Vereinte Nationen

[engl. United Nations - UN] 1945 gegründete internationale Organisation zur Sicherung des Weltfriedens und der internationalen Zusammenarbeit mit zahlreichen Sonderorganisationen, z.B. dem Kinderhilfswerk UNICEF. Deutschland ist seit 1973 Mitglied der Vereinten Nationen. www.uno.de
Die Vereinten Nationen wurden 1945, am Ende des 2. Weltkrieges, von 51 Nationen als "United Nations Organization" (UNO) mit Sitz in New York gegründet. Die Gründungsurkunde nennt als Hauptziel, "künftige Geschlechter von der Geißel des Krieges zu bewahren." 2011 gehörten der UNO mit 193 Mitgliedern fast alle Staaten der Welt an (Nichtmitglieder: Taiwan, die Vatikanstadt, Palästina, Nordzypern, (West-)Sahara, Kosovo und einige Pazifikinseln). Deutschland ist seit 1973 Mitglied - damals noch in Form von zwei Staaten.

Mindestens einmal im Jahr treten alle Mitgliedstaaten zur Generalversammlung zusammen. Sie ist offiziell das oberste Organ, um Beschlüsse zu fassen. Jedes Mitglied hat in ihr eine Stimme. Die Generalversammlung wählt für jeweils fünf Jahre einen Generalsekretär, der die laufenden Geschäfte führt. Neben Wahlen für weitere UN-Organe beschränkt sich die Tätigkeit der Generalversammlung darauf, Resolutionen zu verabschieden, die für die Mitglieder aber nicht verbindlich sind.

Ungleich größere Macht als die Generalversammlung besitzt der Sicherheitsrat (auch: Weltsicherheitsrat), das wichtigste Organ der UNO. Er hat fünf ständige Mitglieder, die USA, Russland, Großbritannien, Frankreich und China. 10 weitere Mitglieder werden für jeweils zwei Jahre von der Generalversammlung hinzugewählt.
Der Sicherheitsrat kann feststellen, ob ein Bruch oder eine Bedrohung des Friedens vorliegt, und er kann in diesem Zusammenhang militärische Aktionen beschließen und durchführen. Dazu stellen ihm die Mitgliedstaaten Truppen zur Verfügung. Diese können entweder direkt gegen einen Angreifer eingesetzt werden oder - was heute überwiegt - für friedenssichernde Maßnahmen. Das bedeutet: In Konfliktregionen schieben sich UNO-Soldaten als Puffer zwischen streitende Parteien, kontrollieren die Einhaltung einer Waffenruhe und ähnliches. Allerdings: Beschlüsse des Sicherheitsrates können nicht gegen den Willen eines der fünf ständigen Mitglieder gefasst werden, jedes ständige Mitglied besitzt also ein Veto-Recht [lat. veto - ich verbiete] und kann so jede beabsichtigte UN-Aktion verhindern.

Die UNO verfügt über eine große Zahl von Spezialorganisationen, wie z.B. das Kinderhilfswerk UNICEF. Zur Verfolgung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Ruanda und Jugoslawien hat die UNO internationale Gerichtshöfe eingesetzt. Seit 2003 besteht ein von der Uno gestützter "internationaler Strafgerichtshof", der Völkermord und andere schwere Kriegsverbrechen weltweit ahnden soll. 2001 erhielten die Vereinten Nationen für ihre Arbeit den Friedensnobelpreis. www.uno.de
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Quelle: Thurich, Eckart: pocket politik. Demokratie in Deutschland. überarb. Neuaufl. Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2011.




 

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