Sozialismus

Weltbild, das sich im 19. Jahrhundert aus der Kritik am Kapitalismus entwickelt hat und eine Beseitigung dieses Wirtschaftssystems anstrebt. Wirtschaftspolitische Grundlage ist die Aufhebung des Privateigentums an den Produktionsmitteln und dessen Verstaatlichung sowie die zentrale Planung und Lenkung des Wirtschaftsprozesses, um negative soziale Auswirkungen des Wirtschaftens zu verhindern. Ziel ist die Überwindung sozialer Gegensätze in Wirtschaft und Gesellschaft sowie die Verbesserung der Situation der arbeitenden Bevölkerung.

Die Hauptrichtungen des Sozialismus im 18. und 19. Jahrhundert waren der utopische Sozialismus und der wissenschaftliche Sozialismus. Die utopischen Sozialisten wie Robert Owen (* 1771, † 1858) oder Charles Fourier (* 1772, † 1835) strebten gesellschaftlich und wirtschaftlich einen idealen Staat an, den sie durch Aufklärung und vernünftiges Handeln aller Menschen erreichen wollten. Im Gegensatz dazu unternahmen Karl Marx (* 1818, † 1883) und Friedrich Engels (* 1820, † 1895) den Versuch, den Sozialismus wissenschaftlich zu begründen. In dieser Betrachtung ist der Sozialismus das notwendige Ergebnis aus dem Zusammenbruch des Kapitalismus und der Revolution der Arbeiterklasse sowie die Vorstufe der klassen- und herrschaftslosen Gesellschaft, dem Kommunismus (siehe dort).

In den ehemaligen Ostblockstaaten (z. B. ehemalige Sowjetunion oder DDR), die durch eine umfassende Herrschaft der kommunistischen Partei geprägt waren, wurde vom real existierenden Sozialismus gesprochen. Deren Wirtschaftsordnung wird auch als Planwirtschaft (siehe dort) bezeichnet.


Duden Wirtschaft von A bis Z: Grundlagenwissen für Schule und Studium, Beruf und Alltag. 6. Aufl. Mannheim: Bibliographisches Institut 2016. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2016.




 

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