Zahlen und Fakten: Globalisierung

Tourismusverkehr

3.3.2010
Im Jahr 1950 belief sich die Zahl der weltweit einreisenden Touristen auf lediglich 25 Millionen. Im Jahr 2008 wurde mit 922 Millionen sogenannten Personen-Ankünften ein neuer Rekord erreicht.

Tourismusverkehr.Klicken Sie auf die Grafik, um die PDF zu öffnen. (© UNWTO, 9284403209 / bpb)

Fakten



Weder der Massentourismus selbst noch die Zunahme des Tourismusverkehrs zwischen 1950 und 2008 haben ein Vorbild in der Geschichte. Belief sich die Zahl der weltweit einreisenden Touristen im Jahr 1950 auf lediglich 25,3 Millionen, waren es 1970 bereits 165,8 Millionen und 1990 436,0 Millionen. Im Jahr 2008 wurde mit 921,8 Millionen sogenannten Personen-Ankünften ein neuer Rekord erreicht.

Der Tourismus gehört zu den Bereichen, bei denen Privatpersonen schnell Einsparungen vornehmen können. Entsprechend führte die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 zu einem Rückgang der Personen-Ankünfte: Nach vorläufigen Angaben der World Tourism Organization (UNWTO) war in den ersten drei Quartalen 2009 ein Rückgang von 10, 7 bzw. 2 Prozent zu verzeichnen. Lediglich im vierten Quartal erhöhten sich die Personen-Ankünfte (plus 2 Prozent). Allerdings kann es bei einer anhaltend positiven ökonomischen Entwicklung auch zu deutlichen Nachholeffekten kommen.

Im Jahr 2008 entfiel mehr als die Hälfte aller Personen-Ankünfte auf Europa (487,9 Mio. bzw. 52,9 Prozent). Der Anteil der Region Asien und Pazifik lag bei genau einem Fünftel (20,0 Prozent). 16,0 Prozent aller einreisenden Touristen entfielen auf Nord-, Mittel- und Südamerika sowie 6,0 Prozent auf den Mittleren Osten und 5,1 Prozent auf Afrika.

Bei den Personen-Ankünften hatte die Region Asien und Pazifik mit 12,5 Prozent die höchste durchschnittliche Zuwachsrate in den Jahren von 1950 bis 2008. Die jährlichen Zuwachsraten des Mittleren Ostens (10,2 Prozent) und Afrikas (8,1 Prozent) lagen ebenfalls über dem Durchschnitt. Die Zuwachsraten Europas (6,0 Prozent) sowie Nord-, Mittel- und Südamerikas (5,3 Prozent) waren hingegen unterdurchschnittlich. Werden nur die Jahre seit 2000 betrachtet, hatte der Mittlere Osten (10,6 Prozent) die höchste durchschnittliche Zuwachsrate bei den Personen-Ankünften. Bei Afrika (6,7 Prozent) und der Region Asien und Pazifik (6,6 Prozent) lagen die jährlichen Zuwachsraten ebenfalls über dem Durchschnitt.

Im Jahr 2007 entfielen 46,2 Prozent der Personen-Ankünfte (417,3 Mio.) auf nur zehn Staaten. Der Anteil der Top 5 – Frankreich (81,9 Mio.), Spanien (59,2 Mio.), USA (56,0 Mio.), China (54,7 Mio.) und Italien (43,7 Mio.) – lag bei einem knappen Drittel. Deutschland belegte mit 24,4 Millionen Personen-Ankünften den siebten Rang.

Entsprechend der Zunahme der Personen-Ankünfte sind auch die Einnahmen aus dem Tourismusverkehr gestiegen: Von lediglich 2,1 Milliarden US-Dollar im Jahr 1950 über 106,5 Milliarden 1980 auf ihren bisherigen Höchststand von 944 Milliarden US-Dollar im Jahr 2008.

Im Jahr 2007 entfiel mit 433,4 Milliarden US-Dollar der größte Teil der Einnahmen wiederum auf Europa (50,6 Prozent). An zweiter Stelle stand die Region Asien und Pazifik (22,1 Prozent), gefolgt von Nord-, Mittel- und Südamerika (20,0 Prozent). Parallel zum Anteil an den Personen-Ankünften hatten der Mittlere Osten und Afrika auch den kleinsten Anteil an den Einnahmen aus dem Tourismusverkehr (4,0 bzw. 3,3 Prozent).

