Zahlen und Fakten: Globalisierung
1.7.2018

Migration

Ein- und Auswanderungsländer, Migrationskorridore mit mehr als 1 Million Migranten, Stand: 2017

Migration

Quelle: United Nations – Department of Economic and Social Affairs (2017): Trends in International Migrant Stock: The 2017 Revision
Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

Mitte 2017 lebten weltweit 257,7 Millionen Menschen in Staaten, in denen sie nicht geboren wurden. Dabei stammten 6,4 Prozent aller Migranten aus Indien – 16,6 Millionen. Mexiko (13,0 Mio.), Russland (10,6 Mio.), China (10,0 Mio.) sowie Bangladesch (7,5 Mio.) sind ebenfalls wichtige Herkunftsländer. Der weltweit größte "Migrationskorridor" ist der zwischen Mexiko und den USA: Mitte 2017 lebten 12,7 Millionen Menschen in den USA, die in Mexiko geboren wurden, aber in die USA ausgewandert sind. Der zweitgrößte Migrationskorridor ist mit mehr als drei Millionen Menschen der zwischen Indien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. An dritter und vierter Stelle standen Mitte 2017 die Migrationskorridore, die aus den Migrationsbewegungen von Russland in die Ukraine und von der Ukraine nach Russland resultieren (jeweils 3,3 Mio.). Im Jahr 2017 gab es weltweit 43 binationale Migrationskorridore mit mehr als eine Million Menschen. Anders formuliert wanderten bis Mitte 2017 in 43 Staaten mehr als eine Million Menschen ein (und lebten dort auch noch), die jeweils in einem anderen (einzelnen) Staat geboren wurden. Dabei waren die USA zehnmal das Zielland und Indien war sechsmal das Herkunftsland.

Fakten

Nach Angaben des Department of Economic and Social Affairs (UN/DESA) lebten Mitte 2017 weltweit 257,7 Millionen Menschen in Staaten, in denen sie nicht geboren wurden. Mehr als die Hälfte aller Migranten lebte dabei in nur zehn Staaten (51,1 Prozent). Allein in den USA lebte fast ein Fünftel aller Migranten (19,3 Prozent) und in Saudi-Arabien und Deutschland jeweils knapp ein Zwanzigstel (4,7 Prozent). Darauf folgten Russland, das Vereinigte Königreich, die Vereinigten Arabischen Emirate, Frankreich, Kanada, Australien und Spanien (zusammen 22,3 Prozent). Mitte 2017 lebten weltweit in 68 Staaten mehr als eine halbe Million Migranten.

Von den 257,7 Millionen Menschen, die 2017 in Staaten lebten, in denen sie nicht geboren wurden, stammten 6,4 Prozent bzw. 16,6 Millionen aus Indien. Darauf folgten Mexiko (5,0 Prozent / 13,0 Mio.), Russland (4,1 Prozent/ 10,6 Mio.), China (3,9 Prozent / 10,0 Mio.) sowie Bangladesch (2,9 Prozent/ 7,5 Mio.). Syrien (2,7 Prozent/ 6,9 Mio.), Pakistan (2,3 Prozent/ 6,0 Mio.), die Ukraine (2,3 Prozent/ 5,9 Mio.) und die Philippinen (2,2 Prozent/ 5,7 Mio.) sind ebenfalls wichtige Herkunftsländer.

Der Film zeigt die wichtigsten Migrationsbewegungen weltweit.

Der mit Abstand größte Migrationskorridor ist der zwischen Mexiko und den USA: Mitte 2017 lebten 12,7 Millionen Menschen in den USA, die in Mexiko geboren wurden und die bis Mitte 2017 in die USA ausgewandert sind. An zweiter Stelle stand mit gut 3,3 Millionen Menschen der Migrationskorridor zwischen Indien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Besonderheit des dritt- und viertgrößten Migrationskorridors besteht darin, dass jeweils Russland und die Ukraine die beteiligten Staaten sind: 2017 lebten in beiden Staaten rund 3,3 Millionen Menschen, die jeweils in dem anderen Staat geboren wurden. Schließlich umfassen die Migrationskorridore zwischen Syrien und der Türkei (3,3 Mio.) sowie zwischen Bangladesch und Indien (3,1 Mio.) ebenfalls mehr als drei Millionen Menschen.

