Rentenreform

(Generationengerechtigkeit)., Altersarmut

Die Finanzierungsprobleme in der gesetzlichen Rentenversicherung ergeben sich v. a. aus der wirtschaftlichen und der demografischen Entwicklung. Jahre mit hoher Arbeitslosigkeit oder abnehmender bzw. stagnierender Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten verminderten die Beitragseinnahmen. Diese Problematik hat sich seit 2011 entschärft. Zugleich gehen von der großen und zunehmenden Zahl der Altersrentner, der längeren Rentenbezugszeit durch die höhere Lebenserwartung, der Frühverrentung älterer Arbeitnehmer bzw. der vorzeitigen abschlagsfreien Altersrente für langjährig Versicherte ausgabensteigernde Wirkungen aus. Diese Finanzierungsprobleme lassen sich auch nicht durch steuerfinanzierte Bundeszuschüsse oder höhere Beiträge zur Rentenversicherung auf Dauer ausgleichen.

Durch die Rentenreform 2001 sollte eine Entlastungswirkung für die Rentenversicherung vor allem durch Einführung einer kapitalgedeckten Altersvorsorge (siehe dort) erzielt werden, die die umlagefinanzierte bisherige Rentenversicherung ergänzt. Damit soll auch der Beitragssatz für die Versicherungspflichtigen auf Dauer unter 20 % gehalten werden, ohne dass das Rentenniveau der Rentenempfänger deutlich gekürzt wird, um insgesamt die Belastungen auf die verschiedenen Generationen möglichst gleichmäßig zu verteilen (Generationengerechtigkeit). Da die Finanzierungsprobleme fortbestehen, wurde das Renteneintrittsalter bis 2029 schrittweise auf 67 Jahre angehoben. Aktuell zeigt sich die Gefahr steigender Altersarmut bzw. ein Absinken auf die Grundsicherung (siehe dort), auch bedingt durch die Absenkung des Rentenniveaus auf (2030) 43 % infolge von Erwerbsbiografien mit längeren Zeiten der Arbeitslosigkeit und aufgrund von Niedriglohnbeschäftigungen.


Duden Wirtschaft von A bis Z: Grundlagenwissen für Schule und Studium, Beruf und Alltag. 6. Aufl. Mannheim: Bibliographisches Institut 2016. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2016.




 

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