Rationalismus

[lat.] 1) R. bezeichnet eine philosophische Strömung, in deren Mittelpunkt die Ausstattung des Menschen mit Vernunft steht und demzufolge der Gebrauch der Vernunft für die Ordnung sowie für das Wahrnehmen und das Erkennen der Wirklichkeit entscheidend ist (z. B. Descartes: »Ich denke, also bin ich«). Ggt. Empirismus.

2) R. bezeichnet den (nur für das Abendland charakteristischen) Prozess der tiefen Durchdringung aller Lebensbereiche (Privatsphäre, Gesellschaft, Wirtschaft, Politik) mit dem Gedanken der Vernunft und der Vernünftigkeit. Ziel des »Rationalismus der ethisch-methodischen Lebensführung« (M. Weber) ist die Veränderung der bestehenden und die Entwicklung immer besserer Lebensbedingungen (wie es bspw. in der kapitalistischen Wirtschaftsdynamik angelegt ist).

3) Ugs. bezeichnet R. ein Handeln, das einseitig nur den Verstand, das Absichtsvolle und Zweckorientierte gelten lässt.

Siehe auch:
Empirie/empirisch/Empirismus
Gesellschaft
Politik

Quelle: Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 7., aktual. u. erw. Aufl. Bonn: Dietz 2018. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.



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