Im Jahr 2017 gab es weltweit 43 binationale Migrationskorridore mit mehr als einer Million Menschen. Das heißt, dass bis Mitte 2017 in 43 Staaten mehr als eine Million Menschen einwanderten (und dort auch noch lebten), die jeweils in einem anderen (einzelnen) Staat geboren wurden. Die USA waren bei diesen 43 größten Migrationskorridoren zehnmal das Zielland (Herkunftsländer: Mexiko, China, Indien, Philippinen, Puerto Rico, Vietnam, El Salvador, Kuba, Südkorea, Dominikanische Republik). Darauf folgten Saudi-Arabien und Deutschland, die beide viermal das Zielland waren. In Saudi-Arabien lebten Mitte 2017 jeweils mehr als eine Million Menschen, die in Indien, Indonesien, Pakistan bzw. Bangladesch geboren waren. Bei Deutschland waren die vier wichtigsten Herkunftsländer Polen, die Türkei, Russland und Kasachstan.

Bei 6 der 43 größten binationalen Migrationskorridore stammten die Auswanderer aus Indien (Zielländer: Vereinigte Arabische Emirate, USA, Saudi-Arabien, Pakistan, Oman, Kuwait). Bei jeweils drei Migrationskorridoren stammten die Auswanderer aus Russland (Zielländer: Ukraine, Kasachstan, Deutschland) bzw. Bangladesch (Indien, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate).

Bei manchen Staaten konzentrieren sich die Migrationsbewegungen auf einzelne Migrationskorridore: Im Jahr 2017 lebten 97,8 Prozent der insgesamt 13,0 Millionen aus Mexiko ausgewanderten Personen in den USA. Die Migration aus Puerto Rico, El Salvador und Kuba konzentrierte sich ebenfalls auf das Zielland USA (98,7, 89,3 bzw. 80,3 Prozent). Weiter lebten Mitte 2017 neun von zehn der aus Burkina Faso stammenden Migranten in Côte d'Ivoire (88,8 Prozent) und vier von fünf Migranten aus Algerien in Frankreich (81,0 Prozent).

2017 lebten in Deutschland laut UN/DESA 12,2 Millionen Migranten. Davon stammten die meisten aus Polen (15,9 Prozent), der Türkei (13,7 Prozent), Russland (8,9 Prozent) und Kasachstan (8,4 Prozent). Darauf folgten Rumänien (4,9 Prozent), Tschechien (4,5 Prozent), Italien (3,4 Prozent), die Ukraine (2,2 Prozent), Österreich (2,1 Prozent) und Griechenland (1,8 Prozent). Aus diesen zehn Herkunftsländern stammten zusammen knapp zwei Drittel aller Migranten, die im Mitte 2017 in Deutschland lebten (65,7 Prozent). Bei den 20 bzw. 30 wichtigsten Herkunftsländern steigt der entsprechende Wert auf 77,9 bzw. 85,9 Prozent.

Mehr als die Hälfte aller ausgewanderten Personen aus Tschechien lebte Mitte 2017 in Deutschland (56,7 Prozent). Auch aus der Türkei (48,6 Prozent), Österreich (44,1 Prozent), Polen (41,2 Prozent), Luxemburg (33,9 Prozent), Slowenien (27,8 Prozent), Ungarn (27,2 Prozent), Kasachstan (25,0 Prozent), Griechenland (23,1 Prozent) und Kroatien (22,9 Prozent) lebten überdurchschnittlich viele Auswanderer in Deutschland.

Die meisten der 4,2 Millionen ausgewanderten Personen, die in Deutschland geboren wurden, lebten Mitte 2017 in den USA – 645.000 bzw. 15,3 Prozent. Darauf folgten die Schweiz (8,9 Prozent), die Türkei (7,7 Prozent), das Vereinigte Königreich (7,2 Prozent), Österreich (5,9 Prozent), Frankreich (5,6 Prozent), Italien und Kasachstan (jeweils 5,3 Prozent). 2017 entfielen auf die 10 wichtigsten Zielländer 70,3 Prozent aller Auswanderer. Bei den 20 bzw. 30 wichtigsten Zielländern erhöht sich der entsprechende Wert auf 91,0 bzw. 95,9 Prozent. In den Zielländern haben die Zugewanderten, die in Deutschland geboren wurden, eher einen kleinen Anteil an allen Migranten des jeweiligen Landes. Am höchsten war der Anteil Mitte 2017 in der Schweiz (15,0 Prozent), in Österreich (14,8 Prozent), Polen (12,5 Prozent), Griechenland (9,2 Prozent) sowie in Namibia (8,8 Prozent). Bei den USA, wohin die meisten auswanderten, betrug der Anteil an allen Migranten lediglich 1,3 Prozent.

