Jugendaustausch
10.4.2010
Jährlich verbringen etwa 2.000 junge Menschen aus dem Ausland ein Schuljahr in Deutschland. Gleichzeitig gehen etwa 12.000 bis 14.000 Schüler aus Deutschland für ein Jahr ins Ausland.
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Jährlich verbringen etwa 2.000 junge Menschen aus dem Ausland ein Schuljahr in Deutschland. Rund 1.700 von ihnen vermitteln die Mitglieder des Arbeitskreises gemeinnütziger Jugendaustauschorganisationen (AJA). Gleichzeitig verbringen jährlich etwa 12.000 bis 14.000 Schüler aus Deutschland ein Jahr im Ausland. Ein Viertel dieser Jugendlichen entscheidet sich für eines der Programme der AJA-Mitglieder. Die Mitglieder – AFS Interkulturelle Begegnungen, Deutsches Youth For Understanding Komitee, Experiment, Open Door International, Partnership International und Rotary Jugenddienst Deutschland – organisieren weltweit in mehr als 60 Ländern einjährige Schüleraustauschprogramme.
Die AJA-Mitglieder entstanden wenige Jahre nach dem Krieg, ihre Ursprünge liegen im Bereich der Demokratie- und Friedenserziehung. Auch heute steht nicht das Reisen oder die Qualifizierung für den Arbeitsmarkt im Mittelpunkt der Austauschprogramme, sondern die Integration in eine fremde Kultur. Nach Aussagen des AJA sollen die Teilnehmenden lernen, Situationen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten, eigene Wertvorstellungen zu überdenken und sich der eigenen Identität bewusst zu werden. Dieses interkulturelle Lernen fördere Flexibilität, Offenheit und Verständnis.
Internationale Austauschprogramme sind ein wichtiger Teil der kulturellen Globalisierung, da nie zuvor so viele Menschen die Möglichkeit hatten, freiwillig für einen längeren Zeitraum in einer für sie fremden Kultur zu leben. Die Idee ist, dass neben der offiziellen Politik ein kultureller Austausch gefördert wird, der auf persönlichen Beziehungen beruht. Dabei ist offen, inwieweit diese Form des globalen kulturellen Austauschs auch Konvergenzprozesse auslöst, also zu einer Angleichung oder Übernahme von Kulturpraktiken führt.
Ein Mitglied des AJA ist das Deutsche Youth For Understanding Komitee (YFU), das 1957 gegründet wurde. Über den Verein können Schüler aus Deutschland im Schuljahr 2011/2012 in 41 Ländern ein Austauschjahr verbringen. Parallel werden Schüler aus rund 50 Ländern in Gastfamilien in Deutschland empfangen. Anfang 2010 waren es 47 Länder – dabei kamen rund 170 Schüler aus Europa, 80 aus den USA, 160 Schüler aus Lateinamerika und mehr als 110 Jugendliche aus Asien, Afrika und Ozeanien. Das Deutsche Youth For Understanding Komitee ist dabei Teil des internationalen YFU-Netzwerks, das aus 59 selbstständigen YFU-Organisationen besteht.
Datenquelle
Deutsches Youth For Understanding Komitee e.V. (YFU): »www.yfu.de«; Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustauschorganisationen (AJA): »www.aja-org.de«
Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
Der Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustauschorganisationen (AJA) ist der Dachverband gemeinnütziger Jugendaustauschorganisationen in Deutschland. Der Arbeitskreis wurde 1993 gegründet und setzt sich für die Förderung von langfristigen Jugend- und Schüleraustauschprogrammen als Mittel zur besseren interkulturellen Verständigung ein.
Die AJA-Mitglieder sind gemeinnützige Vereine, als Träger der freien Jugendhilfe anerkannt und sie arbeiten nicht gewinnorientiert. Sie vergeben jährlich eine große Zahl von fremd- und eigenfinanzierten Stipendien. Mit einem Netz von bundesweit 5.000 ehrenamtlichen Mitarbeitern arbeiten die AJA-Mitglieder selbstorganisiert.
Tabelle: Internationaler Jugendaustausch
Ziel- und Herkunftsländer der Austauschschüler des Deutschen Youth For Understanding Komitees (YFU), Stand: Anfang 2010
| Zielländer* | Herkunftsländer** | |
| Ägypten | Ägypten | |
| Argentinien | Argentinien | |
| Australien | Aserbaidschan | |
| Belgien | Australien | |
| Brasilien | Belarus | |
| Bulgarien | Belgien | |
| Chile | Brasilien | |
| China | Bulgarien | |
| Costa Rica | Chile | |
| Dänemark | China | |
| Ecuador | Costa Rica | |
| Estland | Dänemark | |
| Finnland | Ecuador | |
| Frankreich | Estland | |
| Ghana | Finnland | |
| Indien | Frankreich | |
| Japan | Georgien | |
| Kanada | Ghana | |
| Lettland | Indien | |
| Litauen | Japan | |
| Mexiko | Kanada | |
| Moldau, Republik | Kasachstan | |
| Mongolei | Kolumbien | |
| Niederlande | Kroatien | |
| Norwegen | Lettland | |
| Peru | Litauen | |
| Polen | Mexiko | |
| Rumänien | Moldau, Republik | |
| Russland | Mongolei | |
| Schweden | Norwegen | |
| Schweiz | Peru | |
| Slowakei | Polen | |
| Südafrika | Rumänien | |
| Südkorea | Russland | |
| Thailand | Schweden | |
| Tschechische Republik | Schweiz | |
| Türkei | Slowakei | |
| Ungarn | Südafrika | |
| Uruguay | Südkorea | |
| USA | Thailand | |
| Venezuela | Tschechische Republik | |
| Türkei | ||
| Ukraine | ||
| Ungarn | ||
| Uruguay | ||
| USA | ||
| Venezuela |
* Länder, in denen Schüler aus Deutschland ein Austauschjahr verbringen können (Schuljahr 2011/2012)
** Länder, aus denen die Schüler stammen, die in Deutschland ein Austauschjahr verbringen (Anfang 2010)
Quelle: Deutsches Youth For Understanding Komitee e.V. (YFU): www.yfu.de
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