Münchener Abkommen

Bezeichnung für den 1938 abgeschlossenen Vertrag zwischen DEU, GBR, FRA und ITA, mit dem (ohne Beteiligung der Tschechoslowakischen Republik, ČSR) die Abtretung der sudetendeutschen Gebiete an DEU beschlossen wurde. Dadurch wurden die von DEU geschürte »Sudetenkrise« und – für kurze Zeit – die Kriegsgefahr überwunden. Für den Rest der ČSR gaben FRA und GBR eine Bestandsgarantie ab. Das M. A. gilt als Symbol für die gescheiterte Appeasementpolitik des Westens gegenüber Hitler. Durch den 1974 in Kraft getretenen Normalisierungsvertrag zwischen der Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik und der BRD wurde das M. A. für nichtig erklärt; in der dt.-tschech. Versöhnungserklärung von 1997 bedauern beide Staaten die (auch) durch das M. A. verursachten Folgen ( Krieg und Vertreibung).

Siehe auch:
Vertrag
Staat
Krieg
Appeasement

Quelle: Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 7., aktual. u. erw. Aufl. Bonn: Dietz 2018. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.



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