Industriegesellschaft

I. bezeichnet eine Gesellschaftsform, in der die Bedingungen der industriellen Produktion wesentlich das wirtschaftliche, soziale und kulturelle Leben prägen. Charakteristisch für I. sind die enorme Konzentration des Produktivkapitals und eine hochgradige Arbeitsteilung und Rationalisierung der wirtschaftlichen Produktion. Zu den Folgen zählen u. a. Landflucht und Verstädterung, die Erhöhung des materiellen Lebensstandards, die Einführung eines Wertesystems, das an rationaler Arbeitsplanung und hoher Arbeitsleistung (Arbeitsethos) orientiert ist. Historisch gesehen löste die I. die agrarisch geprägte Gesellschaft ab und bereitete die Entwicklung zur Dienstleistungsgesellschaft vor.

Siehe auch:
Dienstleistung/Dienstleistungsgesellschaft
Feudalismus

Quelle: Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 6., aktual. u. erw. Aufl. Bonn: Dietz 2016. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.




 

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