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Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)

Politische Partei, die 1920 aus der ein Jahr früher in München gegründeten Deutschen Arbeiterpartei hervorging. Sie wurde von ihrem Parteiführer A. Hitler (seit 1921) als antidemokratische, antirepublikanische und antisemitische Partei aufgebaut, zunächst v. a. im Süden DEUs aktiv. 1923 scheiterte ein von Hitler angeführter Putsch, die NSDAP zerfiel. 1925 wurde sie für das gesamte Reich strikt hierarchisch mit den Ebenen Reichsleitung, Gaue, Ortsgruppen (ab 1932 auch Kreise, Zellen, Blöcke) wiederaufgebaut, womit die Grundlage für das Führerprinzip (Befehl und Gehorsam, ohne Beteiligung der Mitglieder an der Willensbildung) gelegt wurde. Zudem wurden funktionale Parteigliederungen (Sturmabteilung SA, Schutzstaffel SS, Hitlerjugend HJ, Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund, Nationalsozialistische Frauenschaft etc.) geschaffen. Die NSDAP wurde so zur energischsten und zielstrebigsten Partei der extremen Rechten. Aufgrund der Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise, der Dauerkrise der politischen Parteien der Weimarer Republik und mittels eines ausgefeilten Propagandaapparates wurden seit 1929/30 erhebliche politische Erfolge erzielt (Mitgliederzuwachs, Wahlgewinne bei breiteren Bevölkerungsschichten), die die NSDAP im Juli 1932 zur stärksten Fraktion des Reichstages machten. Obwohl die NSDAP in den Reichstagswahlen vom 6.11.1932 zwei Mio. Stimmen verloren hatte, wurde Hitler von Reichspräsident v. Hindenburg am 30.1.1933 zum Reichskanzler berufen. Mit dem vom Reichstag nur gegen die Stimmen der SPD verabschiedeten Ermächtigungsgesetz vom 24.3.1933 wurde die erste dt. Demokratie abgeschafft und die nationalsozialistische Herrschaft legalisiert. Vom 1.12.1933 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges war die NSDAP die einzige zugelassene Partei im Deutschen Reich. Sie diente weiterhin v. a. propagandistischen Zwecken, der Schulung und Indoktrination sowie zu vielfältigen Formen der Betreuung und der sozialen Hilfe (z. B. Volkswohlfahrt, Arbeitsfront).

Am Ende des Zweiten Weltkrieges hatte sie ca. 9 Mio. Mitglieder (Jan. 1933: 850.000; Mai 1933: 2,5 Mio.; 1939: 5,3 Mio.).

Aufgrund des Gesetzes Nr. 2 des Alliierten Kontrollrates vom 10.10.1945 wurde die NSDAP verboten und aufgelöst. Art. 21 GG verbietet die Gründung verfassungsfeindlicher Parteien.

Siehe auch:
Partei
Putsch
Reich
Weimarer Republik
Fraktion
Demokratie
Herrschaft
Weltkrieg
Deutsches Reich/Deutsches Kaiserreich
Nationalsozialismus

Quelle: Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 7., aktual. u. erw. Aufl. Bonn: Dietz 2018. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.



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