Nach den Vorausberechnungen des UN/DESA wird die Nettowanderung zwischen den ökonomisch entwickelten und den ökonomisch sich entwickelnden Staaten in den Jahren 2015 bis 2050 bei insgesamt 81,9 Millionen bzw. bei 2,3 Millionen Migranten pro Jahr liegen. Dabei werden in sechs Staaten jedes Jahr im Durchschnitt mehr als 100.000 Migranten einwandern: USA (979 Tsd.), Deutschland (224 Tsd.), Kanada (220 Tsd.), Vereinigtes Königreich (171 Tsd.), Australien (153 Tsd.) sowie Russland (109 Tsd.). Auf der anderen Seite werden aus fünf Staaten bis 2050 jedes Jahr mehr als 100.000 Migranten auswandern: Indien (-413 Tsd.), Bangladesch (-324 Tsd.), China (-321 Tsd.), Pakistan (-170 Tsd.) und Indonesien (-144 Tsd.).

Datenquelle

United Nations – Department of Economic and Social Affairs (2017): International Migration Report 2017, Trends in International Migrant Stock: The 2017 Revision, World Population Prospects: The 2017 Revision

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Die hier gemachten Angaben beziehen sich auf die mittlere Variante der Vorausberechnungen des UN/DESA. Zudem ist zu beachten, dass bei den Angaben des UN/DESA bei weniger als einem Drittel der Staaten die vom UNHCR berichteten Flüchtlingszahlen berücksichtigt wurden. Zur Wanderung über die Grenzen Deutschlands siehe zusätzlich auch: http://www.bpb.de/153474

UN/DESA – United Nations Department of Economic and Social Affairs

UNHCR – United Nations High Commissioner for Refugees

Detaillierte Informationen zur Datengrundlage des UN/DESA erhalten Sie hier: http://www.un.org/en/development/desa/population/migration/data/estimates2/docs/MigrationStockDocumentation_2017.pdf

Migration

15 Staaten mit der höchsten Anzahl an Ein- und Auswanderern, Stand: 2017

15 Staaten mit der höchsten
Anzahl an Einwanderern
Migranten, in abs. Zahlen Anteile an allen
Einwanderern weltweit 1,
in Prozent
USA 49.776.970 19,3
Saudi-Arabien 12.185.284 4,7
Deutschland 12.165.083 4,7
Russland 11.651.509 4,5
Vereinigtes Königreich 8.841.717 3,4
Vereinigte Arabische Emirate 8.312.524 3,2
Frankreich 7.902.783 3,1
Kanada 7.861.226 3,1
Australien 7.035.560 2,7
Spanien 5.947.106 2,3
Italien 5.907.461 2,3
Indien 5.188.550 2,0
Ukraine 4.964.293 1,9
Türkei 4.881.966 1,9
Südafrika 4.036.696 1,6
15 Staaten mit der höchsten
Anzahl an Auswanderern
Migranten, in abs. Zahlen Anteile an allen
Auswanderern weltweit 1,
in Prozent
Indien 16.587.720 6,4
Mexiko 12.964.882 5,0
Russland 10.635.994 4,1
China 9.962.058 3,9
Bangladesch 7.499.919 2,9
Syrien 6.864.445 2,7
Pakistan 5.978.635 2,3
Ukraine 5.941.653 2,3
Philippinen 5.680.682 2,2
Vereinigtes Königreich 4.921.309 1,9
Afghanistan 4.826.464 1,9
Polen 4.701.465 1,8
Indonesien 4.233.973 1,6
Deutschland 4.208.083 1,6
Kasachstan 4.074.446 1,6

1 Stand 2017: 257.715.425 Migranten

Quelle: United Nations – Department of Economic and Social Affairs (2017): Trends in International Migrant Stock: The 2017 Revision

Migrationskorridore

Migrationskorridore mit mehr als 1 Million Migranten in absoluten Zahlen und Anteile an der weltweiten Migrationsbewegung in Prozent, Stand: 2017