Knapp die Hälfte der Einnahmen aus dem Tourismusverkehr (426,5 Mrd. US-Dollar) entfiel 2007 auf nur zehn Staaten. Ein gutes Drittel der Einnahmen verteilte sich auf die Top 5: USA (96,7 Mrd. US-Dollar), Spanien (57,8 Mrd. US-Dollar), Frankreich (54,2 Mrd. US-Dollar), Italien (42,7 Mrd. US-Dollar) und China (41,9 Mrd. US-Dollar). Wie bei den Personen-Ankünften lag Deutschland auch bei den Einnahmen auf dem siebten Rang (36,0 Mrd. US-Dollar).

Kein Land gab im Jahr 2007 mehr Geld für den grenzüberschreitenden Tourismus aus als Deutschland (82,9 Mrd. US-Dollar). Rang zwei und drei belegten die USA (76,2 Mrd. US-Dollar) und Großbritannien (72,3 Mrd. US-Dollar). Darauf folgten Frankreich (36,7 Mrd. US-Dollar), China (29,8 Mrd. US-Dollar) und Italien (27,3 Mrd. US-Dollar).

Von den zehn Ländern, die 2007 am meisten für den grenzüberschreitenden Tourismus ausgaben, waren die Ausgaben pro Kopf bei den Briten mit 1.189 US-Dollar am höchsten. Ihnen folgten Deutsche mit 1.008 US-Dollar und Kanadier mit Ausgaben in Höhe von 755 US-Dollar pro Kopf.

Etwa vier Fünftel des grenzüberschreitenden Tourismusverkehrs entfallen auf den Tourismus innerhalb einer Region (intraregional). Ein Fünftel entfällt auf den Tourismusverkehr zwischen den Regionen (interregional). Allerdings verschiebt sich das Verhältnis zwischen interregionalem und intraregionalem Tourismusverkehr stetig in die gleiche Richtung: In den Prognosen der UNWTO wird davon ausgegangen, dass sich der Anteil des interregionalen Tourismusverkehrs bis zum Jahr 2020 auf etwa ein Viertel erhöht.

Datenquelle



World Tourism Organization (UNWTO): Tourism Highlights 2008 Edition, World Tourism Barometer June 2009; © UNWTO, 9284403209

Tabelle: Tourismusverkehr



Einreisende Personen und Einnahmen in absoluten Zahlen, Zuwächse pro Jahr in Prozent, 1950 bis 2008

  einreisende Personen, in Millionen
1950 1960 1970 1980 1990 2000 2007 2008
Welt 25,3 69,3 165,8 278,2 436,0 683,6 904,2 921,8
Europa 16,8 50,4 113,0 177,5 262,6 392,5 487,3 487,9
Asien und Pazifik 0,2 0,9 6,2 23,6 55,8 110,1 181,9 184,1
Nord-, Mittel- und Südamerika 7,5 16,7 42,3 62,3 92,8 128,2 142,9 147,2
Mittlerer Osten 0,2 0,6 1,9 7,5 9,6 24,9 47,0 55,6
Afrika 0,5 0,8 2,4 7,3 15,2 27,9 45,1 47,0

 
  Zuwachsrate der Anzahl einreisender Personen pro Jahr, in Prozent
1950-
1960
1960-
1970
1970-
1980
1980-
1990
1990-
2000
2000-
2008
1950-
2008
Welt 10,6 9,1 5,3 4,6 4,6 3,8 6,4
Europa 11,6 8,4 4,6 4,0 4,1 2,8 6,0
Asien und Pazifik 14,1 21,6 14,2 9,0 7,0 6,6 12,5
Nord-, Mittel- und Südamerika 8,4 9,7 4,0 4,1 3,3 1,7 5,3
Mittlerer Osten 12,3 11,5 14,9 2,5 10,0 10,6 10,2
Afrika 3,7 12,4 11,7 7,6 6,3 6,7 8,1

 
  Einnahmen aus dem Tourismusverkehr, in Mrd. US-Dollar
1950 1960 1970 1980 1990 2000 2007 2008
Welt 2,1 6,9 17,9 106,5 273,2 479,2 855,9 944
Europa 0,9 3,9 11,0 63,7 145,6 231,6 433,4
Asien und Pazifik 0,0 0,2 1,2 11,3 46,7 90,4 188,9
Nord-, Mittel- und Südamerika 1,1 2,5 4,8 24,7 69,3 131,0 171,1
Mittlerer Osten 0,0 0,1 0,4 3,5 5,1 15,6 34,2
Afrika 0,1 0,2 0,5 3,4 6,4 10,6 28,3

Quelle: World Tourism Organization (UNWTO): Tourism Highlights 2008 Edition, World Tourism Barometer June 2009; © UNWTO, 9284403209



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