Zahlen und Fakten: Globalisierung

Warenimport

7.10.2009
Weltweit wurden 2007 Waren im Wert von fast 14.000 Mrd. US-Dollar importiert. Mehr als 43 Prozent des Warenimports wurde von Europa eingeführt, gut 25 Prozent von Asien und 19,4 Prozent von Nordamerika.

Anteile am Warenimport.Klicken Sie auf die Grafik, um die PDF zu öffnen. (© bpb) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

Fakten



Im Jahr 2007 wurden weltweit Waren im Wert von fast 14.000 Milliarden US-Dollar importiert. 43,4 Prozent aller Waren importierte Europa, gut 25 Prozent Asien und 19,4 Prozent Nordamerika. Auf die anderen Regionen der Welt entfielen lediglich etwa 12 Prozent aller Importe.

Von 1948 bis 1973 erhöhte sich der Anteil Europas am weltweiten Warenimport von 45,3 auf 53,3 Prozent. Seit Anfang der 1980er Jahre lag der Anteil entweder leicht unter oder leicht über 44 Prozent. Der Anteil Asiens am weltweiten Warenimport wuchs seit Anfang der 1960er Jahre rasant und stieg von rund 14 Prozent im Jahr 1963 auf 25,3 Prozent 2007.

Wird die Bevölkerungsentwicklung der einzelnen Regionen berücksichtigt, relativieren sich die Importanteile der Regionen. Da sich der Anteil Europas an der Weltbevölkerung in den letzten 35 Jahren um 35 Prozent verringerte (von etwa 17 auf rund 11 Prozent), können die stabilen Importanteile Europas seit Anfang der 1980er Jahre auch als relative Steigerung interpretiert werden.

Im Falle Asiens führt die Berücksichtigung der Bevölkerungsentwicklung zu einer Abschwächung des Trends, da der Anteil Asiens an der Weltbevölkerung kontinuierlich gestiegen ist. Allerdings übersteigt die rund siebzigprozentige Zunahme des Anteils Asiens am weltweiten Warenimport seit Anfang der 1970er Jahre deutlich die knapp fünfprozentige Zunahme des Anteils an der Weltbevölkerung im selben Zeitraum.

Bei Afrika, Süd- und Mittelamerika führt die Berücksichtigung der Bevölkerungsentwicklung zu einer Verstärkung des Trends: Die ohnehin abnehmenden Importanteile der beiden Regionen werden relativ – durch jeweils steigende Anteile an der Weltbevölkerung – weiter verringert.

Ein großer Teil der importierten Waren wird innerhalb der eigenen Region (intraregional) gehandelt. Am größten ist der Anteil des intraregionalen Imports in der EU: Im Jahr 2007 stammten 65,0 Prozent des Warenimports aus EU-Mitgliedstaaten. Bei den Staaten des NAFTA bzw. der ASEAN lag der Anteil der intraregionalen Importe im selben Jahr bei 33,7 bzw. 24,5 Prozent.

Die OECD-Staaten importierten 2007 knapp 68 Prozent des weltweiten Imports. 95,0 Prozent des gesamten Warenimports entfielen auf die Mitglieder der WTO; 1948 lag dieser Anteil – bezogen auf das GATT – noch bei 58,1 Prozent.

Datenquelle



World Trade Organization (WTO): International Trade Statistics 2008; United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD): Handbook of Statistics 2008

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen



Die Differenz zwischen weltweitem Warenexport und -import resultiert im Wesentlichen aus der Erfassungsmethode. Warenausfuhren werden nach Möglichkeit "f.o.b." (free on board) erfasst, das heißt an der Zollgrenze des jeweils exportierenden Landes. Wareneinfuhren werden hingegen "c.i.f." (costs, insurance, freight) erfasst, also unter Berücksichtigung der entstandenen Transport- und Versicherungskosten.

NAFTA – North American Free Trade Agreement (Nordamerikanisches Freihandelsabkommen).

ASEAN – Association of Southeast Asian Nations.

OECD – Organisation for Economic Co-operation and Development (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung).

Tabelle: Warenimport



In Mrd. US-Dollar, Anteile am Weltwarenimport in Prozent, 1948 bis 2007

  1948 1953 1963 1973 1983 1993 2003 2007
Warenimport, in Mrd. US-Dollar
Welt 62 85 164 595 1.882 3.787 7.691 13.968

  Importanteile, in Prozent
Welt 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0
Europa 45,3 43,7 52,0 53,3 44,2 44,6 45,0 43,4
darunter:  
Deutschland 2,2 4,5 8,0 9,2 8,1 9,0 7,9 7,6
Großbritannien 13,4 11,0 8,5 6,5 5,3 5,5 5,2 4,4
Frankreich 5,5 4,9 5,3 6,3 5,6 5,7 5,2 4,4
Italien 2,5 2,8 4,6 4,7 4,2 3,9 3,9 3,6
Nordamerika 18,5 20,5 16,1 17,2 18,5 21,4 22,5 19,4
darunter:  
USA 13,0 13,9 11,4 12,3 14,3 15,9 16,9 14,5
Asien 13,9 15,1 14,1 14,9 18,5 23,6 23,5 25,3
darunter:  
China 0,6 1,6 0,9 0,9 1,1 2,7 5,4 6,8
Japan 1,1 2,8 4,1 6,5 6,7 6,4 5,0 4,4
Indien 2,3 1,4 1,5 0,5 0,7 0,6 0,9 1,6
Süd- und Mittelamerika 10,4 8,3 6,0 4,4 3,8 3,3 2,5 3,3
Afrika 8,1 7,0 5,2 3,9 4,6 2,6 2,1 2,6
Naher Osten 1,8 2,1 2,3 2,7 6,2 3,3 2,7 3,4
GUS* 1,2 1,7 2,7
GATT/WTO Mitglieder 58,1 66,9 75,3 85,5 81,3 88,7 94,9 95,0

* GUS – Gemeinschaft unabhängiger Staaten / CIS – Commonwealth of Independent States

Quelle: World Trade Organization (WTO): International Trade Statistics 2008


 
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