Auswanderungsland Einwanderungsland Zahl der Migranten Anteile an
allen Migranten
weltweit 1,
in Prozent
Mexiko USA 12.683.066 4,9
Indien Vereinigte Arabische Emirate 3.310.419 1,3
Russland Ukraine 3.309.525 1,3
Ukraine Russland 3.272.304 1,3
Syrien Türkei 3.271.533 1,3
Bangladesch Indien 3.139.311 1,2
Kasachstan Russland 2.562.079 1,0
China USA 2.422.998 0,9
Russland Kasachstan 2.411.227 0,9
China Hongkong 2.343.868 0,9
Afghanistan Iran 2.324.884 0,9
Indien USA 2.307.909 0,9
Indien Saudi-Arabien 2.266.216 0,9
Philippinen USA 2.076.253 0,8
Palästina Jordanien 2.046.650 0,8
Polen Deutschland 1.936.653 0,8
Puerto Rico USA 1.903.730 0,7
Indien Pakistan 1.873.650 0,7
Myanmar Thailand 1.835.106 0,7
Türkei Deutschland 1.661.588 0,6
Indonesien Saudi-Arabien 1.548.032 0,6
Afghanistan Pakistan 1.515.738 0,6
Algerien Frankreich 1.452.409 0,6
Vietnam USA 1.409.063 0,5
El Salvador USA 1.392.663 0,5
Vereinigtes Königreich Australien 1.351.846 0,5
Pakistan Saudi-Arabien 1.343.737 0,5
Burkina Faso Côte d'Ivoire 1.307.265 0,5
Kuba USA 1.251.037 0,5
Syrien Libanon 1.209.286 0,5
Indien Oman 1.201.995 0,5
Südkorea USA 1.177.066 0,5
Malaysia Singapur 1.158.890 0,4
Bangladesch Saudi-Arabien 1.157.072 0,4
Indien Kuwait 1.157.072 0,4
Usbekistan Russland 1.147.613 0,4
Pakistan Indien 1.095.149 0,4
Indonesien Malaysia 1.091.841 0,4
Russland Deutschland 1.084.151 0,4
Dominikanische Republik USA 1.069.268 0,4
Bangladesch Vereinigte Arabische Emirate 1.044.505 0,4
Rumänien Italien 1.039.584 0,4
Kasachstan Deutschland 1.020.277 0,4

1 Stand 2017: 257.715.425 Migranten

Quelle: United Nations – Department of Economic and Social Affairs (2017): Trends in International Migrant Stock: The 2017 Revision

Migrationskorridore – Deutschland

Die 30 wichtigsten Auswanderung- und Einwanderungskorridore, Migranten in absoluten Zahlen und Anteile an der Migrationsbewegung Deutschlands in Prozent, Stand: 2017

Die 30 wichtigsten Zielländer
der aus Deutschland
ausgewanderten Personen
Migranten, in abs. Zahlen Anteile an allen
aus Deutschland
ausgewanderten Personen,
in Prozent
Welt 4.208.083 100,0
Europa 2.413.327 57,3
Nordamerika 822.747 19,6
Asien 608.605 14,5
Ozeanien 155.400 3,7
Afrika 126.018 3,0
Lateinamerika und Karibik 81.986 1,9
     
USA 645.314 15,3
Schweiz 376.007 8,9
Türkei 324.602 7,7
Vereinigtes Königreich 300.983 7,2
Österreich 246.340 5,9
Frankreich 237.178 5,6
Italien 223.883 5,3
Kasachstan 223.789 5,3
Spanien 202.544 4,8
Kanada 177.129 4,2
Russland 142.126 3,4
Australien 141.186 3,4
Niederlande 131.877 3,1
Griechenland 112.270 2,7
Südafrika 93.660 2,2
Polen 79.940 1,9
Schweden 50.160 1,2
Belgien 44.451 1,1
Dänemark 42.372 1,0
Kroatien 32.879 0,8
Ungarn 31.721 0,8
Norwegen 30.384 0,7
Portugal 27.383 0,7
Israel 23.072 0,5
Brasilien 19.902 0,5
Serbien 15.972 0,4
Irland 15.452 0,4
Luxemburg 15.056 0,4
Neuseeland 13.805 0,3
Chile 12.665 0,3
Die 30 wichtigsten
Herkunftsländer der nach
Deutschland eingewanderten Personen
Migranten, in abs. Zahlen Anteile an allen
nach Deutschland
eingewanderten Personen,
in Prozent
Welt 12.165.083 100,0
     
Polen 1.936.653 15,9
Türkei 1.661.588 13,7
Russland 1.084.151 8,9
Kasachstan 1.020.277 8,4
Rumänien 592.182 4,9
Tschechien 545.361 4,5
Italien 415.875 3,4
Ukraine 262.027 2,2
Österreich 258.452 2,1
Griechenland 215.784 1,8
Kroatien 210.184 1,7
Bosnien und Herzegowina 200.510 1,6
Ungarn 173.338 1,4
Frankreich 146.297 1,2
Niederlande 139.761 1,1
USA 138.039 1,1
Iran 137.995 1,1
Irak 115.429 0,9
Marokko 114.938 0,9
Vietnam 113.338 0,9
Serbien 107.032 0,9
Bulgarien 105.686 0,9
Vereinigtes Königreich 103.700 0,9
China 102.709 0,8
Spanien 100.899 0,8
Afghanistan 99.973 0,8
Portugal 98.796 0,8
Schweiz 84.578 0,7
Kirgisistan 83.954 0,7
Libanon 79.801 0,7

Quelle: United Nations – Department of Economic and Social Affairs (2017): Trends in International Migrant Stock: The 2017 Revision


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