Wirtschaft von A bis Z: Grundlagenwissen für Schule und Studium, Beruf und Alltag. 6. Aufl. Mannheim: Bibliographisches Institut 2016. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2016.



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